Mittwoch, 9. August 2017

Unter dem Schutz der Mutter - Sr. Teresia Benedicta a Cruce (9. August)


Heute vor 75 Jahren, am 9. August 1942, wurde die Karmelitin Sr. Teresia Benedicta a Cruce, die bis zu ihrer Konversion zum katholischen Glauben als Jüdin Edith Stein bekannt war, im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.

Gerade auch in ihren letzten Lebensmonaten, die so bedrohlich für sie wurden, da die Schergen der Nazis auf der Suche nach den letzten verbliebenen Juden waren, wandte sich die treue Heilige Karmelitin nicht nur Jesus am Kreuz zu, sondern auch an Seine ,Unsere Liebe Frau' und Mutter, ja, sie stellte sich „Unter den Schutz der Mutter“: 


Heilige Karmelitin Theresia Benedicta a Cruce bitte für uns!

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Sub tutela Matris

O süße Mutter Maria, gib mir ein Herz,
frisch und offen wie das Herz eines Kindes
und durchsichtig wie das Wasser eines klaren Quells.

Gib mir ein edelmütiges Herz, das über erfahrene Verdrießlichkeiten
nicht nachsinnt und sie nicht nachprüft;
ein unverkümmertes Herz, das sich fröhlich gibt;
ein Herz, das Schwäche kennt
und darum innig fühlt und mitlebt;
ein tiefes und dankbares Herz,
das Kleinigkeiten nicht vernachlässigt.

Gib mir ein sanftes und demütiges Herz,
das liebt ohne Anspruch auf  Gegenliebe,
das in einem anderen Herzen voll Freude
den Platz freimacht für Deinen Sohn;
ein adliges und spannkräftiges Herz,
das bei Enttäuschungen nicht niedergeschlagen wird;
das nicht karg wird, nicht Ärgernis nimmt;
das durch Prüfungen nicht gelähmt wird;
das bei Unaufmerksamkeiten nicht verstimmt wird,
das bei Gleichgültigkeit nicht mutlos wird.

Aber gib mir ein Herz, das in seiner Liebe zu Jesus
angetrieben wird durch ein Verlangen
nach Jesu größerer Ehre und Glorie
und darin nicht eher zur Ruhe kommt
als im Himmel. Amen.

(aus: Edith Stein. Geistliche Texte II)

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Sonntag, 30. Juli 2017

Karmelitinnen können nicht alle Nonnen unterbringen

Die Unbeschuhten Karmelitinnen (OCD) aus dem Kloster in Morristown in (New-Jersey, USA) haben ein „Problem“; ihr Kloster ist zu klein geworden. Nun haben sie damit begonnen, eine Gründung vorzunehmen, in die sie einige ihrer Nonnen aussenden werden, um wieder Platz in der eigenen Gemeinschaft zu schaffen. So sollen wieder neue Novizinnen aufgenommen werden können.

Die Priorin des Klosters „Monastery of the Most Blessed Virgin Mary of Mount Carmel“, Mater Theresa Katulski, sagte: Wir sind Gott für das Wachstum unserer Gemeinschaft dankbar. Vor ein paar Jahren gab es so wenige von uns, - und jetzt suchen so viele junge Frauen nach Antworten auf den Aufruf des Herrn. Es ist ein Wunder, das vor unseren Augen geschieht.

Das Karmelitinnenkloster der Seligen Jungfrau Maria vom Berge Karmel erlebt eine zunehmende Zahl von Frauen, die eintreten möchten. Sie verspüren die Berufung zum kontemplativen Leben und lassen sich von dieser konkreten Gemeinschaft anlocken. In dem Kloster in Morristown ist aber nur Platz für 18 Nonnen. Nun waren sie bereits zu 21 Nonnen. Aus diesem Grund war es notwendig, eine neue Klostergemeinschaft zu gründen. Dies wird nun in Europa, auf der Insel Malta realisiert. In der nächsten Zeit werden dorthin fünf Schwestern übersiedeln, deren Aufgabe es sein wird, die Strukturen für die Schaffung einer Karmelitischen Klostergemeinschaft vorzubereiten.

