Sonntag, 15. Oktober 2017

Heiligen Teresa von Jesus - 15. Oktober


(Gott spricht)

„O Seele, suche dich in Mir,
und, Seele, suche Mich in dir.

Die Liebe hat in Meinem Wesen,
dich abgebildet treu und klar,
kein Maler lässt so wunderbar,
o Seele, deine Züge lesen.

Hat doch die Liebe dich erkoren
als meines Herzens schönste Zier:
bist du verwirrt, bist du verloren:
o Seele, suche dich in Mir.

In meines Herzens Tiefe trage
Ich dein Porträt, so echt gemalt;
sähst du, wie es vor Leben strahlt,
verstummte jede bange Frage.

Und wenn dein Sehnen mich nicht findet,
dann such' nicht dort und such' nicht hier:
gedenk, was dich im Tiefsten bindet,
und Seele, suche Mich in dir.
                     
Du bist mein Haus und meine Bleibe,
bist meine Heimat für und für
Ich klopfe stets an deine Tür,
dass Dich kein Trachten von mir treibe.

Und meinst du, ich sei fern von hier,   
dann ruf Mich, und du wirst erfassen,
            dass Ich dich keinen Schritt verlassen:            
und, Seele, suche Mich in dir.“
             
(Übersetzung von Erika Lorenz)

Christus an der Geißelsäule - Teresa auf den Knien

„Alma, buscarte has en Mi
Ya Mi buscarme has en ti.

De tal suerte pudo amor,
Alma, en Mi te retratar,
Que ningún sabio pintor
Supiera con tal primor
Tal imagen estampar.

Fuiste por amor criada.
Hermosa, bella, y ansi
En mis entranas pintada,
Si de pierdes, mi amada
Alma, buscarte has en Mi.

Que yo sé que te hallarás
En mi pecho retratada
Y tan al vivo sacada,
Que si te ves te holgarás
Viéndote tan bien pintada.
                     
Y si acaso no supieres
Dónde me hallarás a Mi,
No andes de aqui para alli,
Sino, si hallarme quisieres
A Mi, buscarme has en ti.
Porque tú eres mi aposento.

Eres mi casa y morada,
Y ansí Ilamo en cualquier tiempo,
Si hallo en tu pensamiento
Estar la puerta cerrada.

Fuera de ti no hay buscarme,
Porque para hallarme a Mi,
Bastará sólo Ilamarme,
Que a ti iré sin tardarme
Y a Mi buscarme has en ti.“

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Donnerstag, 5. Oktober 2017

Von den letzten Tage im Leben der heiligen Therese von Lisieux und ihrem Sterben (5/5)

Alsobald ereigneten sich in der Klostergemeinde verschiedene, wunderbare Vorgänge, deren wir nur einige hier anführen wollen. Von dem ersten Ereignis haben wir bereits weiter oben berichtet; es ist die plötzliche Heilung jener Laienschwester von einem schweren Kopfleiden, die, die Füße der engelgleichen Nonne küssend, dieselben voll Vertrauen mit der Stirne berührte.

Wieder eine andere Klosterfrau nahm in der Zelle, in der sich keinerlei Blumen befanden, einen süßen, durchdringenden Veilchenduft wahr.

Eine dritte hatte die Empfindung, als würde sie einer liebevollen, zärtlichen Umarmung teilhaftig. Zwei weitere Schwestern sahen, die eine einen strahlenden, sich am Himmel hinziehenden Lichtstreifen, die andere eine glänzende Krone, die sich von der Erde erhob und in den Höhen des Firmaments verschwand.

Samstag und Sonntag strömte eine zahlreiche Volksmenge herbei, um in erbaulicher Sammlung vom Chorgitter aus die trotz der Majestät des Todes so liebliche, weiße Blume noch ein letztes Mal zu betrachten; auch jetzt noch war das einstige kleine Prinzeßchen anmutig wie im Leben. Hunderte von Gegenständen, Rosenkränze, Medaillen, ja sogar Schmucksachen wurden an die liebe kleine Heilige gerührt. – Unter der Schar der Personen aller Stände befand sich ein zehnjähriges Mädchen, das einen köstlichen Liliendurft wahrnahm; es war dies ganz unerklärlich, denn die vielen Lilien, die die jungfräuliche Leiche zierten, waren lauter künstliche Blumen. – Diese Gunstbezeugung ist unserem Kloster erst kürzlich mitgeteilt worden; das von unserm kleinen Engel damit begnadete Kind ist immer noch glücklich darüber.

