Montag, 6. März 2017

Goldenes Profeßjubiläum im Karmel von Witten



Am 4. Februar 2017 
feierte Sr. Elisabeth OCD 
im Karmelitinnenkloster „Maria, Vermittlerin aller Gnaden“ in Witten 
ihr Goldenes Profeßjubiläum.


Herr, deine Liebe will ich preisen,

mit der dein Herz mich stets umfängt.

und deiner Treue Dank erweisen,

die alle meine Schritte lenkt.

Du bist bei mir auf dieser Erde,

Du gehst mit mir des Lebens Bahn.

Du willst, dass ich einst selig werde;

Dein Herze zieht mich himmelan.




Samstag, 25. Februar 2017

„O mein Gott, Dreifaltiger, den ich anbete“

Buchempfehlung

Am 21. November 1904 entsprang einem ‚Seufzer ihres Herzens‘ am Ende der geistlichen Exerzitien der französischen Karmelitin Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit der Ausruf: „O mein Gott, Dreifaltiger, den ich anbete“.

Aus dieser Erfahrung der Erhebung zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit schöpfte sie die Kraft für das auf sie zukommende Martyrium, ihrer schweren Krankheit, von dem sie nach und nach immer mehr erfasst wurde.

Die Jahre 1904 und 1905 verliefen noch ohne größere Besorgnis, doch änderte sich die Situation 1906 schlagartig. Es kam eine Krise nach der anderen, und diese brachten sie an den Rand des Abgrunds. Sie konnte weder feste noch flüssige Nahrung zu sich nehmen.

Wenngleich sich zum körperlichen Martyrium auch noch das geistige gesellte, und Gefühle der Niedergeschlagenheit, Leere, des Verlassenseins von Gott sowie Selbstmordgedanken aufkamen, überwand sie alles im Glauben. Am 28. Oktober 1906 kündigte sie die Mission an, die sie nach ihrem Tod ausüben werde: „Im Himmel wird es meine Aufgabe sein, Seelen zu gewinnen, indem ich ihnen helfe, aus sich herauszugehen, um sich spontan und mit ganzer Hingabe Gott anzuschließen, und sie in jenem großen inneren Schweigen zu halten, das es Gott ermöglicht, in ihnen Fuß zu fassen und sie in Sich zu verwandeln.“ Am 1. November sagte sie noch: „Alles vergeht! Am Abend des Lebens bleibt nur die Liebe.“ Und am Vorabend ihres Todes hörte man sie murmeln: „Ich gehe zum Licht, zur Liebe, zum Leben.“

Schwester Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit starb im Alter von nur 26 Jahren am Morgen des 9. November 1906 im Karmel von Dijon und wurde am 12. November auf dem Friedhof der Stadt beerdigt. Ihre Gebeine ruhen heute in der Pfarrkirche Saint Michel in Dijon.

Ihre Seligsprechung erfolgte durch Papst Johannes Paul II. am 25. November 1984. Am 16. Oktober 2016 wurde Schwester Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit von Papst Franziskus heiliggesprochen. Im nachkonziliaren Kirchenkalender ist ihr liturgisches Fest am 9. November.

„Auch in den „Katechismus der Katholischen Kirche“ von 1992 bzw. 1997 hat die Karmelitin Aufnahme gefunden (KKK 260). «Das letzte Ziel der ganzen göttlichen Ökonomie ist die Aufnahme der Geschöpfe in die vollständige Vereinigung mit der glückseligen Trinität [Vgl. Joh 17, 21-23.]. Aber schon jetzt sind wir dazu berufen, eine Wohnstätte der heiligsten Dreifaltigkeit zu sein. Der Herr sagt: ,,Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“ (Joh 14,23).» Nach diesem Satz wird das Gebet der heiligen Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit in der Übersetzung «O mein Gott, Dreifaltigkeit, die ich anbete» angefügt.


