Montag, 13. August 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 156


6.W.K.4.13. Um nun aber auf das zurückzukommen, was ich sagte,42 so befiehlt der Bräutigam die Türen zu allen Wohnungen und sogar die Tore der Burg und ihrer Ringmauer zu schließen. Denn da er diese Seele entrücken 43 will, bleibt ihr derart der Atem weg, dass sie – auch wenn die übrigen Sinne gelegentlich noch ein bisschen länger durchhalten – auf jeden Fall nicht sprechen kann. Andere Male freilich ist plötzlich alles weg, und die Hände und der ganze Körper werden so kalt, dass es aussieht, als hätte sie keine Seele mehr, noch erkennt man mitunter, ob sie noch Atem ausstößt.44 Das dauert nur kurze Zeit an, ich meine, in einem fort, denn sobald diese starke Aufhebung ein wenig nachlässt, scheint es, dass der Körper wieder ein wenig zu sich kommt und Luft holt, um erneut abzusterben und der Seele noch mehr Leben zu geben. Bei alldem aber hält diese starke Ekstase nicht lang an.

Anmerkungen
42 In 6M 4,9.
43 Arrebatar, ein weiterer Begriff, den die Autorin für ekstatische Zustände benutzt, ohne im Einzelnen genau zu differenzieren.
44 Vgl. V 20,3; 18,10. Die Einbeziehung des Leibes in mystische Erfahrungen gehört als Element in Teresas Zeit; nicht umsonst wird von ihr und anderen Schriftstellern immer wieder betont, dass außergewöhnliche körperliche Erfahrungen nicht notwendig für eine intensive Gottesbegegnung seien. Auch die alltägliche Leibwahrnehmung von damals lässt sich nicht ohne weiteres mit der heutigen in Deckung bringen. Daher muss die Frage nach der Natur solcher Zustände offen bleiben. Der Versuch einer Antwort bleibt letztlich spekulativ, denn eine noch so genaue Beschreibung Teresas ist subjektiv und ersetzt nicht die äußere Beobachtung. Angebotene Deutungen wie die einer epileptischen Erkrankung können zutreffen, stehen aber immer unter diesem Vorbehalt. (B. S.)

(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)

13. Pues, tornando a lo que decía, manda el Esposo cerrar las puertas de las moradas y aun las del castillo y cerca; que en queriendo arrebatar esta alma, se le quita el huelgo de manera que aunque duren un poquito más algunas veces los otros sentidos, en ninguna manera puede hablar; aunque otras veces todo se quita de presto y se enfrían las manos y el cuerpo de manera que no parece tiene alma, ni se entiende algunas veces si echa el huelgo. Esto dura poco espacio, digo para estar en un ser; porque quitándose esta gran suspensión un poco, parece que el cuerpo torna algo en sí y alienta para tornarse a morir y dar mayor vida al alma, y con todo no dura mucho este tan gran éxtasis;

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