Das weiterhin zunehmende Interesse am strengen und kompromisslosen Klosterleben beweist, dass Gebet und Kontemplation eine wirksame Antwort ist auf das Chaos und die Verwirrungen, die in der heutigen Welt und in der Kirche nicht fehlen.

Carmelite Monastery
189 Madison Avenue
Morristown, NJ 07960







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Dienstag, 18. Juli 2017

Geburtstag der heiligen Elisabeth von der Dreifaltigkeit – (18. Juli 1880)

Elisabeth Catez wurde am 18. Juli 1880 in einem Militärlager in einem kleinen Städtchen vor den Toren von Bourges geboren und am 22. Juli, am Fest der hl. Maria Magdalena, getauft. Die Familie übersiedelte nach Auxonne, dann nach Dijon in Burgund. Elisabeth hatte ein sehr lebhaftes, heftiges, cholerisches Temperament. Im Alter von sieben Jahren verlor sie ihren Vater, der 55-jährig an Herzversagen stirbt. Elisabeth war hochmusikalisch. Ihre Mutter schrieb sie im Alter von acht Jahren im Konservatorium in Dijon ein, wo sie mit dreizehn Jahren den ersten Preis für Klavier gewann.




Die erste Beichte im Jahr 1887 und ihre erste heilige Kommunion im Jahr 1891 waren entscheidende Gnadenmomente für ihr späteres Leben. Sie empfand zutiefst die Wirklichkeit Gottes in ihr. Nun bekämpfte sie entschlossen die Fehler ihres Charakters.

In Dijon war es Brauch, am Nachmittag nach der Erstkommunion einen Besuch im Karmel zu machen. Die Priorin des Karmel erklärte ihr die Bedeutung ihres Namens: Elisabeth bedeutet „Haus Gottes“. Dieses Wort, in dem Elisabeth ihr ganzes Lebensprogramm sah, hatte Elisabeth nie mehr vergessen: Sie wollte von nun an ein Haus Gottes sein, das von der heiligsten Dreifaltigkeit bewohnt ist.

Mit 14 Jahren legte sie ganz spontan als Antwort auf die Liebe Gottes, nach der hl. Kommunion das Gelübde der Jungfräulichkeit ab. Sie wollte Jesus ganz gehören. Bald danach wusste sie sich in den Karmel gerufen. Nach jahrelangem Widerstand ihrer Mutter trat Elisabeth am 2. August 1901 im Alter von 21 Jahren in den Karmel St. Josef in Dijon ein. Nach kaum vier Monaten Postulat wurde Elisabeth am 8. Dezember eingekleidet und erhielt den Ordensnamen „Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit“. In einem Brief von Ende September 1903 schrieb sie: „Mein ganzes Bemühen besteht darin, in mein Inneres einzugehen und mich in jene Drei zu verlieren, die dort sind.“

Im November 1904 verfasste sie ein berühmt gewordenes Gebet zur heiligsten Dreifaltigkeit, das ihre tiefe Schau dieses Geheimnisses und ihr inneres Leben mit den drei göttlichen Personen widerspiegelt.

In der folgenden Zeit durchlebte sie eine Zeit der inneren Trockenheit und Dürre. Im reinen Glauben legte sie am 11. Januar 1903 die ewige Profess ab. Aus den Paulusbriefen schöpfte sie viel Trost und Kraft und besonders das Wort aus dem Epheserbrief „bestimmt zum Lob seiner Herrlichkeit“ (Eph 1,12) war das Thema für die folgenden drei Jahre bis zu ihrem Tod: „Laudem gloriae“ ist für sie ihr „Neuer Name“ (vgl. Offb 2,17),  ihre Aufgabe für die Ewigkeit.

Im Sommer 1903 traten die ersten Anzeichen der Addisonschen Krankheit auf. Ende März 1906 musste Elisabeth für die letzten acht Monate ihres Lebens auf die Krankenabteilung des Karmels übersiedeln.  In dieser so schmerzensreichen Zeit verfasste Elisabeth vier geistliche Traktate. Am Morgen des 9. November, dem Weihetag der Lateranbasilika starb sie. Ihre letzten Worte waren: „Ich gehe zum Licht, zur Liebe und zum Leben.“

Ihr Gedenktag wird im Karmel am 8. November gefeiert.

