Sonntag, 10. Dezember 2017

„Mein Abschiedsvideo“

Dieses ist mein Abschiedsvideo (und mein letztes). 
 
Berufen in den Karmel-
Komm, folge MIR.

Die noch nicht 24-jährige Jade Banks ist am 30. November 2017 in ein Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen eingetreten. Sie wurde Postulantin im Karmel „Jesus, Maria und Josef“ (Carmel of Jesus, Mary and Joseph).

„Ich bin überglücklich und so aufgeregt, Jesus und Maria auf diese Weise dienen zu können. Ihr alle könnt meiner Gebete für euch sicher sein.


 
„Die Unbeschuhten Karmelitinnen vom Kloster „Jesus, Maria und Josef“ haben eine große Liebe für die Tradition, nämlich die lateinische Messe, das Gebet für die Priester und das Heil der Seelen
.

„Ich möchte den Rest meines Lebens damit verbringen, Seine Liebe und Barmherzigkeit im Gebet durch Maria überall hin zu verbreiten.“ 


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Carmel of Jesus, Mary and Joseph
430 Monastery Rd.
Elysburg, PA 17824

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Freitag, 24. November 2017

DER GESANG DER SEELE - (Johannes vom Kreuz, 24.11.)

Johannes vom Kreuz: Empor den Karmelberg 

DER GESANG DER SEELE


(Die Seele preist ihr glückliches Geschick, im Durchleiden der dunklen Nacht des Glaubens entblößt und geläutert worden zu sein für die Vereinigung mit dem Geliebten.)

1 In einer dunklen Nacht,
die Liebesglut - O glückliches Geschehen! -
zum Sehnsuchtsbrand entfacht,
entfloh ich ungesehen
und ließ mein Haus schon tief in Ruhe stehen.

2 Ich konnt' in Heimlichkeit,
vermummt, auf schmaler Treppe sicher gehen,
gedeckt von Dunkelheit
- O glückliches Geschehen! -
und ließ mein Haus schon tief in Ruhe stehen.

3 Sollt' niemand meiner achten
in dieser Segensnacht; auch wollte ich
mir selbst kein Ding betrachten;
nichts andres führte mich,
als nur mein Licht im Herzen innerlich.

4 Dies hat mich hingeleitet,
viel sich'rer als das volle Licht am Tage,
wo Er sich mir bereitet,
Zu dem ich Liebe trage;
und kein Geschöpf uns dort Zu stören wage.

5 O Nacht, die holder scheint
als Morgenrot, in ihren dunklen Falten
die Liebenden vereint,
bis göttliche Gewalten
die Liebste in den Liebsten umgestalten!

6 An meiner Brust, allein
für Ihn erblüht, genoß Er traute Rast;
hier schlief er friedlich ein;
ich labte meinen Gast,
und Kühlung fächelte ein Zedernast.

7 Als schon der Morgenwind
Sein Haar umspielte,fühlt' am Nacken streichen
ich Seine Hand, so lind;
dies traf mich ohnegleichen
und ließ mir alle Sinne süss entweichen.

8 Vergessen sog mich ein.
Ich blieb, das Haupt dem Liebsten angeschmiegt,
und ließ mein ganzes Sein
entschwinden. Eingewiegt,
ist unter Lilien mein Gram versiegt.


(Johannes vom Kreuz, Empor den Karmelberg, Einsiedeln. 2003.
Übertragung von Oda Schneider)

*****

(SUBIDA DEL MONTE CARMELO) - CANCIONES

En que canta el alma la dichosa ventura que tuvo en pasar por la oscura noche de la fe, en desnudez y purgación suya, a la unión del Amado

1. En una noche oscura,
con ansias, en amores inflamada,
¡oh dichosa ventura!,
salí sin ser notada
estando ya mi casa sosegada.

2. A oscuras y segura,
por la secreta escala, disfrazada
¡oh dichosa ventura!,
a oscuras y en celada,
estando ya mi casa sosegada.