Am 4. Oktober, dem Tage der Beisetzung, sahen wir die treue Dienerin Gottes von einer großen Schar von Priestern umgeben. Diese Ehre gebührte ihr aber auch; denn wieviel hatte sie gerade für die Gesalbten des Herrn gebetet und geopfert.

Nach der feierlichen Einsegnung wurde dann das kostbare Weizenkörnlein von den mütterlichen Händen der heiligen Kirche in die geweihte Erde gesenkt.

Und seitdem hat das Wort des göttlichen Schnitters sich herrlich bewährt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viele Frucht.“

Am öftesten bleiben diese Früchte hienieden verborgen; aber der Herr will dieses Mal die Stunde der ewigen Offenbarungen beschleunigen, er will, daß wir die herrliche Ernte betrachten, die da reift allerorten auf dem Angesichte der Erde . . .

Die göttliche Barmherzigkeit sei dafür ewig gelobt! Sie, die Urheberin aller Wunderwerke.

(Aus: Die ehrwürdige Theresia vom Kinde Jesu, Geschichte einer Seele von ihr selbst geschrieben, 4. Aufl., Kirnach-Villingen (Baden) 1922, S. 251ff.)


Therese von Lisieux. Totenbett. Ausschnitt


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Mittwoch, 4. Oktober 2017

Von den letzten Tage im Leben der heiligen Therese von Lisieux und ihrem Sterben (4/5)

Als das Klosterglöcklein leise den Angelus läutete, da richtete sie ihren Blick mit einem unaussprechlich liebenden und bittenden Ausdruck auf das Bild der unbefleckten Jungfrau, den Stern des Meeres; jetzt war der Augenblick gekommen, die Worte zu singen, die sie einst gedichtet:

„Es naht der Tag, da ich zu dir, o Mutter, ziehe;
Da selig an mein Ohr das Lied des Himmels klingt,
Du lächeltest mir zu in meines Lebens Frühe,
O Mutter, lächle auch jetzt, wo der Abend sinkt.“

Einige Minuten nach sieben Uhr wandte sich unsere arme, kleine Dulderin nach der Mutter Priorin um und sagte:

O meine Mutter, ist denn das noch nicht der Todeskampf? – Werde ich noch nicht sterben?“ – „Doch, mein liebes Kind, es ist der letzte Kampf, aber Jesus will ihn vielleicht noch um einige Stunden verlängern.

Da sagte sie mit sanfter, klagender Stimme: „Es ist gut so, in Gottes Namen denn. – O nein, ich verlange nicht darnach, weniger zu leiden.

Dann  heftete sie ihre Augen auf das Kruzifix:
O – ich liebe dich! – Mein Gott, ich – liebe – dich!

Das waren ihre letzten Worte! Kaum hatte sie dieselben gesprochen, da sank sie zurück und neigte den Kopf auf die rechte Seite, wie man auf alten Bildern aus den Zeiten der ersten Martyrer jene heiligen Jungfrauen dargestellt sieht, die sich bereiten, den tödlichen Streich durch das Beil des Henkers zu empfangen. Ja, sie war das Schlachtopfer der göttlichen Liebe, die den glühenden Pfeil erwartete, den der göttliche Bogenschütze auf sie abzusenden im Begriffe stand, um sie heimzuholen in sein Reich.

Plötzlich erhob sie sich noch einmal wie von einer geheimnisvollen Stimme gerufen, schlug groß und voll die Augen auf, welche strahlten von himmlischem Frieden und unaussprechlichem Glück, und heftete sie unverwandt auf eine Stelle etwas über dem Bilde der allerseligsten Jungfrau.

Dieser wunderbare Blick veränderte sich während der ungefähren Dauer eines Credo nicht, dann aber schwang sich der göttliche Adler hernieder, und auf seinen Fittichen trug er die unschuldige Taube, die reine, begnadete Seele Schwester Theresias empor zu den Lichthöhen des Paradieses. . . .

Unser kleiner Engel  hatte, wenige Tage ehe er diesem Erdentale entschwebte, gesagt: „Der Tod aus Liebe, den ich mir wünsche, ist jener, den Christus gestorben ist, der Tod am Kreuze!

