Samstag, 14. Juli 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 126

6.W.K.2.8. Unser Herr verfügt gewöhnlich auch noch über andere Weisen, um die Seele zu wecken, etwa, dass unversehens, während sie mündlich betet und auf Innerliches gar nicht achtet, eine beseligende Entflammung 15 über sie zu kommen scheint, wie wenn urplötzlich ein so starker Duft aufkäme, der sich durch alle Sinne mitteilte (ich sage ja nicht, dass es ein Duft sei, sondern verwende nur diesen Vergleich) 16 oder etwas Derartiges, nur um sie erspüren zu lassen, dass der Bräutigam da ist. Er erregt eine köstliche Sehnsucht, dass die Seele sich seiner erfreue und dadurch bereit wird, unserem Herrn große Dinge und Loblieder darzubringen. 17 Diese Gnade hat den gleichen Ursprung wie die genannte,18 doch gibt es hier nichts, was wehtut; nicht einmal die Sehnsucht, sich an Gott zu erfreuen, ist schmerzlich. Auch besteht hier meines Erachtens – aus mehreren der bereits genannten Gründen 19 – kein Grund, etwas zu befürchten, sondern sich zu bemühen, diese Gnade unter Danksagung anzunehmen.

Anmerkungen
15 Inflamacion. Dieser Begriff aus der Liebesmystik, der bei Teresa eher selten ist (vgl. aber auch 7M 1,6; CC 1,19; E 7,2; und ferner das zugehörige Verb inflamar – entflammen in V 40,1 und CC 14,1), begegnet besonders häufig bei Johannes vom Kreuz (siehe vor allem 2N und LB).
16 Man beachte, mit welcher Sorgfalt die Autorin immer wieder darauf hinweist, dass man ihre Vergleiche nicht wörtlich nehmen, sondern als bildhafte Rede verstehen soll, mit der die geistlichen Erfahrungen, die sie beschreibt, nicht adäquat ausgedrückt, sondern nur in etwa angedeutet werden können; vgl. etwa auch 1M 2,10; 5M 4,3; 6M 4,8; 6,13; 7M 2,3.11.
17 Auch hier wird deutlich, wie der Einsatz für den Herrn („grose Dinge“) und das Lob des Herrn („Loblieder“) eine Folge des Aufgewecktwerdens durch den Herrn sind.
18 In diesem Kapitel (6M 2,1-5). In 2,1 hat sie gesagt, dass es „so zarte, feine Antriebe sind, die im tiefsten Innern der Seele aufbrechen;“ die „kostlichste Wunde“ (2,2) und das „durchdringende Pfeifen“ (2,3) gehen vom „Brautigam aus, der in der Siebten Wohnung weilt“ und „dringt ihr bis in die Eingeweide vor“ (2,4); es ist „eine Bewegung,“ die von dort ausgeht, „wo der Herr weilt, und der ist unwandelbar“ (2,5). Siehe dazu auch 6M 3,1.
19 Siehe 6M 2,6.

(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)

8. También suele nuestro Señor tener otras maneras de despertar el alma: que a deshora, estando rezando vocalmente y con descuido de cosa interior, parece viene una inflamación deleitosa, como si de presto viniese un olor tan grande que se comunicase por todos los sentidos no digo que es olor, sino pongo esta comparación) o cosa de esta manera, sólo para dar a sentir que está allí el Esposo; mueve un deseo sabroso de gozar el alma de El, y con esto queda dispuesta para hacer grandes actos y alabanzas a nuestro Señor. Su nacimiento de esta merced es de donde lo que queda dicho; mas aquí no hay cosa que dé pena, ni los deseos mismos de gozar a Dios son penosos: esto es más ordinario sentirlo el alma. Tampoco me parece que hay aquí que temer, por algunas razones de las dichas, sino procurar admitir esta merced con hacimiento de gracias.

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