Donnerstag, 9. August 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 152


6.W.K.4.9. Damit gebe ich nun doch zu, dass es ein Sehen war und also eine imaginative Vision ist. Doch möchte ich das damit nicht sagen, da es nicht das ist, wovon ich jetzt spreche, vielmehr von einer intellektuellen Vision; da ich aber keine Studien habe,29 kann ich in meiner Unbeholfenheit nichts ausdrücken. Von dem, was ich bislang über diese Gebetsweise gesagt habe, erkenne ich klar, dass, wenn es in Ordnung ist, nicht ich es gesagt habe.30 Ich halte dafür, dass es keine Verzückungen sind, wenn eine Seele, der Gott dies schenkt, in ihren Verzückungen nicht ab und zu solche Geheimnisse erkennt; es ist vielmehr ein natürlicher Schwächezustand, der sich bei Personen von schwacher Konstitution, wie wir Frauen das sind,31 einstellen kann, die dann, sobald eine Kraft des Geistes ihre Natur überwältigt, so versunken bleiben, wie ich, glaube ich, beim Gebet der Ruhe schon gesagt habe.32 All das hat nichts mit Verzückungen zu tun, denn bei der, die eine ist, glaubt mir, da raubt Gott sich die Seele ganz und zeigt ihr – ihm zu eigen und bereits seine Braut – ein Zipfelchen des Reiches, das sie gewonnen hat, weil sie es ist. Mag es noch so wenig sein, alles, was dieser große Gott in sich birgt, ist immer viel. Und er will sich von niemandem stören lassen, weder von den Seelenvermögen, noch von den Sinnen, sondern befiehlt sofort, die Türen all dieser Wohnungen zu verschließen, und offen bleibt nur die, in der er weilt, um uns eintreten zu lassen. Gepriesen sei dieses große Erbarmen, und mit Recht werden die verflucht sein, die sich das nicht zunutze machen wollen und diesen Herrn verlieren!

Anmerkungen
29 Eine bei Teresa häufig beobachtete Klage, hinter der anerkannte Historiker, wie A. Castro, F. Márquez Villanueva, T. Egido, eine gezielte Taktik vermuten.
30 Angesichts der heiklen Thematik tat Teresa als Frau gut daran, immer wieder auf ihre mangelnde Bildung und Unbeholfenheit hinzuweisen und zugleich die (in einer sakralisierten Gesellschaft unangreifbare!) göttliche Inspiration dessen, was sie sagt, herauszustellen. Vgl. dazu J. A. Marcos: „Da Frauen nicht dazu berechtigt waren, offentlich zu lehren, sahen sie sich gezwungen, sich als unwissend oder ungebildet hinzustellen und auf die Erfahrung oder gottliche Inspiration als Quelle ihres Wissens hinzuweisen, da in diesen beiden Fallen der Unterschied zwischen den Geschlechtern keine Rolle spielte“ (Mistica y subversiva, 63f).
31 Auch wenn Teresas Frauenbild von den herrschenden Vorurteilen ihrer Zeit sicher nicht ganz frei war, entspricht die scheinbare Übernahme der männlichen Sicht wohl auch kluger Taktik. Ihre Zensoren waren ja Männer.
32 Siehe 4M 3,11-13.

(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)

9. Luego ya confieso que fue ver, y que es visión imaginaria. – No quiero decir tal, que no es esto de que trato sino visión intelectual; que, como no tengo letras, mi torpeza no sabe decir nada; que, lo que he dicho hasta aquí en esta oración, entiendo claro que, si va bien, que no soy yo la que lo he dicho.
Yo tengo para mí que si algunas veces no entiende de estos secretos, en los arrobamientos, el alma a quien los ha dado Dios, que no son arrobamientos, sino alguna flaqueza natural, que puede ser a personas de flaca complexión, como somos las mujeres, con alguna fuerza de espíritu sobrepujar al natural y quedarse así embebidas, como creo dije en la oración de quietud. Aquéllos no tienen que ver con arrobamientos; porque el que lo es, creed que roba Dios toda el alma para sí, y que como a cosa suya propia y ya esposa suya, la va mostrando alguna partecita del reino que ha ganado, por serlo; que por poca que sea, es todo mucho lo que hay en este gran Dios, y no quiere estorbo de nadie, ni de potencias, ni sentidos; sino de presto manda cerrar las puertas de estas moradas todas, y sólo en la que El está queda abierta para entrambos. Bendita sea tanta misericordia, y con razón serán malditos los que no quisieren aprovecharse de ella y perdieren a este Señor.

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