SIEHE HIER

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Montag, 6. März 2017

Goldenes Profeßjubiläum im Karmel von Witten



Am 4. Februar 2017 
feierte Sr. Elisabeth OCD 
im Karmelitinnenkloster „Maria, Vermittlerin aller Gnaden“ in Witten 
ihr Goldenes Profeßjubiläum.


Herr, deine Liebe will ich preisen,

mit der dein Herz mich stets umfängt.

und deiner Treue Dank erweisen,

die alle meine Schritte lenkt.

Du bist bei mir auf dieser Erde,

Du gehst mit mir des Lebens Bahn.

Du willst, dass ich einst selig werde;

Dein Herze zieht mich himmelan.




Samstag, 25. Februar 2017

„O mein Gott, Dreifaltiger, den ich anbete“

Buchempfehlung

Am 21. November 1904 entsprang einem ‚Seufzer ihres Herzens‘ am Ende der geistlichen Exerzitien der französischen Karmelitin Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit der Ausruf: „O mein Gott, Dreifaltiger, den ich anbete“.

Aus dieser Erfahrung der Erhebung zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit schöpfte sie die Kraft für das auf sie zukommende Martyrium, ihrer schweren Krankheit, von dem sie nach und nach immer mehr erfasst wurde.

Die Jahre 1904 und 1905 verliefen noch ohne größere Besorgnis, doch änderte sich die Situation 1906 schlagartig. Es kam eine Krise nach der anderen, und diese brachten sie an den Rand des Abgrunds. Sie konnte weder feste noch flüssige Nahrung zu sich nehmen.

Wenngleich sich zum körperlichen Martyrium auch noch das geistige gesellte, und Gefühle der Niedergeschlagenheit, Leere, des Verlassenseins von Gott sowie Selbstmordgedanken aufkamen, überwand sie alles im Glauben. Am 28. Oktober 1906 kündigte sie die Mission an, die sie nach ihrem Tod ausüben werde: „Im Himmel wird es meine Aufgabe sein, Seelen zu gewinnen, indem ich ihnen helfe, aus sich herauszugehen, um sich spontan und mit ganzer Hingabe Gott anzuschließen, und sie in jenem großen inneren Schweigen zu halten, das es Gott ermöglicht, in ihnen Fuß zu fassen und sie in Sich zu verwandeln.“ Am 1. November sagte sie noch: „Alles vergeht! Am Abend des Lebens bleibt nur die Liebe.“ Und am Vorabend ihres Todes hörte man sie murmeln: „Ich gehe zum Licht, zur Liebe, zum Leben.“

Schwester Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit starb im Alter von nur 26 Jahren am Morgen des 9. November 1906 im Karmel von Dijon und wurde am 12. November auf dem Friedhof der Stadt beerdigt. Ihre Gebeine ruhen heute in der Pfarrkirche Saint Michel in Dijon.

Ihre Seligsprechung erfolgte durch Papst Johannes Paul II. am 25. November 1984. Am 16. Oktober 2016 wurde Schwester Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit von Papst Franziskus heiliggesprochen. Im nachkonziliaren Kirchenkalender ist ihr liturgisches Fest am 9. November.

„Auch in den „Katechismus der Katholischen Kirche“ von 1992 bzw. 1997 hat die Karmelitin Aufnahme gefunden (KKK 260). «Das letzte Ziel der ganzen göttlichen Ökonomie ist die Aufnahme der Geschöpfe in die vollständige Vereinigung mit der glückseligen Trinität [Vgl. Joh 17, 21-23.]. Aber schon jetzt sind wir dazu berufen, eine Wohnstätte der heiligsten Dreifaltigkeit zu sein. Der Herr sagt: ,,Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“ (Joh 14,23).» Nach diesem Satz wird das Gebet der heiligen Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit in der Übersetzung «O mein Gott, Dreifaltigkeit, die ich anbete» angefügt.