Ihr Verlangen wurde voll und ganz erfüllt. Finsternis und die Ängste und Qualen des Todes waren ihr Anteil bis zum letzten Kampfe. Aber es läßt sich auf sie gar wohl das Wort des heiligen Johannes vom Kreuz anwenden, welches er von jenen spricht, die sich aus Liebe verzehren: „Sie sterben in wunderbaren Entzückungen der Liebe, Jubelhymnen auf den Lippen, gleichwie der sterbende Schwan seinen schönsten Gesang im letzten Augenblick seines Daseins anstimmt.“ Deshalb spricht auch der königliche Sänger David: „Kostbar in den Augen Gottes ist der Tod seiner Heiligen“; denn gerade dann ist der Augenblick gekommen, wo Ströme von Liebe der Seele entquellen, um sich für ewig in dem Ozean göttlicher Liebe zu verlieren.

Kaum hatte sich die engelgleiche Seele zum ewigen Lichte emporgeschwungen, da prägte sich das Glück des letzten Augenblickes den Zügen der kleinen Schwester Theresia auf, ein überirdisch seliges Lächeln verklärte ihr Antlitz. Wir legten einen Palmzweig in ihre Hand, und die Palme sollte dreizehn Jahre später, als der Leib dieser Braut des Herrn erhoben wurde, ganz unberührt und frisch im Sarge vorgefunden wurde.

(Aus: Die ehrwürdige Theresia vom Kinde Jesu, Geschichte einer Seele von ihr selbst geschrieben, 4. Aufl., Kirnach-Villingen (Baden) 1922, S. 251ff.)

Totenbett der Therese von Lisieux

 
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Dienstag, 3. Oktober 2017

Von den letzten Tage im Leben der heiligen Therese von Lisieux und ihrem Sterben (3/5)

Und endlich brach sie an, die Morgenröte des Tages, der für Theresia jener Tag der Ewigkeit werden sollte, der keinen Abend kennt. Es war Donnerstag, den 30. September. Am Morgen sprach dieses Opfer der göttlichen Liebe noch mit uns von ihrer letzten im Tale der Verbannung verbrachten Nacht, und einen kurzen Blick auf die Mutter-Gottes-Statue werfend, sagte sie: „O, mit welcher Inbrunst habe ich sie angefleht, und doch bleibt mir der Todeskampf in seiner ganzen Bitterkeit ohne jeglichen Trost nicht erspart.

Das Irdische vergeht und verweht; wann werde ich das Wehen der linden Himmelslüfte kosten?

Um 2½ Uhr richtete sie sich plötzlich allein in ihrem Bette auf, was sie seit Wochen nicht mehr gekonnt, und rief aus: „O meine Mutter, der Kelch ist übervoll, niemals hätte ich geglaubt, daß es möglich ist, so viel zu leiden. Ich kann es mir nur daraus erklären, daß ich stets ein so außerordentliches Verlangen hatte, durch meine Leiden Seelen zu retten.

Einige Augenblicke später fügte sie hinzu: „O wie wahr ist alles, was ich je von meinem Verlangen nach Leiden geschrieben habe! –
O nein, ich bereue es nicht, mich ganz und gar der Liebe hingegeben  zu haben.“


Diese Worte wiederholte sie noch mehrmals und sagte dann: „Meine Mutter, bereiten Sie mich vor, gut zu sterben.

Die ehrwürdige Mutter Priorin tröstete sie und sagte: „Mein Kind, Sie sind wohl bereit, vor Gott zu erscheinen; denn Sie haben sich stets der wahren Demut des Herzens beflissen.“

Da gab sie sich selbst das Zeugnis: „Ja, ich fühle es, ich habe nie etwas anderes gesucht als die Wahrheit. – Ich habe erkannt, was es heißt, die Demut des Herzens zu üben.

Um 4½ Uhr stellten sich die untrüglichen Zeichen des letzten Todeskampfes ein. Als unsere engelgleiche Sterbende die Klostergemeinde sich versammeln sah, begrüßte sie dieselbe nochmals mit dem liebenswürdigsten Lächeln, dann nahm sie das Kruzifix fest in ihre erkaltenden Hände und schickte sich an, mutig den letzten Kampf auszufechten. Reichlicher Todesschweiß bedeckte ihr Antlitz, und sie begann zu zittern. Aber wie der Schiffer angesichts des rettenden Hafens auch mitten im tosenden Sturm den Mut nicht verliert, so tat auch diese glaubensstarke Seele, deren brechendem Auge bereits der strahlende Leuchtturm des seligen Gestades der ewigen Heimat winkte, mit todesmutiger Hand die letzten Ruderschläge, um ihre Barke zu bergen und fest zu verankern für immer und ewig.

