Sonntag, 29. April 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 50


3.W.K.2.11. Es mag euch vorkommen, wenn dies wahr ist, was ja der Fall ist, wozu es denn diene, von diesen inneren Gnaden zusprechen und zu erläutern, wie sie sind. Ich weiß es nicht; man frage das denjenigen, der mir den Auftrag gegeben hat, dies niederzuschreiben, da ich nicht verpflichtet bin, mit den Oberen zu disputieren, was gar nicht gut wäre, sondern ihnen zu gehorchen. 22 Was ich euch in Wahrheit sagen kann, ist dies: Als ich sie noch nicht erhielt und nicht einmal aus Erfahrung darum wusste noch glaubte, es je in meinem Leben zu wissen (und zu Recht, denn ich wäre glücklich gewesen, zu wissen oder ahnungsweise zu erkennen, dass ich Gott in etwa gefiel), machte es mich überaus glücklich, sobald ich in den Büchern von diesen Gnaden und Tröstungen las, die der Herr den Seelen, die  ihm dienen, schenkt, und es war mir ein Anlass, dass meineSeele Gott überschwängliches Lob zollte. Nun also, wenn meine Seele das tat, wo sie doch so erbärmlich ist, dann werden die guten und demütigen ihn noch viel mehr loben. Und schon um einer einzigen willen, die ihn auch nur einmal lobt, ist es sehr gut, dass es gesagt wird – so meine ich jedenfalls –, und dass wir das Glück und die Beseligungen erkennen, die wir durch unsere Schuld verlieren, und das um so mehr als sie, wenn sie von Gott kommen, mit Liebe und Stärke beladen sind, womit man  den Weg müheloser zurücklegen und an Werken und Tugen- den immer mehr wachsen kann. Meint nicht, dass es nur wenig ausmache, ob wir es nicht an uns fehlen lassen; doch wenn es nicht unser Fehler ist, so ist der Herr gerecht,23 und Seine Majestät wird euch auf anderen Wegen geben, was er euch auf diesem nimmt,24 aus Gründen, die Seine Majestät weiß, denn seine Geheimnisse sind sehr verborgen. Zumindest wird es ohne jeden Zweifel das sein, was am besten für uns passt.


Anmerkungen
22 Mit kluger Taktik weist die Autorin erneut alle Verantwortung für die heikle Themenwahl von sich, obwohl es ihr in Wirklichkeit ein großes Anliegen ist, ihren Mitschwestern und allen zukünftigen Lesern Hilfestellung auf dem Weg der Kontemplation zu geben; vgl. M pról 1.
23 Vgl. Ps 119,137; 145,17; und ferner V 19,9.
24 Vgl. CE 27,2 bzw. CV 17,2. Gott ist Geschenk für alle, wenn auch auf verschiedenen Wegen: „Gott wird, auch wenn er keine Gnadengeschenke machen sollte, Frieden und Gleichmut schenken“ (3M 2,9). „Er macht es keinem unmoglich, seine Reichtumer zu erwerben“ (5M 1,4). „Der Herr hat die Macht, die Seelen auf vielen Wegen zu bereichern“ (5M 3,4). Gott wählt den Weg aus (6M 9,17), „wenn jeder das gibt, was er hat“ (5M 1,4) und „nicht glaubt, dadurch unseren Herrn verpflichtet zu haben, einem derartige Gnaden zu erweisen“ (3M 1,8), Zur Verschiedenartigkeit der Wege vgl. auch 1M 1,4; 5M 3,4; 6M 7,12; 8,10; V 1,8; 3,4; CC 3,12; CE 27,2.


(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


11. Pareceros ha que de qué sirve tratar de estas Mercedes interiores y dar a entender cómo son, si es esto verdad, como lo es. - Yo no lo sé; pregúntese a quien me lo manda escribir, que yo no soy obligada a disputar con los superiores, sino a obedecer, ni sería bien hecho. Lo que os puedo decir con verdad es que, cuando yo no tenía ni aún sabía por experiencia ni pensaba saberlo en mi vida (y con razón, que harto contento fuera para mí saber o por conjeturas entender que agradaba a Dios en algo), cuando leía en los libros de estas mercedes y consuelos que hace el Señor a las almas que le sirven, me le daba grandísimo y era motivo para que mi alma diese grandes alabanzas a Dios. Pues si la mía, con ser tan ruin, hacía esto, las que son buenas y humildes le alabarán mucho más; y por sola una que le alabe una vez, es muy bien que se diga, a mi parecer, y que entendamos el contento y deleites que perdemos por nuestra culpa. Cuánto más que si son de Dios, vienen cargados de amor y fortaleza, con que se puede caminar más sin trabajo e ir creciendo en las obras y virtudes. No penséis que importa poco que no quede por nosotros, que cuando no es nuestra la falta, justo es el Señor, y Su Majestad os dará por otros caminos lo que os quita por éste por lo que Su Majestad sabe, que son muy ocultos sus secretos; al menos será lo que más nos conviene, sin duda ninguna.

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