Die Nachricht vom Tod der jungen Karmelitin Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit verbreitete sich schnell. Ähnlich wie bei ‚Therese von Lisieux‘, die 1897, also nur neun Jahre vor ihr gestorben ist, werden auch ihre Schriften und ihr Lebenslauf gedruckt und von den Gläubigen gelesen und weithin verinnerlicht. Zwar ist der Bekanntheitsgrad Elisabeths bei weitem nicht mit dem der ‚Kleinen Therese‘ zu vergleichen, doch finden wir auch in Deutschland bereits 1914, nur acht Jahre nach ihrem Tod, ein 346 Seiten umfassendes Buch mit dem Titel: „Schwester Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit - Karmelitin von Dijon (1880-1906)“.

Bereits 1930 wurde Dom Eugen Vandeur’s „O mein Gott Dreifaltiger“ vom Verlag Pustet in Regensburg veröffentlicht. Die Übersetzung aus dem Französischen besorgte die Benediktinerin M. Bonaventura Frauzem O.S.B.Ss.Sacr. aus dem Kloster der Benediktinerinnen vom heiligsten Sakrament in Bonn-Endenich. Bis hinein in die 50er- Jahre des letzten Jahrhunderts sind mehrere Auflagen, versehen mit einer kirchlichen Druckerlaubnis, erschienen.

In ihrem Vorwort zu der ersten deutschen Ausgabe 1930 schrieb die Übersetzerin: die „Betrachtungen“ „wollen in zwangloser Form, in zuweilen abgerissenen Gedanken, bewussten Wiederholungen die Seele gleichsam behämmern, um sie weich und bildsam zu machen für die Tätigkeit Gottes, des Dreifaltigen, der allein der wahre Lehrer der Herzen ist.“ „Nur wer betend und mit tief gläubiger Seele den gebotenen Anregungen“ nachgehe, werde  „das Geheimnis dieses Büchleins erfassen“. Es werden nicht nur „objektive Wirklichkeiten des inneren Lebens“ aufgezeigt, auch wird „das persönliche Geheimnis einer Seele enthüllt, die in diesen Wirklichkeiten gelebt, geliebt und gelitten“ hat.

Noch 1953 konnte die Übersetzerin zur Herausgabe der sechsten Auflage vermerken, dass „das vorliegende Büchlein von Dom Eugen Vandeur dem religiösen Bedürfnis der Katholiken Deutschlands“ entspreche. „Religiös gebildeten Kreisen“ sei es „ein willkommener Führer zu wahrem Gotterleben“. Die Benediktinerin stellt fest, sogar Theologen fühlten sich „mehr und mehr angeregt, den Spuren des Verfassers zu folgen und sich mit der modernen Mystikerin Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit zu beschäftigen“. Diese Betrachtungen mögen dazu dienen, „Gott nicht in Zeichen und Wundern zu suchen, sondern im Grunde der eigenen Seele, im Dunkel des Glaubens und in der Gottverbundenheit einer allumfassenden Liebe“.

Dem frommen Wunsche der Übersetzerin aus dem Orden des heiligen Benedikt, M. Bonaventura Frauzem O.S.B.Ss.Sacr., können wir uns auch für die heutige Zeit anschließen, die dem wahren katholischen Glauben und seiner Mystik oft so fremd gegenüber steht. Gleich der allzu früh vollendeten Karmelitin, die „hinüberging zu dem, der seine Herrlichkeiten den Kleinen und Schwachen vor der Welt offenbart“, mögen viele hochherzige und edle Seelen aus diesen Wahrheiten die Kraft schöpfen, in vollstem Sinn das zu werden, was das Ziel eines jeden Christenlebens sein soll: ein ‚alter Christus‘, ein anderer Heiland“.

Heilige Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit, bitte für uns!




Dom Eugen Vandeur OSB
O mein Gott Dreifaltiger
Sarto-Verlag 2017, Neuausgabe
136 Seiten; 8,90€
ISBN: 978-3943858846
https://www.sarto.de/










Mittwoch, 23. November 2016

Johannes vom Kreuz – 24. November (Lit. Kalend. 1962)

Die Bedeutung des Wortes: Sein Kreuz auf sich nehmen.

Sein Kreuz auf sich nehmen, das heißt
aktiv in die dunkle Nacht eingehen.

