Sonntag, 26. August 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 169


6.W.K.5.9. Ich habe mir oft überlegt, ob die Seele und der Geist wie die Sonne, die fest am Himmel steht, deren Strahlen aber, ohne dass sie sich von dort wegbewegt, so viel Kraft haben, dass sie hier schnell ankommen, ob also sie, die ein einziges sind, an ihrem Platz bleibend, wie die Sonne und ihre Strahlen, durch die Kraft, die ihnen von der wahren Sonne der Gerechtigkeit19 zuströmt, in einem ihrer höheren Teile über sich selbst hinausschießen können.20 Schließlich weiß ich nicht, was ich sage, doch ist es wirklich so, dass mit derselben Geschwindigkeit, mit der eine Kugel aus einer Arkebuse 21 hinausschießt, sobald man Feuer gibt, sich im Innern etwas im Flug erhebt (ich kann es nicht anders benennen), und obwohl es kein Geräusch verursacht, verursacht es doch eine so deutliche Bewegung, dass es keinesfalls Einbildung sein kann. Und es werden ihr, die nach allem, was sie erkennen kann, ganz außer sich ist, großartige Dinge gezeigt. Sobald sie sich wieder bei sich erfährt, hat sie so großen und vielfachen Gewinn und hält nur mehr so wenig von allen Dingen der Welt, dass sie ihr im Vergleich zu denen, die sie geschaut hat, wie Unrat vorkommen;22 sie lebt in ihr von nun an in großer Qual, und von allen Dingen, die ihr normalerweise als ein Gut vorkamen, sieht sie nicht eines, aus dem sie sich etwas machte. Es scheint so, als habe ihr der Herr etwas von dem Land zeigen wollen, wohin sie unterwegs ist, so wie diejenigen, die das Volk Israel in das verheißene Land vorausgeschickt hatte, Zeichen mitbrachten (Num 13,18-24), damit es die Mühsale dieses so beschwerlichen Weges durchstehe, im Wissen um den Ort, wo es zur Ruhe kommen soll. Auch wenn euch etwas, was so rasch vorübergeht, nicht von großem Nutzen zu sein scheint, so ist der, den es in der Seele hinterlässt, doch so groß, dass nur einer, der das erlebt, seinen Wert wird ermessen können.

Anmerkungen
19 Eine Anspielung auf Mal 3,20 (= 4,2 Vg); vgl. 7M 1,3 und ferner V 20,19.28; 35,14; CE 72,5 bzw. CV 42,3.
20 Vgl. Auch 7M 1,11, wo sie noch einmal ausdrücklich den Unterschied zwischen Geist und Seele thematisiert.
21 Hakenbüchse, ein schweres Infanteriegewehr des 15./16. Jahrhunderts.Wusste Teresa von ihren Brüdern, die sich fast alle als conquistadores nach Westindien aufgemacht hatten, um die Funktionsweise dieser damals modernen Waffe?
22 An dieser Stelle wird deutlich erstens, dass das Loslassen-Können der materiellen Dinge nicht eine Voraussetzung für tiefere Gotteserfahrungen, sondern eher deren Folge ist (siehe auch 5,10); und zweitens, dass es nicht um eine grundsätzliche Abwertung der materiellen Wirklichkeit geht, sondern um eine Rangordnung der Wichtigkeit: Im Vergleich zur geistigen Wirklichkeit, die der Mensch verkostet hat und die ihm unendlich erstrebenswert erscheint, verlieren die materiellen Dinge ihre einstige Anziehungskraft, werden als schal und unbefriedigend empfunden.

(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)

9. Muchas veces he pensado, si como el sol estándose en el cielo, que sus rayos tienen tanta fuerza que no mudándose él de allí, de presto llegan acá, si el alma y el espíritu, que son una misma cosa como lo es el sol y sus rayos, puede, quedándose ella en su puesto, con la fuerza del calor que le viene del verdadero Sol de Justicia, alguna parte superior salir sobre sí misma. En fin, yo no sé lo que digo. Lo que es verdad, es que con la presteza que sale la pelota de un arcabuz cuando la ponen el fuego, se levanta en el interior un vuelo que yo no sé otro nombre que le poner), que aunque no hace ruido, hace movimiento tan claro que no puede ser antojo en ninguna manera; y muy fuera de sí misma, a todo lo que puede entender, se le muestran grandes cosas; y cuando torna a sentirse en sí, es con tan grandes ganancias y teniendo en tan poco todas las cosas de la tierra para en comparación de las que ha visto, que le parecen basura; y desde ahí adelante vive en ella con harta pena, y no ve cosa de las que le solían parecer bien, que le haga dársele nada de ella. Parece que le ha querido el Señor mostrar algo de la tierra adonde ha de ir, como llevaron señas los que enviaron a la tierra de promisión los del pueblo de Israel, para que pase los trabajos de este camino tan trabajoso, sabiendo adónde ha de ir a descansar. Aunque cosa que pasa tan de presto no os parecerá de mucho provecho, son tan grandes los que deja en el alma que si no es por quien pasa, no se sabrá entender su valor.

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