3. En la noche dichosa,
en secreto, que nadie me veía,
ni yo miraba cosa,
sin otra luz y guía
sino la que en el corazón ardía.

4. Aquésta me guiaba
más cierto que la luz del mediodía,
adonde me esperaba
quien yo bien me sabía,
en parte donde nadie parecía.

5.¡Oh noche que guiaste!
¡Oh noche amable más que la alborada!
¡Oh noche que juntaste
Amado con amada,
amada en el Amado transformada!

6. En mi pecho florido,
que entero para él solo se guardaba,
allí quedó dormido,
y yo le regalaba,
y el ventalle de cedros aire daba.

7. El aire de la almena,
cuando yo sus cabellos esparcía,
con su mano serena
en mi cuello hería
y todos mis sentidos suspendía.

8. Quedéme y olvidéme,
el rostro recliné sobre el Amado,
cesó todo y dejéme,
dejando mi cuidado
entre las azucenas olvidado.



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Mittwoch, 8. November 2017

Heilige Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit

Unretuschierte Fotos der Heiligen
bei ihrem Eintritt als Braut Christi
in den Karmel von Dijon
und als Novizin.


VENI, sponsa mea, veni:
vulneráste cor meum,
soror mea sponsoa,
vulnerásti cor meum.

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Komm, meine Braut, komm.
Du hast mein Herz verwundet,
meine Schwester, meine Braut;
du hast mein Herz verwundet.




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Dienstag, 7. November 2017

Letzte Exerzitien. - Hl. Elisabeth v.d. hlgs. Dreifaltigkeit (17/17) - Sechzehnter Tag

„Gleichwie ein Hirsch verlangt nach Wasserquellen, also verlangt meine Seele nach dir, o Gott! Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem starken, lebendigen Gott. Wann werde ich hinkommen und erscheinen vor Gottes Angesicht?“ (Ps 41,1f).

Und dennoch: „Wie der Sperling sein Haus findet und die Turteltaube ihr Nest, wo sie ihre Jungen hineinlegt“ (Ps 83,4), so hat auch „Laudem gloria“' in Erwartung jener Stunde, die sie ins himmlische Jerusalem, in die „selige Vision des Friedens“ führen soll, schon hienieden ihre Seligkeit, ihren Himmel gefunden, wo sie das Leben beginnt, das sie in Ewigkeit führen soll.

Wie zu Zachäus, so hat auch zu mir der göttliche Meister gesagt: „Steig eilends herab; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren!“ [Lk 19,5] Steig eilends herab, aber wohin? In das Innerste meiner Seele, nachdem ich mich selbst verlassen, mich von meinem Ich getrennt und losgeschält habe.

„Ich muss in deinem Haus einkehren!“ Der Meister will in mir wohnen mit dem Vater und dem Hl. Geist, damit ich Gemeinschaft mit ihnen habe (1 Joh 1,3). Ihr seid nicht mehr Fremdlinge, sondern ihr seid ... Hausgenossen Gottes“ (Eph 2,19), sagt der hl. Paulus.

Hausgenosse Gottes sein, d. h. im Schoß der Dreifaltigkeit in jener unbezwinglichen Burg der heiligen Sammlung wohnen.


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Montag, 6. November 2017

Letzte Exerzitien. - Hl. Elisabeth v.d. hlgs. Dreifaltigkeit (16/17) - Fünfzehnter Tag

Nach Jesus Christus, freilich in unendlichem Abstand von ihm, ist Maria das große „Lob der Herrlichkeit“ für die heiligste Dreifaltigkeit. Vollkommen entsprach sie der göttlichen Auserwählung nach dem Wort des Apostels: „Immer rein, makellos, untadelhaft“ [Kol 1,23] vor den Augen des dreimal heiligen Gottes.