Der Heilige [Johannes vom Kreuz

gibt dafür einige kurze und bündige Weisungen, von denen er selbst sagt:
»Wer sich... allen Ernstes darin schulen will, der wird keine anderen mehr brauchen, da er in ihnen alle hat.«

Sie lauten:
»1)  Trage immerfort das Verlangen, Christus in allen Dingen nachzuahmen und dein Leben dem seinen gleichförmig zu machen. Darum mußt du es betrachten, damit du es nachahmen und in allem dich so verhalten kannst, wie er sich verhalten würde.
2)  Damit du das ja gut fertigbringst, mußt  du auf  jeden Genuß verzichten, der sich deinen Sinnen bietet, und ihn fern von dir halten, wenn er nicht einzig zur Ehre und Verherrlichung Gottes gereicht.

Und zwar sollst du das tun aus Liebe zu Jesus, der in seinem Leben keine andere Freude und kein Verlangen kannte, als den Willen seines Vaters zu vollziehen. Dies nannte er seine Speise und Nahrung. Wenn sich dir z. B. ein Vergnügen bietet im Anhören von Dingen, die nicht zum Dienste Gottes beitragen, dann sollst du daran weder Freude haben noch sie anhören wollen ... 

Ebenso übe Entsagung in Bezug auf alle deine Sinne, sofern du ihre Eindrücke gut abweisen kannst. Denn sofern du dies nicht kannst, genügt es, daß du wenigstens keine Freude daran hast, wenn diese Dinge an dich herantreten.
Sorge desgleichen dafür, wie du deine Sinne abtötest und unberührt bewahrst von jener Lust. Dann werden sie gleichsam im Dunkeln sein und du wirst so in kurzer Zeit große Fortschritte machen. 
Als durchgreifende Mittel zur Abtötung und harmonischen Ordnung der vier natürlichen Leidenschaften: Freude, Hoffnung, Furcht und Schmerz mögen folgende Leitsätze dienen. Denn wo diese Leidenschaften beruhigt und wohlgeordnet sind, da können die obengenannten Güter und  viele andere gedeihen. Darum sind diese Leitsätze auch von großem Wert und die Wurzel großer Tugenden.

Trage Sorge dafür, daß deine Neigung stets gerichtet sei:

Nicht auf das Leichtere, sondern auf das Schwierigere,
Nicht auf das Angenehmere, sondern auf das Unangenehmere,
Nicht auf das, was dir mehr Freude, sondern was dir Unfreude bringt,
Nicht auf das, was dir Trost, sondern vielmehr auf das, was dir Mißtrost bereitet,
Nicht auf die Ruhe, sondern auf die Mühe,
Nicht auf das Mehr, sondern auf das Weniger,
Nicht auf das Höhere und Wertvollere, sondern auf das Niedrige und Unscheinbare,
Nicht auf das, was etwas sein will, sondern auf das, was nichts sein will.
Nicht das Bessere in den Dingen suchen, sondern das Schlechtere.
 


Verlange um Christi willen
einzugehen in völlige Entblößung und Freiheit und Armut von allem, was es in der Welt gibt. Diese
Werke sollst du von Herzen umfangen und dich bemühen, den Willen darin aufgehen zu lassen ...
Wird das Gesagte recht gehandhabt, so genügt es, um eingehen zu können in die Nacht des Sinnes ...«

Daß dieses aktive Eingehen in die dunkle Nacht der Sinne gleichbedeutend ist mit bereitwilligem Aufnehmen des Kreuzes und beharrlichem Kreuztragen, bedarf keiner Erläuterung mehr. Aber am Kreuztragen allein stirbt man nicht. Und um die Nacht völlig zu durchschreiten, muß der Mensch der Sünde sterben. Er kann sich zur Kreuzigung ausliefern, aber er kann sich nicht selbst kreuzigen.