Die Nachricht vom Tod der jungen Karmelitin Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit verbreitete sich schnell. Ähnlich wie bei ‚Therese von Lisieux‘, die 1897, also nur neun Jahre vor ihr gestorben ist, werden auch ihre Schriften und ihr Lebenslauf gedruckt und von den Gläubigen gelesen und weithin verinnerlicht. Zwar ist der Bekanntheitsgrad Elisabeths bei weitem nicht mit dem der ‚Kleinen Therese‘ zu vergleichen, doch finden wir auch in Deutschland bereits 1914, nur acht Jahre nach ihrem Tod, ein 346 Seiten umfassendes Buch mit dem Titel: „Schwester Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit - Karmelitin von Dijon (1880-1906)“.

Bereits 1930 wurde Dom Eugen Vandeur’s „O mein Gott Dreifaltiger“ vom Verlag Pustet in Regensburg veröffentlicht. Die Übersetzung aus dem Französischen besorgte die Benediktinerin M. Bonaventura Frauzem O.S.B.Ss.Sacr. aus dem Kloster der Benediktinerinnen vom heiligsten Sakrament in Bonn-Endenich. Bis hinein in die 50er- Jahre des letzten Jahrhunderts sind mehrere Auflagen, versehen mit einer kirchlichen Druckerlaubnis, erschienen.

In ihrem Vorwort zu der ersten deutschen Ausgabe 1930 schrieb die Übersetzerin: die „Betrachtungen“ „wollen in zwangloser Form, in zuweilen abgerissenen Gedanken, bewussten Wiederholungen die Seele gleichsam behämmern, um sie weich und bildsam zu machen für die Tätigkeit Gottes, des Dreifaltigen, der allein der wahre Lehrer der Herzen ist.“ „Nur wer betend und mit tief gläubiger Seele den gebotenen Anregungen“ nachgehe, werde  „das Geheimnis dieses Büchleins erfassen“. Es werden nicht nur „objektive Wirklichkeiten des inneren Lebens“ aufgezeigt, auch wird „das persönliche Geheimnis einer Seele enthüllt, die in diesen Wirklichkeiten gelebt, geliebt und gelitten“ hat.

Noch 1953 konnte die Übersetzerin zur Herausgabe der sechsten Auflage vermerken, dass „das vorliegende Büchlein von Dom Eugen Vandeur dem religiösen Bedürfnis der Katholiken Deutschlands“ entspreche. „Religiös gebildeten Kreisen“ sei es „ein willkommener Führer zu wahrem Gotterleben“. Die Benediktinerin stellt fest, sogar Theologen fühlten sich „mehr und mehr angeregt, den Spuren des Verfassers zu folgen und sich mit der modernen Mystikerin Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit zu beschäftigen“. Diese Betrachtungen mögen dazu dienen, „Gott nicht in Zeichen und Wundern zu suchen, sondern im Grunde der eigenen Seele, im Dunkel des Glaubens und in der Gottverbundenheit einer allumfassenden Liebe“.

Dem frommen Wunsche der Übersetzerin aus dem Orden des heiligen Benedikt, M. Bonaventura Frauzem O.S.B.Ss.Sacr., können wir uns auch für die heutige Zeit anschließen, die dem wahren katholischen Glauben und seiner Mystik oft so fremd gegenüber steht. Gleich der allzu früh vollendeten Karmelitin, die „hinüberging zu dem, der seine Herrlichkeiten den Kleinen und Schwachen vor der Welt offenbart“, mögen viele hochherzige und edle Seelen aus diesen Wahrheiten die Kraft schöpfen, in vollstem Sinn das zu werden, was das Ziel eines jeden Christenlebens sein soll: ein ‚alter Christus‘, ein anderer Heiland“.

Heilige Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit, bitte für uns!




Dom Eugen Vandeur OSB
O mein Gott Dreifaltiger
Sarto-Verlag 2017, Neuausgabe
136 Seiten; 8,90€
ISBN: 978-3943858846
https://www.sarto.de/










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