Mariens Seele ist so einfach, ihre Lebensäußerungen sind so tief, dass man sie nicht erfassen kann. Ihr Leben ist so durchsichtig klar, so leuchtend, dass man sie für das Licht selbst halten könnte. Dennoch ist sie nur ein „Spiegel“ der „Sonne der Gerechtigkeit“.

„Die Jungfrau bewahrte alle diese Dinge in ihrem Herzen.“ Ihre ganze Geschichte lässt sich in diesen wenigen Worten zusammenfassen. Ihr Leben strömte in ihrem Herzen zusammen, aber in einer Tiefe, in die der menschliche Blick nicht zu dringen vermag. Wenn ich im Evangelium lese, dass Maria „eilig über das Gebirge von Juda ging“, um ihr Liebeswerk bei ihrer Base Elisabeth auszuüben, dann sehe ich sie so schön, so ruhig, so majestätisch, so gesammelt mit dem Worte Gottes vorüberwandeln! Gleich ihm betete sie allezeit: „Ecce!“ - Da bin ich! — Wer? — Die Magd des Herrn, die letzte seiner Kreaturen, sie, seine Mutter!

Maria war so wahr in ihrer Demut! Weil sie immer sich selbst vergaß, nichts von sich wusste und von sich selbst frei war, konnte sie singen: „Große Dinge hat er an mir getan, der da mächtig ist. Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter!“

Die Königin der Jungfrauen ist auch die Königin der Märtyrer. Ihr Herz wird vom Schwert durchbohrt, bei ihr vollzieht sich alles im Innern. Wie ist sie in ihrem langen Martyrium gleichsam eingehüllt in eine Majestät, die zugleich Kraft und Milde ausstrahlt! Vom Wort Gottes selbst hatte sie gelernt, wie die leiden müssen, die der Vater zu Schlachtopfern auserkoren hat, jene, die er nach seinem Ratschluss vorhergesehen und vorherbestimmt hat, seinem Gesalbten gleichförmig zu werden, dem Gekreuzigten aus Liebe.

Da steht sie am Fuß des Kreuzes und der Meister sagt mir: „Siehe, deine Mutter!“ Er schenkt sie mir als Mutter. Und jetzt, da er zum Vater aufgefahren ist und mich an seiner Stelle aufs Kreuz gelegt hat, damit ich an meinem Leib ersetze, was seinem Leiden abgeht für seinen mystischen Leib, die Kirche, weilt auch die Jungfrau bei mir, um mich leiden zu lehren, wie er gelitten hat.

Wenn ich mein „consummatum est“, „es ist vollbracht“ gesprochen habe, wird auch sie mich einführen in die ewigen Vorhöfe, mir leise das geheimnisvolle Wort zuflüsternd: „Laetatus sum in his, quae dicta sunt mihi: in domum Domini ibimus!“ „Ich freue mich, weil man mir sagt: Lasst uns gehen zum Hause des Herrn!“ (Ps 121,1).


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Sonntag, 5. November 2017

Letzte Exerzitien. - Hl. Elisabeth v.d. hlgs. Dreifaltigkeit (15/17) - Vierzehnter Tag

„Ich halte alles für Verlust um der alles übertreffenden Erkenntnis meines Herrn Jesu Christi willen, um dessentwillen ich auf alles verzichtet habe ... um Christus zu gewinnen und in ihm erfunden zu werden, nicht mit meiner Gerechtigkeit ... sondern mit der Gerechtigkeit aus Gott durch den Glauben, sodass ich ihn erkenne und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, indem ich ihm ähnlich werde im Tod ... Ich strebe danach, ob ich es etwa ergreife; wie auch ich von Christus ergriffen bin. Brüder, ich bilde mir nicht ein, es ergriffen zu haben. Eins aber tue ich: ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem aus, was vor mir liegt. Dem vorgesteckten Ziel eile ich zu, dem Preis der von oben erhaltenen Berufung Gottes in Christus Jesus.“ (Phil 3,8 ff).