Darum muß das, was die aktive Nacht begonnen hat, durch die passive Nacht vollendet werden, d. h.
durch Gott selbst. »Soviel sich auch die Seele bemüht, sie vermag doch nicht durch eigene Anstrengung sich so wirksam zu reinigen, daß sie auch nur im geringsten zur vollkommenen Liebesvereinigung mit Gott fähig ist, wenn er sie nicht in seine Hand nimmt und in jenem dunklen Feuer reinigt ...«


Aus:
Edith Stein/Sr. Teresia Benedicta a Cruce
Kreuzeswissenschaft - Studie über Johannes vom Kreuz

§ 3. Dunkle Nacht der Sinne
b. Aktives Eingehen in die Nacht als Kreuzesnachfolge



Franc. Zubaran. Der junge Pater Johannes vom Kreuz








Sonntag, 13. November 2016

Einen Karmel retten

„Rettet den Karmel von Mayerling!“

Unter diesem Motto bitten die Karmelitinnen in Mayerling um Hilfe für ihr Kloster.

Mutter Priorin Regina ist sehr besorgt um ihre jungen Schwestern, denn in einem verfallenden Kloster kann man einfach nicht leben. Der Karmel Mayerling ist ein Ort des Lebens, denn es gibt junge Berufungen. Die Schwestern sind gerne hier, sie lieben die Verborgenheit. Aber den jungen Schwestern kann man die nassen und feuchten Mauern nicht mehr zumuten, da wird man krank.


Die Schwestern haben keine Wahl! - Sie müssen die größte Sanierung seit der Gründung 1889 in Angriff nehmen.
- Heizung und Installationen in den 20 Zellen müssen saniert werden.
- Außenmauern müssen drainagiert werden, denn die Feuchtigkeit geht an die Bausubstanz.
- Wasserleitungen sind von 1889 und aus Blei. Sie haben überall Haarrisse, sodass die Feuchtigkeit in das Gebäude gedrungen ist. Manche Leitungen sind geplatzt.
- Die Elektroheizung aus den 1980er-Jahren ist ebenfalls eine Katastrophe.
Sie wird durch eine Biomasseheizung ersetzt.


Während der Arbeiten wohnen die Schwestern im Gästetrakt. Die Zellen der Schwestern müssen entfeuchtet werden. Alles bleibt aber einfach und bescheiden. Ein Zimmer hat nur zwischen 7 und 8 Quadratmeter. Bisher mussten sich die  Schwestern aus einer Waschschüssel waschen, die am Boden stand. Jetzt bekommen sie aber fließendes Wasser. Die Schwestern schlafen weiterhin auf einem Brett, auf dem eine dünne Matratze liegt. Sie wollen das so. Nur gesundheitsgefährdend soll es nicht mehr sein.


Darum benötigen die Karmelitinnen von Mayerling zusätzliche Hilfe.
Dafür versprechen sie allen Wohltätern ihr Gebet, so wie sie schon seit 1889 für alle unglücklichen Menschen beten.

 Allen Helfenden sagen die Schwestern: „Vergelt’s Gott!“

Weitergehende Informationen:
Karmelitinnenkloster
Mayerling 3
A-2532 Alland

Bitte spenden Sie für „Rettet den Karmel den Mayerling!“

Bitte helfen Sie den Schwestern.
Kennwort: „Rettet den Karmel den Mayerling!“
Konto Österreich:
Bankhaus Schelhammer & Schattera
IBAN AT27 1919 0002 0010 0733
BIC: BSSWATWW

Konto Deutschland
LIGA Bank Regensburg
IBAN: DE70 7509 0300 0004 5025 74
BIC: GENODEF1M05

„Heilige Therese vom Kinde Jesu, bitte für uns!“

Dienstag, 8. November 2016

Heilige Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit

Bitte für uns!

Liturgischer Festtag am 8. November
Sie starb am 9. November 1906 im Alter von 26 Jahren.





Mein Schifflein ist auf weiten, sanften Wogen,
o gute Mutter, leicht dahingezogen;
durch eine klare, friedevolle Nacht
glitt es in tiefem Schweigen, einsam, sacht.
Rings nur des Ozeans Unendlichkeiten,
der mit des Himmels ferngewölbten Weiten
der Stimme des Allmächt´gen schien zu lauschen.
Da plötzlich einer tiefen Woge Rauschen,
verschlungen ward das Fahrzeug von der Flut,
in deren Abgrund es begraben ruht.
Geöffnet ward der Schoß der Ewigkeit,
und mich umfasste die Dreieinigkeit;
in ihren Abgrund fühlt´ ich mich begraben,
und nie wird mich das Ufer wiederhaben.
Eintaucht´ ich ins Unendliche als Erbe,
dass meine Seele Heimat dort erwerbe,
und leb´ in Gottes Unermesslichkeit
mit meinen Drei wie in der Ewigkeit.


