Montag, 23. April 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 44


3.W.K.2.5. Von der gleichen Art ist es, sobald ihnen ein bisschen Geringachtung oder Schmälerung ihres Ansehens 4 widerfährt. Denn auch wenn Gott ihnen die Gnade erweist, das oftmals gut auszuhalten, da er ein Freund davon ist, die Tugend in der Öffentlichkeit zu fördern, damit nicht noch die Tugend, in deren Ruf sie stehen, darunter leidet (und vielleicht sogar, weil sie ihm gedient haben, denn dieses unser höchstes Gut ist sehr gütig), so bleibt bei ihnen über das hinaus doch eine solche Unruhe zurück, dass sie sich nicht zu helfen wissen und es nicht fertig bringen, bald damit fertig zu werden.5 Mein Gott! Sind das nicht dieselben, die schon seit langem Betrachtungen darüber anstellen, wie viel der Herr gelitten hat und wie gut es sei, zu leiden, und sich das sogar wünschen? Sie hätten gern, dass alle ihr Leben so korrekt führten wie sie, und gebe Gott, dass sie nicht noch meinen, der Schmerz, den sie empfinden, rühre von fremder Schuld her, und ihn sich in Gedanken als Verdienst anrechnen.6


Anmerkungen
4 Honra, siehe 1M 2,12 und ferner Anhang I.
5 Acaba de acabarse, ein Beispiel für den gezielten rhetorischen Einsatz von Wiederholungstechniken bei Teresa.
6 Ein damals und auch heute vorkommendes Verhalten von Menschen, die sich auf ihre frommen Werke viel zugute halten, leicht auf die anderen herabschauen und oft noch meinen, die Rettung der Welt hinge von ihnen ab.


(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


5. De esta manera es si se les ofrece algo de que los desprecien o quiten un poco de honra; que, aunque les hace Dios merced de que lo sufran bien muchas veces (porque es muy amigo de favorecer la virtud en público porque no padezca la misma virtud en que están tenidos, y aun será porque le han servido, que es muy bueno este Bien nuestro), allá les queda una inquietud que no se pueden valer, ni acaba de acabarse tan presto. ¡Válgame Dios! ¿No son éstos los que ha tanto que consideran cómo padeció el Señor y cuán bueno es padecer y aún lo desean? Querrían a todos tan concertados como ellos traen sus vidas, y plega a Dios que no piensen que la pena que tienen es de la culpa ajena y la hagan en su pensamiento meritoria.

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