Donnerstag, 16. August 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 159


6.W.K.4.16. Sofern ihnen diese Gnade insgeheim zuteil wird, halten sie sie für sehr groß. Doch wenn es vor Leuten geschieht, sind für sie Schimpf und Schande, die über sie kommen, so groß, dass die Seele aufgrund des Schmerzes und des Kummers, den ihr der Gedanke an das, was wohl die denken, die es gesehen haben, in gewisser Weise aus ihrem Genießen herausfällt.46 Denn sie kennen die Bosheit der Welt und verstehen, dass man es vielleicht nicht dem zuweisen wird, was es ist, sondern dass ihnen unter Umständen das, wofür sie Gott loben sollten, zum Anlass wird, mit Urteilen um sich zu werfen. In gewisser Weise zeugen dieser Schmerz und Schimpf meines Erachtens von mangelnder Demut, doch das liegt nicht mehr in ihrer Macht. Denn wenn die betreffende Person sich wünscht, beschimpft zu werden, was macht ihr das dann aus? So bekam eine, die in dieser Not steckte, von unserem Herrn zu hören: „Gräme dich nicht, denn entweder werden sie mich loben oder über dich lästern, doch in jedem Fall gewinnst du.“ 47 Später erfuhr ich,48 dass diese Person durch diese Worte sehr ermutigt und getröstet wurde, und für den Fall, dass eine von euch sich in dieser Bedrängnis erleben sollte, schreibe ich sie euch hier nieder. Offenbar will der Herr, dass alle erkennen, dass diese Seele bereits sein eigen ist, die niemand anrühren darf: Ihren Leib, ihr Ansehen, ihren Besitz – diese schon! –, denn aus allem wird für Seine Majestät Ehre erwachsen, doch ihre Seele nicht! Denn wenn sie sich nicht durch große, vermessene Schuld von ihrem Bräutigam entfernt, wird er sie vor der ganzen Welt und sogar der ganzen Hölle beschützen.

Anmerkungen
46 Vgl. V 20,5, wo sie dies von sich selbst berichtet.
47 Erneut ist sie selbst gemeint; siehe V 31,13. Der Vergleich beider Stellen, die zwar sinngemäß, nicht jedoch wörtlich übereinstimmen, zeigt, dass Teresa solche Ansprachen nicht als „wörtliches Diktat“ des Herrn verstand, sondern mit ihren eigenen Worten eine innere Einsicht wiedergibt, die ihr „vom Herrn“ zuteil wurde.
48 Der Leser beachte, wie sehr die Autorin an der Fiktion einer anonymen dritten Person festhält! (Aufspaltung in zwei literarische Personen als Stilmittel, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhöhen.)

(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)

16. Cuando esta merced les hace en secreto, tiénenla por muy grande; porque cuando es delante de algunas personas, es tan grande el corrimiento y afrenta que les queda, que en alguna manera desembebe el alma de lo que gozó, con la pena y cuidado que le da pensar qué pensarán los que lo han visto. Porque conocen la malicia del mundo, y entienden que no lo echarán por ventura a lo que es, sino que, por lo que habían de alabar al Señor, por ventura les será ocasión para echar juicios. En alguna manera me parece esta pena y corrimiento falta de humildad; mas ello no es más en su mano; porque si esta persona desea ser vituperada, ¿qué se le da? Como entendió una que estaba en esta aflicción de parte de nuestro Señor: No tengas pena, que o ellos han de alabarme a Mí, o murmurar de ti; y en cualquiera cosa de éstas ganas tú. Supe después que esta persona se había mucho animado con estas palabras y consolado; y porque si alguna se viere en esta aflicción, os las pongo aquí. Parece que quiere nuestro Señor que todos entiendan que aquel alma es ya suya, que no ha de tocar nadie en ella; en el cuerpo, en la honra, en la hacienda, enhorabuena, que de todo se sacará honra para Su Majestad; mas en el alma, eso no, que si ella, con muy culpable atrevimiento, no se aparta de su Esposo, El la amparará de todo el mundo y aun de todo el infierno.

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