Homepage Elisabeth-von-Dijon  -  http://elisabeth-dijon.org/

Samstag, 15. Oktober 2016

Zur Heiligsprechung der Karmelitin Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit – am 16. Oktober 2016

Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit, Karmelitin
(18. Juli 1880 - 9. November 1906)

Elisabeth Catez wurde als Tochter des Offiziers Francois Joseph Catez und seiner Gattin Maria Emilia Rolland, am 18. Juli 1880 in Avor (Departement Cher, in Zentral-Frankreich) geboren. Am folgenden 22. Juli wird das Mädchen auf die Namen Maria Josephine Elisabeth getauft. Das Kind wächst in Dijon auf, wohin ihr Vater 1982 versetzt wurde und verbrachte dort eine unbeschwerte Kindheit.

Ihre Schwester Margarete nennt Elisabeth einen ‚echten Teufel‘, denn sie hatte einen impulsiven und willensstarken Charakter. Als Elisabeth sieben Jahren alt war starb ihr Vater. In jenem Jahr 1887 beichtet sie zum ersten Mal. Sie erkannte, wie sehr ihre Unarten, besonders ihr Jähzorn, Gott missfielen. Sie begann damit, sich  gründlich zu ändern und machte unter erheblichen Überwindungen eine wahre Bekehrung durch. Aus Liebe zu Jesus versuchte sie sich zu kontrollieren und zu bessern; sie wirkte mit der Zeit gelassen und liebenswürdig.

Am 19. April 1891 ging Elisabeth im Alter von elf Jahren zur Erstkommunion. Dabei wurde sie von einer besonderen Liebe zu Jesus im Allerheiligsten Altarsakrament ergriffen, so dass sie den ganzen Tag lang kein Essen anrühren wollte. Sie sprach die Worte: „Je n’ai pas faim. Jésus m’a nourrie.“ - „Ich habe keinen Hunger. Jesus hat mich gelabt.“

Ihr äußeres Verhalten änderte sich nun; auch ihr so lebhaftes und impulsives Wesen. Gegenüber ihrer Mutter, die bereits seit vier Jahren Witwe war, war sie nun gerne Gehorsam und folgte ihr augenblicklich. Gott schenkt Elisabeth die außergewöhnlichen Gnade der inneren Sammlung: „In meinem Innern finde ich Gott; er verlässt mich nie; er ist in mir und ich in ihm, das ist mein Leben.“

1888 hatte sich Elisabeth am Konservatorium von Dijon eingeschrieben und widmete sich mit großem Erfolg dem Klavierspielen. Sie beeindruckte und bekam ab 1891 wiederholt Auszeichnungen und sogar einen ersten Preis. Die Studentin war für das Leben und seine Schönheiten offen, sie bezauberte zudem am Klavier durch ihr Können. Die Musik half  Elisabeth bei der Betrachtung Gottes. Selbst auf Festen, wohin sie ihre Mutter gerne mitnahm um sie in die Gesellschaft einzuführen, fühlte sie sich stets dem Herrn verbunden. Dabei verlor sie ihre Spontaneität und ihren Frohsinn nicht: „Im festlichen Treiben wurde ich, ergriffen von der Gegenwart meines Herrn und Meisters und vom Gedanken an den Empfang der hl. Kommunion am nächsten Tag, eine ganz andere und bemerkte nichts von dem, was um mich herum geschah.“

