Donnerstag, 26. Juli 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 138


6.W.K.3.12. Es gibt noch eine weitere Weise, wie der Herr zur Seele spricht, von der ich überzeugt bin, dass sie ganz sicher von ihm stammt, und zwar hin und wieder durch eine intellektuelle Vision; später sage ich noch, wie das geht. 34 Sie ereignet sich so tief im Innersten der Seele, und es scheint ihr so eindeutig, diese Worte mit den Ohren der Seele und auf geheimnisvolle Weise vom Herrn selbst zu vernehmen, dass gerade die Art des Verstehens verbunden mit den von der Vision ausgelösten Wirkungen Sicherheit und Gewissheit verleiht, dass der Böse daran nicht beteiligt sein kann. Es hinterlässt großartige Auswirkungen, um zu diesem Glauben zu kommen, zumindest hat man die Sicherheit, dass es kein Ausfluss der Einbildung ist; diese aber kann man dabei, wenn man gut Acht gibt, aus folgenden Gründen immer haben: 35 Erstens, weil sie von der Klarheit der Ansprache her schon ganz anders sein muss, denn sie ist so klar, dass man sich an jede einzelne Silbe des Vernommenen erinnert, und auch, ob es in diesem oder jenem Stil gesagt wurde, selbst wenn das Ganze in einer einzigen Rede besteht, während bei dem, was man sich durch Einbildung vorspiegelt, die Ansprache nicht so klar sein wird, und die Worte nicht so klar unterschieden, sondern wie etwas im Halbschlaf Vernommenes. 36

Anmerkungen
34 Siehe 6M 8; 10. Vgl. ferner V 27.
35 Nach damaligem Verständnis gab es vier Möglichkeiten: spontane visionäre bzw. auditive Erlebnisse waren entweder göttlichen Ursprungs, wurden einem vom Bösen vorgegaukelt, beruhten auf Einbildung oder auf Melancholie – eine Bezeichnung für psychische Erkrankungen jedweder Art, welche man heute unter unterschiedlichen Begriffen fasst. Die für den heutigen Leser naheliegende Frage, ob im Zustand tiefer Versenkung nicht auch Bilder aus dem Unbewussten aufsteigen können, sprengt den Deutungshorizont eines Menschen des 16. Jahrhunderts; vgl. Anm. zu 6M 2,7.
36 Vgl. V 25,4.     

(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


12. Otra manera hay como habla el Señor al alma, que yo tengo para mí ser muy cierto de su parte, con alguna visión intelectual, que adelante diré cómo es. Es tan en lo íntimo del alma, y parécele tan claro oír aquellas palabras con los oídos del alma al mismo Señor y tan en secreto, que la misma manera del entenderlas, con las operaciones que hace la misma visión, asegura y da certidumbre no poder el demonio tener parte allí. Deja grandes efectos para creer esto; al menos hay seguridad de que no procede de la imaginación; y también, si hay advertencia, la puede siempre tener de esto, por estas razones: la primera, porque debe ser diferente en la claridad de la habla, que lo es tan clara, que una sílaba que falte de lo que entendió, se acuerda, y si se dijo por un estilo o por otro, aunque sea todo una sentencia; y en lo que se antoja por la imaginación, será no habla tan clara ni palabras tan distintas, sino como cosa mediosoñada.

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