Freitag, 6. Juli 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 118

6.W.K.1.15. Weitere innere Leiden werden wir eines nach dem anderen in diesen Wohnungen ansprechen, wenn wir von den unterschiedlichen Gebetsweisen und Gnadenerweisen des Herrn handeln; denn auch wenn einige noch schwerer zu ertragen  sind als die besagten, was man daran sieht, wie sie den Leib zurücklassen, so verdienen sie dennoch die Bezeichnung „Prüfungen“ nicht, und so macht es auch keinen Sinn, sie so zu nennen, da es so große Gnadenerweise des Herrn sind; sogar wenn die Seele mittendrin steckt, erkennt sie, dass sie das sind und weit über das hinausgehen, was sie verdient hat. Hier stellt sich schon die große Qual ein, die mit dem Eintritt in die Siebte Wohnung verbunden ist, zusammen mit vielen weiteren, von denen ich einige erwähnen werde, 44 denn alle zu erwähnen oder gar ihre Eigenart zu erklären, wäre unmöglich, da sie von anderer, sehr viel höherer Herkunft 45 sind als die besagten. Und wenn ich schon bei denen nicht mehr zu erklären vermochte, als was gesagt wurde, obwohl sie von niedrigerer Sippe sind, dann werde ich das andere noch weniger vermögen. Der Herr schenke zu allem seine Gunst durch die Verdienste seines Sohnes! Amen.

Anmerkungen
44 In 6M 11.
45 Die Autorin greift hier wie auch im folgenden Satz auf zwei Begriffe zurück, in denen das ausgeprägte Kastendenken ihrer spanischen Landsleute – ganz besonders im 16. Jahrhundert – zum Ausdruck kommt: linaje „(adelige) Herkunft“ und casta „Sippe, Geschlecht, Familie“.

(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


15. Otras penas interiores iremos diciendo en esta morada, tratando diferencias de oración y mercedes del Señor; que aunque algunas son aun más recio que lo dicho en el padecer, como se verá por cuál deja el cuerpo, no merecen nombre de trabajos, ni es razón que se le pongamos, por ser tan grandes mercedes del Señor, y que en medio de ellos entiende el alma que lo son y muy fuera de sus merecimientos. Viene ya esta pena grande para entrar en la séptima morada, con otros hartos, que algunos diré, porque todos será imposible, ni aun declarar cómo son, porque vienen de otro linaje que los dichos, muy más alto; y si en ellos, con ser de más baja casta, no he podido declarar más de lo dicho, menos podré en estotro. El Señor dé para todo su favor por los méritos de su Hijo, amén.

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