(Aus: Die ehrwürdige Theresia vom Kinde Jesu, Geschichte einer Seele von ihr selbst geschrieben, 4. Aufl., Kirnach-Villingen (Baden) 1922, S. 251ff.)

Sr. Therese vom Kinde Jesu und vom heiligen Antlitz. Karmelitin



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Montag, 2. Oktober 2017

Von den letzten Tage im Leben der heiligen Therese von Lisieux und ihrem Sterben (2/5)

Mutter Agnes von Jesus sagte einmal zu ihr: „Einige unserer Mitschwestern glauben, daß Sie sich vor dem Tode fürchten.“

O, diese Furcht könnte mich wohl noch überkommen; ich verlasse mich niemals auf meine eigene Kraft, ich weiß zu gut, wie schwach ich bin; aber jetzt will ich mich der Furchtlosigkeit erfreuen, die mir ja auch der liebe Gott verliehen hat, es ist immer noch Zeit zu leiden, wenn mich der Herr mit der entgegengesetzten Prüfung heimsuchen will.

„Der hochwürdigste Herr Beichtvater hat mich gefragt: „Sind Sie bereit, den Tod mit Ergebung anzunehmen?“ Ich habe ihm geantwortet: „O mein Vater, der Ergebung bedarf es doch wohl bloß zum Leben; der Gedanke, bald sterben zu dürfen, erfüllt mich mit Freude.“ Betrüben Sie sich nicht, meine liebe Mutter, wenn ich viel zu leiden habe und wenn ich auch in meinen letzten Augenblicken keinerlei Zeichen von Glück oder Trost mehr gebe. – Ist denn der Heiland nicht auch gestorben als Schlachtopfer der Liebe, und doch, welch einen Todeskampf litt seine gottmenschliche Seele.“

Am 29. September, dem Vorabend ihres Todes, hörten die Dienerin Gottes und ihre bei ihr weilende jüngste Schwester Celine (Schwester Genovefa von der heiligen Theresia) abends gegen neun Uhr ganz deutlich ein sanftes Flügelrauschen im Garten, und gleich darauf ließ sich eine Turteltaube, girrend und lockend am Fensterrande nieder, um jedoch schon nach wenigen Augenblicken sich wieder in weite Höhen aufzuschwingen.

Die beiden Schwestern wurden tief bewegt, gedenkend der Worte des Hohenliedes: „Der Ruf der Turteltaube wurde gehört in unserm Lande, stehe auf, meine Taube, meine Braut, und komme, denn siehe, der Winter ist vorüber!“

(Aus: Die ehrwürdige Theresia vom Kinde Jesu, Geschichte einer Seele von ihr selbst geschrieben, 4. Aufl., Kirnach-Villingen (Baden) 1922, S. 251ff.)


Therese, die Novizin im Karmel von Lisieux

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Sonntag, 1. Oktober 2017

Von den letzten Tage im Leben der heiligen Therese von Lisieux und ihrem Sterben (1/5)

Gegen Ende September erzählten wir unserer Kranken einmal, daß in der Erholung die Rede gewesen sei von der Verantwortung jener, welchen die Leitung der Seelen anvertraut ist; da war es, als lebte sie etwas auf, und dann sprach sie die schönen, bedeutsamen Worte: „Die Kleinen werden mit großer Milde gerichtet werden.“ (Sap. 6,7) Man kann ganz gut ‚klein‘ bleiben, selbst wenn die schwerste Verantwortung auf einem ruht, denn es steht geschrieben: „Die Erde ward stille, als der  Herr kam, um Heil zu schaffen, allen Sanftmütigen und Demütigen auf Erden.“ (Ps 75,9.) Der Herr spricht also nicht vom Gerichte, sondern vom Gerettetwerden.

Die Flut der Leiden sollte bei Schwester Therese immer noch höher steigen. Ihre Schwäche wurde so groß, daß sie ohne die Unterstützung anderer nicht mehr die kleinste Bewegung machen konnte. Sprechen zu hören, selbst wenn es im Flüsterton geschah, verursachte ihr qualvolle Peinen; das Fieber und die großen Beklemmungen gestatteten ihr nicht, auch nur ein einziges Wort hervorzubringen, ohne daß sie zu Tod erschöpft wurde. Aber selbst in diesem Zustande wich das sanfte, liebenswürdige Lächeln nicht von ihren Lippen. Zog ein Schatten über ihr Antlitz, so war es einzig die Sorge, den sie pflegenden Schwestern vermehrte Mühe und Arbeit zu bereiten.

