Mittwoch, 15. August 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 158


6.W.K.4.15. O, und wenn die Seele erst wieder ganz zu sich kommt! Welche Verwunderung bleibt in ihr zurück, welch riesengroße Sehnsucht, sich ganz für Gott einzusetzen, wie auch immer es ihm gefällt, sich ihrer zu bedienen! Wenn bei den vorigen Gebetsweisen so starke Wirkungen zurückbleiben, wie gesagt wurde, wie wird es dann erst bei einer so großen Gnade wie dieser sein? Sie wünschte sich, sie alle für Gott einzusetzen, und dass alle Dinge, die es auf Erden gibt, Zungen wären, um ihn für sie zu loben. Die Sehnsucht, Buße zu tun, riesengroß, wobei es nicht viel ausmacht, sie zu tun, denn durch die Kraft der Liebe spürt sie nicht viel von dem, was sie tut, und erkennt klar, dass die Märtyrer bei den Qualen, die sie erlitten, nicht viel taten, denn mit dieser Hilfe unseres Herrn ist es leicht; 45 und so beklagen sich diese Seelen bei Seiner Majestät, wenn ihnen nichts geboten wird, um zu leiden.

Anmerkungen
45 Vgl. V 16,4, wo sie dies schon einmal nahezu wortgleich behauptet hatte, und ferner CC 1,7; 3,5. In Wirklichkeit ist Teresas Haltung Bußübungen gegenüber jedoch wesentlich differenzierter, als solche Stellen es nahe legen. Von ihrer inneren Auseinandersetzung mit dieser Forderung der Contemptus-mundi-Spiritualität, die der damaligen Rigorismus-Mentalität sehr entsprach, zeugen u. a. CC 20, wo sie Christus in bezug auf Catalina de Cardona, die wegen ihrer Bußstrenge berühmt war, sagen lässt: „Siehst du ihre ganze Buse, die sie vollbringt? Mehr schatze ich deinen Gehorsam!“; und CC 57: „... da verstand ich, dass es manchmal mehr Eigenliebe war als Verlangen nach Buse.“

(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)

15. ¡Oh, cuando el alma torna ya del todo en sí, qué es la confusion que le queda y los deseos tan grandísimos de emplearse en Dios de todas cuantas maneras se quisiere servir de ella! Si de las oraciones pasadas quedan tales efectos como quedan dichos, ¿qué será de una merced tan grande como ésta? Querría tener mil vidas para emplearlas todas en Dios, y que todas cuantas cosas hay en la tierra fuesen lenguas para alabarle por ella. Los deseos de hacer penitencia, grandísimos; y no hace mucho en hacerla, porque con la fuerza del amor siente poco cuanto hace y ve claro que no hacían mucho los mártires en los tormentos que padecían, porque con esta ayuda de parte de nuestro Señor, es fácil, y así se quejan estas almas a Su Majestad cuando no se les ofrece en qué padecer.

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