Dienstag, 3. Juli 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 115


6.W.K.1.12. O Jesus, was bedeutet es, eine Seele derart verlassen zu sehen, und wie wenig bringt ihr jeglicher irdische Trost, wie ich schon sagte! 38 Meint deswegen nicht, Schwestern, falls ihr euch manchmal so erlebt, dass die Reichen und in Freiheit Lebenden 39 für solche Zeiten mehr Hilfsmittel zur Verfügung hätten. Nein, nein! Das käme mir ja so vor, wie wenn man den Verdammten alle Seligkeiten, die es in der Welt gibt, vorgaukelte, wo diese doch nicht ausreichen würden, um ihnen Erleichterung zu verschaffen, sondern das die Qual für sie eher noch verschärfte. So kommt es auch hier von oben, und nichts nützen hier Dinge der Erde. Es möchte dieser große Gott, dass wir ihn als König und unsere eigene Armseligkeit anerkennen, was sehr wichtig ist für das Weitere.

Anmerkungen
38 In 6M 1,9f.
39 Mangel an Freiheit erlebten nicht nur die in der strengen Abgeschiedenheit der Klausur lebenden Schwestern, sondern alle Frauen. Teresa hat das sehr wohl wahrgenommen und darunter gelitten, aber das beste daraus gemacht, indem sie z. B. die unvermeidliche strenge Klausur zu einem Freiheitsraum machte, wo sie mit ihren Schwestern ihr Leben nach ihren Vorstellungen einrichtete; vgl. 6M 6,3; und ferner V 21,2; 27,13; 30,21; 33,11; F 1,7; CE 1,2; 4,1; CC 1,5; MC 2,29. Einen guten Einblick in die Unfreiheit der gesellschaftlichen Elite erhielt sie während ihres Aufenthalts im Palast der Doña Luisa de la Cerda in Toledo; siehe V 34,4.


(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


12. ¡Oh Jesús, y qué es ver un alma desamparada de esta suerte, y -como he dicho- cuán poco le aprovecha ningún consuelo de la tierra! Por eso no penséis, hermanas, si alguna vez os viereis así, que los ricos y los que están con libertad tendrán para estos tiempos más remedio. No, no, que me parece a mí es como si a los condenados les pusiesen cuantos deleites hay en el mundo delante, no bastarían para darles alivio, antes les acrecentaría el tormento; así acá viene de arriba, y no valen aquí nada cosas de la tierra. Quiere este gran Dios que conozcamos rey y nuestra miseria, e importa mucho para lo de adelante.

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