Seit ihrer Erstkommunion glühte in ihr die Liebe, eine Liebe, die sie verzehrte; sie entbrannte zu dem, der in ihr wohnte. Sie erlebte das Geheimnis der Einwohnung Gottes: „Es gibt ein Sein, das die Liebe ist und das will, dass wir in Einheit mit Ihm leben.“ Der Wunsch nach einem Ordensleben drängte sich ihr auf. Mit 14 Jahren legte sie das Gelübde der Keuschheit ab. Sie spürt dabei die Kraft des Hl. Geistes noch viel lebendiger: „Eines Tages, nach der Kommunion, fühlte ich mich unwiderstehlich gedrängt, den Herrn als Bräutigam zu wählen, und ohne zu zögern verband ich mich ihm durch das Gelübde der Keuschheit. Wortlos schenkten wir einander mit so großer Hingabe, dass die Entscheidung, ganz ihm zu gehören, noch unumstößlicher wurde. Ein anderes Mal glaubte ich in meinem Innern das Wort ‚Karmel‘ zu vernehmen und von da an hatte ich keinen anderen Gedanken mehr als mich hinter dessen Gittern zu vergraben.“

Als eines Tages die Priorin des Karmel ihr sagte, der Name Elisabeth bedeute ‚Wohnung Gottes‘, begann sie ihre Berufung in der Welt noch intensiver zu leben und sie fühlte sich dabei stark von der heiligen Teresa von Jesus (Teresa von Avila) angezogen. Elisabeth mochte gerne in den Karmel eintreten, doch ihre Mutter wollte sie noch zu Hause behalten, und sie gehorchte.

Elisabeth kümmerte sich um Mädchen aus der Nachbarschaft, die sie auf die Erstkommunion vorbereitete, ebenso mühte sie sich um die Armen der Stadt. Sie ging täglich zur Heiligen Messe und verweilte lange Zeit vor dem Allerheiligsten Altarsakrament. Die gesellschaftlichen Verpflichtungen ihrer Mutter und verschiedene Feste zerstreuten sie nicht. Sie verwandelte sie in  Momente besonderer Kontemplation: „Mir scheint, dass nichts von Gott ablenken kann, wenn man ausschließlich für Ihn da ist, stets in seiner Gegenwart, unter seinem göttlichen Blick, der in die letzten Tiefen der Seele dringt. Auch mitten in der Welt kann man Ihn in der Stille eines Herzens, das ganz ihm gehören will, vernehmen.“



Elisabeth 1901 vor ihrem Karmeleintritt
Nach und nach überzeugte sich ihre Mutter von der Echtheit der Berufung ihrer Tochter und gab ihren Widerstand auf. Am 2. August 1901 erlaubte Frau Catez Elisabeth in den Karmel von Dijon einzutreten. Im Karmel bekam sie am 8. Dezember 1901 bei ihrer Einkleidung den neuen Namen ‚Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit‘. Im Karmel ist es „immer mehr meine einzige Übung, in mein Inneres einzukehren und mich in Jenen [Anm.: sie meint damit die drei göttlichen Personen, die Allerheiligste Dreifaltigkeit] zu verlieren, die dort anwesend sind“. Sie bezeichnet diese Einkehr als das „Glück meines Lebens“ und als „Vertrautheit mit den Gästen meiner Seele.“ Nach dem Noviziat legte Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit am 11. Januar 1903 die Gelübde ab. Ihrer Berufung zur Beschaulichkeit wollte sie in absoluter Treue Folge leisten um in innigster Gemeinschaft mit der Dreifaltigkeit zu leben.


Sr. Elisabeth als Novizin
In der Erfüllung ihrer Pflichten, bei der Arbeit, in der Zelle oder in der Kapelle, war sie unablässig im Gebet versunken. „Seit dem Augenblick, da Er ständig bei mir ist, findet das Gebet, das Von-Herz-zu-Herz, kein Ende. Ich spüre Ihn so lebendig in meiner Seele, dass ich mich nur zu sammeln brauche, um Ihm in meinem Innern zu begegnen, und hierin liegt mein ganzes Glück.“ Ganz katholisch spricht Elisabeth von der Karmelitin wie vom Priester, dass beide nur dann, wenn ihre Seelen „ganz getreu am göttlichen Brunnen verweilen, Gott ausstrahlen und mitteilen können. Da der Herr in unsern Seelen weilt, gehört uns auch sein Gebet an. Ich möchte es mir beständig zu Eigen machen und mich damit vereinen“, um so ein Gefäß Gottes zu sein. 