Bis zum Vorabend ihres Todestages wollte sie nachts allein bleiben, die Krankenwärterin stand jedoch jede Nacht mehrmal auf, um nach ihr zu sehen, obgleich die liebe Schwester sie immer wieder bat, sich doch nicht durch sie in der Nachtruhe stören zu lassen.

Bei einem dieser Besuche nun fand sie die Kranke eines Nachts mit gefalteten Händen, die Augen zum Himmel gerichtet: „Was tun Sie denn“ fragte sie dieselbe; „Sie sollten doch wenigstens versuchen zu schlafen.“
Ich kann nicht, liebe Schwester, meine Schmerzen sind zu groß. Darum bete ich …
„Und was sagen Sie denn dem lieben Heiland?“
Ich spreche gar nichts, ich ‚liebe‘ ihn nur.“

O wie gut ist doch der liebe Gott,“ rief sie mitunter. „Er muß aber auch sehr gut sein, um mir alle nötige Kraft zu geben, meine Leiden zu ertragen.

Eines Tages sagte sie zu ihrer Mutter Priorin: „Meine liebe Mutter, ich möchte Ihnen gerne den Zustand meiner Seele offenbaren, aber ich vermag es nicht, ich bin jetzt gerade zu sehr angegriffen.“

Am Abende dann ließ sie ihr folgende mit Bleistift geschriebenen Zeilen zustellen, die sie mit zitternder Hand niedergeschrieben hatte: „O mein Gott, wie gut bist du gegen das kleine Schlachtopfer deiner erbarmenden Liebe. Auch jetzt, da sich die äußeren Leiden den inneren Prüfungen zugesellen, kann ich nicht sagen: „Die Schrecken des Todes haben mich umgeben.“ (Ps. 17, 5.) Aber in tiefster Dankbarkeit rufe ich aus: „So ich auch wandle mitten im Todesschatten, werde ich dennoch kein Unheil fürchten, weil du, o mein Gott, bei mir bist.“ (Ps. 22, 4.)

(Aus: Die ehrwürdige Theresia vom Kinde Jesu, Geschichte einer Seele von ihr selbst geschrieben, 4. Aufl., Kirnach-Villingen (Baden) 1922, S. 251ff.)

Bervor Therese Karmelitin werden konnte, sprach sie bei Papst Leo XIII. vor.
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Freitag, 8. September 2017

Priorin Sr. Mirjam (46) am 4. September in Himmelspforten verstorben

Die Priorin im Karmelitinnenkloster Himmelspforten in Würzburg, Sr. Mirjam von der Menschwerdung (OCD), ist am 4. September 2017 nach langer und schwerer Krankheit im Alter von nur 46 Jahren verstorben.

Christus will ich erkennen
und die Macht Seiner Auferstehung
und die Gemeinschaft mit Seinen Leiden;
Sein Tod soll mich prägen.
(Phil 3, 10)
(Professspruch)

 Sr. Mirjam von der Menschwerdung
(Claudia Gosepath)
geboren am 11.05.1971
Profess am 19.03.1995
gestorben am 04.09.2017


 Sr. Mirjam möge ruhen in Frieden.

Am 11. Mai 1971 in Dortmund geboren, durfte Claudia mit ihrem älteren Bruder eine kurze Zeit familiären Glücks erleben. Schon im Alter von fünf Jahren empfing sie – vorbereitet durch ihre Mutter – die Erstkommunion. Dass der Auferstehung die leidvolle Erfahrung des Todes vorausgeht, musste Claudia schon bald erfahren. Im Alter von 13 Jahren verlor sie ihren Vater und vier Monate später starb auch die Mutter nach langer, schwerer Krankheit. Bedingt durch die Pflegebedürftigkeit der Mutter mussten sie zuvor nach Haßfurt zur Oma umziehen. Nach dem Tod der Mutter blieb sie dort und machte 1990 ihr Abitur. Während des anschließenden Medizinstudiums in Würzburg machte sie mit ihrer Schulfreundin eine abenteuerliche Fahrradwallfahrt nach Lourdes, durch die das Leben beider eine unerwartete Wendung nahm. Sie traten nach dieser Pilgerfahrt kurz hintereinander bei uns ein. Ein Jahr später, am 25. März 1994, erhielt sie beim Noviziatsbeginn den Namen Sr. Mirjam von der Menschwerdung. - Von Anfang an ... 




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