Montag, 6. August 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 149


6.W.K.4.6. Nun werdet ihr mir sagen: Wenn die Seele nachher doch keine Erinnerung an diese so erhabenen Gnaden haben wird, die der Herr ihr hier erweist, was für einen Nutzen bringen sie ihr dann? Ach, Töchter! Er ist so groß, dass man ihn gar nicht übertreiben kann, denn wenn man diese Dinge auch nicht ausdrücken kann, so bleiben sie der Seele ganz tief eingeschrieben, und man vergisst sie nie. Aber wenn sie bildlos sind und die Seelenvermögen sie nicht einmal erfassen, wie kann man sich dann daran erinnern? Das verstehe ich auch nicht, doch erkenne ich, dass dieser Seele einige Wahrheiten über die Größe Gottes so fest eingeprägt bleiben, dass sie Gott von jenem Augenblick an als solchen anbeten würde,20 wie es Jakob tat, als er die Leiter sah (Gen 28,12), auch wenn sie keinen Glauben hätte, der ihr sagte, wer er ist, und dass sie verpflichtet sei, an ihn als Gott zu glauben. Durch sie hat er wohl noch weitere Geheimnisse erkannt, die er nicht auszusagen vermochte; denn nur durch den Anblick einer Leiter, auf der Engel hinunter- und hinaufstiegen, hätte er so große Geheimnisse wohl nicht erkannt, wenn da nicht noch mehr inneres Licht gewesen wäre.

Anmerkungen
20 Mit anderen Worten: Das, was bislang für sie übermitteltes Glaubenswissen war, wird ihr jetzt zur lebendigen, existentiellen Erfahrung.

(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


6. Pues diréisme: si después no ha de haber acuerdo de esas mercedes tan subidas que ahí hace el Señor al alma, ¿qué provecho le traen? - ¡Oh hijas!, que es tan grande, que no se puede encarecer; porque, aunque no las saben decir, en lo muy interior del alma quedan bien escritas y jamás se olvidan.
Pues si no tienen imagen ni las entienden las potencias, ¿cómo se pueden acordar? - Tampoco entiendo eso; mas entiendo que quedan unas verdades en esta alma tan fijas de la grandeza de Dios, que cuando no tuviera fe que le dice quién es y que está obligada a creerle por Dios, le adorara desde aquel punto por tal, como hizo Jacob cuando vio la escala, que con ella debía de entender otros secretos, que no los supo decir; que por sólo ver una escala que bajaban y subían ángeles, si no hubiera más luz interior, no entendiera tan grandes misterios.

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