Sr. Elisabeth nach ihrer Profess
Die Jahre nach der Profess im Karmel waren für Schwester Elisabeth mehr und mehr von Krankheit gezeichnet. Seit dem 1. Juli 1903 zeigten sich bei ihr eigenartige Symptome, die sich später als Addison-Krankheit herausstellten. Die Addison-Krankheit, auch Morbus Addison, ist eine schwere, aber sehr seltene, Erkrankung der Nebennierenrinde. Dabei werden lebenswichtige Hormone und Botenstoffe der Nebennierenrinde nicht mehr produziert, wodurch eine Nebennierenrinden-Insuffizienz herbeigeführt wird. Die Addison-Krankheit war und ist nicht heilbar, heute aber gut therapierbar. Unbehandelt jedoch, wie zu Lebzeiten Elisabeths, ist diese Krankheit tödlich.

Elisabeth nahm alles mit einem Lächeln an, das ihre Freude darüber zum Ausdruck brachte, dass sie „aus Liebe dem Gekreuzigten immer ähnlicher“ wurde. So wurde Schwester Elisabeths Opfer, das sie schon so früh als das ihre darbrachte, bald vollendet. Die durchaus qualvolle Krankheit, die der Arzt der Karmelitinnen (im fehlenden Wissen um Diagnose und Therapie falsch behandelt) ein Martyrium nannte, kam ihrem brennenden Verlangen, sich für Gott und seine Kirche zu verzehren, entgegen. „Beim Gedanken, dass der Vater mich vorherbestimmt hat, dem Bilde seines gekreuzigten Sohnes gleichförmig zu werden, empfindet meine Seele ein unaussprechliches Glück. Ich möchte nicht nur rein wie ein Engel werden für den Himmel, sondern auch umgestaltet in den Gekreuzigten."

Am 21. November 1904 entsprang einem ‚Seufzer ihres Herzens‘ am Ende der geistlichen Exerzitien der Ausruf: „O mein Gott, Dreifaltigkeit, die ich anbete“. Aus dieser Erfahrung der Erhebung zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit schöpfte sie die Kraft für das auf sie zukommende Martyrium, ihrer schweren Krankheit, von dem sie nach und nach immer mehr erfasst wurde. Die Jahre 1904 und 1905 verliefen noch ohne größere Besorgnis, doch änderte sich die Situation 1906 schlagartig. Es kam eine Krise nach der andern und sie brachten sie an den Rand des Abgrunds. Sie konnte weder feste noch flüssige Nahrung zu sich nehmen.



Sr. Elisabeth von ihrer Krankheit gezeichnet
Wenngleich sich zum körperlichen Martyrium auch noch das geistige kam und Gefühle der Niedergeschlagenheit, Leere, des Verlassenseins von Gott sowie Selbstmordgedanken heraufbeschworen, überwand sie alles im Glauben. Am 28. Oktober 1906 kündigte sie die Mission an, die sie nach ihrem Tod ausüben werde: „Im Himmel wird es meine Aufgabe sein, Seelen zu gewinnen, indem ich ihnen helfe, aus sich herauszugehen, um sich spontan und mit ganzer Hingabe Gott anzuschließen, und sie in jenem großen inneren Schweigen zu halten, das es Gott ermöglicht, in ihnen Fuß zu fassen und sie in Sich zu verwandeln.“ Am 1. November sagte sie noch: „Alles vergeht! Am Abend des Lebens bleibt nur die Liebe.“ Und am Vorabend ihres Todes hörte man sie noch murmeln: „Ich gehe zum Licht, zur Liebe, zum Leben."

Schwester Elisabeth von der Dreifaltigkeit starb im Alter von nur 26 Jahren am Morgen des 9. November 1906 im Karmel von Dijon und wurde am 12. November auf dem Friedhof der Stadt beerdigt. Ihre Gebeine ruhen heute in der Pfarrkirche San Michel in Dijon.

Ihre Seligsprechung erfolgte durch Papst Johannes Paul II. am 25. November 1984. Am 16. Oktober 2016 wird / wurde Schwester Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit von Papst Franziskus heiliggesprochen. Im nachkonziliaren Kirchenkalender ist ihr liturgisches Fest am 9. November.



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