Die Größe dieser Berufung hat der Apostel oft hervorgehoben. Wie soll ich der Würde einer solchen Berufung entsprechen? 


„Christus ist mein Leben.“ (Phil 1,21). „Ich lebe, doch nicht ich, sondern Christus lebt in mir!“ (Gal 2,20).  Das ist das Mittel. Ich muss in Christus umgewandelt werden. Deshalb ist es notwendig, dass ich dieses göttliche Vorbild studiere, damit ich so sehr mit ihm eins werde, dass ich unaufhörlich durch mein Sein und Tun den Augen des Vaters das Abbild seines Sohnes darstelle.

Was sagt nun Christus bei seinem Eintritt in diese Welt? „Siehe, ich komme, o Gott, zu vollbringen deinen Willen.“ (Hebr 10,9).  So aufrichtig gemeint war diese erste Aufopferung des göttlichen Meisters, dass sein Leben gewissermaßen der Ausfluss derselben war.

„Meine Speise ist“, pflegte er zu sagen, „dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt!“ (Joh 4,34).

Diese Speise muss auch die der Braut sein, zugleich jedoch auch das Schwert, das sie hinopfert.

„Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; aber nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ (Mk 14,36). In Frieden geht sie dann zur Schlachtbank mit dem Meister, glücklich darüber, dass der Vater sie als die Seine erkennt, da er sie mit seinem Sohn kreuzigt. Dadurch, dass sie ihn nie verlässt, sondern ihn mit aller Kraft umklammert, wird sie fähig, jene geheime Kraft auszustrahlen, welche die Seelen befreit und rettet.

Mit dem göttlichen Anbeter wird sie Gott „allezeit darbringen das Opfer des Lobes, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.“ (Hebr 13,15).  Sie wird ihn loben ob der großen Herrlichkeit seiner Heiligkeit und von seiner Größe erzählen.

Zur Stunde der Demütigung, der Vernichtung wird sie sich des Wortes erinnern: „Jesus autem tacebat“ [Jesus aber schwieg. Mt 26,63], und wird schweigend ihre ganze Kraft dem Herrn bewahren, jene Kraft, die aus dem Schweigen fließt.

Naht die Verlassenheit und Seelenangst, die Christus den großen Klageruf erpresste: „Warum hast du mich verlassen?“ (Mk 15,34), dann wird sie sich erinnern, dass der Herr gebetet hat: „dass eure Freude vollkommen sei!“ Den Kelch, den der Vater bereitet hat, wird sie bis zur Neige trinken und in dessen Bitterkeit eine göttliche Süßigkeit finden.

Endlich, nachdem sie oft gesprochen hat: „Mich dürstet!“ d. h. „Ich verlange danach, dich in deiner Glorie zu besitzen“, wird sie sterbend sprechen: „Es ist vollbracht!“ (Joh 19, 30). „In deine Hände empfehle ich meinen Geist!“ (Lk 23,46). Und der Vater wird ihr sein Erbe geben, wo sie sein Licht im Licht schauen wird (Ps 35,10). „Wisset“, singt David, „dass der Herr Wunder getan hat an seinen Heiligen.“ (Ps 4,4) Ja, der heilige Gott ist dann in dieser Seele verherrlicht worden; denn er hat alles in ihr zerstört, um sie mit sich zu bekleiden, und sie hat ihr Leben nach dem Wort des Vorläufers gestaltet: „Er muss wachsen; ich aber muss abnehmen.“ (Joh 3,30).


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Samstag, 4. November 2017

Letzte Exerzitien. - Hl. Elisabeth v.d. hlgs. Dreifaltigkeit (14/17) - Dreizehnter Tag

Instaurare omnia in Christo!“ (Eph 1,10). Alles in Christus erneuern!

Der hl. Paulus ist wieder mein Lehrer x. Der hl. Paulus, der sich in den tiefen Ratschluss Gottes versenkt hat, sagt mir, dass der Herr bei sich beschlossen hat, alles in Christus zu erneuern.

Damit ich vollständig diesen göttlichen Plan verstehe und erfülle, zeichnet mir der Apostel selbst eine Lebensregel vor: „Wandelt in Jesus Christus, eingewurzelt und gegründet in ihm, fest im Glauben ... und wachset in ihm mit Danksagung.“ (Kol 2,6).

In Christus wandeln, heißt das nicht, aus sich heraustreten, sich selbst verlassen, um mit jedem Augenblick tiefer in ihn einzudringen, so tief, dass man in ihm Wurzel schlägt und jedem kommenden Ereignis begegnen kann mit der kühnen Herausforderung: „Wer wird mich scheiden von der Liebe Christi?“ (Röm 8,35).

Wenn die Seele so tief in ihm gegründet ist, dass ihre Wurzeln sich an ihn klammern, dann fließt ihr der göttliche Lebenssaft in Strömen zu und alles, was nichtig, unvollkommen, natürlich ist, wird zerstört: „Das Sterbliche wird durch das Leben verschlungen.“ [Vgl. 2 Kor 5,4]. So von sich selbst losgeschält, bekleidet mit Christus, braucht die Seele weder die Berührung mit der Außenwelt, noch die Schwierigkeiten im Innern zu fürchten. Weit entfernt ein Hindernis zu bilden, lassen diese Dinge sie nur noch tiefer in der Liebe ihres Meisters wurzeln. Sie kann mit dem Psalmisten singen: „Wenn ein Heerlager wider mich aufsteht, so wird sich mein Herz nicht fürchten; wenn sich ein Streit wider mich erhebt, so will ich dabei hoffen ... denn er hat mich verborgen in seinem Zelt“ (Ps 26,3 u. 5), d. h. in sich selbst.

Das, so scheint mir, meint der hl. Paulus mit den Worten, dass wir in Christus „eingewurzelt“ sein sollen.

Was bedeutet aber, auf ihn gegründet sein? Der Prophet singt: „Er hat mich auf einen Felsen gehoben. Und nun erhob er mein Haupt über meine Feinde.“ (Ps 26,6). Ist das nicht das Bild einer Seele, die auf Christus gegründet ist? Er ist jener Felsen, auf den sie gehoben wird über sich selbst, über die Sinne und die Natur, über alle Tröstungen und Schmerzen, über alles hinaus, was nicht einzig und allein er ist. Auf dieser Höhe besitzt sich die Seele vollkommen, beherrscht und überragt sich selbst und damit alle anderen Dinge.

Der hl. Paulus empfiehlt mir auch, festzustehen im Glauben, in jenem Glauben, welcher der Seele nicht gestattet einzuschlummern, sondern sie allezeit wach erhält unter dem Blick ihres Meisters, tief gesammelt unter dem Einfluss seines Schöpferwortes, in jenem Glauben an die überschwängliche Liebe Gottes.

Endlich will der Apostel, dass ich in Christus wachse durch Danksagung. So muss alles vollendet werden. „Vater, ich danke dir.“ (Joh 11,41).  Das sang die Seele Christi und er will das Echo dieser Worte in meiner Seele vernehmen. Aber mir scheint, dass das „neue Lied“, das meinen Gott am meisten entzückt und fesselt, der Gesang einer von sich selbst entäußerten, befreiten Seele ist, in der er sein Wesen abspiegeln und seinen Willen gänzlich durchführen kann. Diese Seele wird unter seiner Hand zur Laute, alle ihre Gaben sind Saiten, die Tag und Nacht zum Lob seiner Herrlichkeit erklingen.

x [Die Schriften der hl. Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit sind ganz durchsetzt von Zitaten und Gedanken des großen Völkerapostels. Nebst dem hl. Johannes v. Kreuz, war der hl. Paulus ihr Lieblingslehrer.]


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