Donnerstag, 12. April 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 33

3.W.K.1.3. Wahrhaftig, meine Töchter, ich empfinde solche Furcht, während ich das niederschreibe, dass ich nicht weiß, wie ich es aufschreibe, ja überhaupt lebe, sobald ich mich daran erinnere, und das geschieht sehr oft. Bittet ihn, meine Töchter, dass Seine Majestät immer in mir lebe, denn wenn das nicht so wäre, welche Sicherheit kann dann ein so schlecht vergeudetes Leben wie das meine bieten?11 Möge euch die Erkenntnis, dass das so ist, nicht niederdrücken, wenn ich euch dies sage, wie ich es schon manchmal an euch beobachtet habe; das kommt nämlich daher, weil ihr wollt, dass ich sehr heilig gewesen wäre, womit ihr ja recht habt; ich wünschte mir das auch.Was soll ich aber machen, wenn ich es allein durch meine eigene Schuld verscherzt habe?12 Ich darf mich ja nicht bei Gott beklagen, dass er es etwa versäumt hätte, mir genügend Hilfen zu schenken, damit eure Wünsche in Erfüllung gingen. Ich kann das nicht ohne Tränen und große Beschämung sagen, wenn ich sehe, wie ich etwas für die13 schreibe, die mich belehren könnten. Eine harte Gehorsamspflicht ist das gewesen!14 Gebe der Herr – da es für ihn geschieht –, dass es euch irgendwie nutzt, damit ihr ihn bittet, dieser armseligen Draufgängerin zu verzeihen. 15 Seine Majestät weiß aber nur zu gut, dass ich mich nur auf sein Erbarmen berufen kann und mir – da ich nun einmal nicht anders kann, als so zu sein, wie ich war – keine andere Rettung bleibt, als mich ihm zuzuwenden und mich auf die Verdienste seines Sohnes und der seligen Jungfrau,16 seiner Mutter, zu verlassen, deren Kleid ich unwürdig trage und auch ihr tragt.17 Preist ihn, meine Töchter, dass ihr in Wirklichkeit Töchter dieser Herrin seid, und ihr habt keinen Grund, euch wegen meiner zu schämen, die ich so erbärmlich18 bin, wo ihr eine so gute Mutter habt. Ahmt sie nach und bedenkt, wie groß diese Herrin sein muss und wie gut es ist, sie als Patronin19 zu haben, da meine Sünden und ich, als die, die ich bin, nicht ausgereicht haben, um diesem heiligen Orden auch nur etwas von seinem Glanz zu nehmen.20

Anmerkungen
11 Vgl. V 7,1; CE 19,3. Dazu ist einerseits zu bedenken, dass gerade ihre tiefe Erfahrung der Liebe Gottes, verbunden mit der ihr eigenen hohen Sensibilität, Teresa einen besonders hohen Maßstab anlegen ließ. Andererseits erweist sie sich in dieser Hinsicht als Mensch einer Übergangszeit: Mit ihrem starken Bewusstsein für die eigene Unzulänglichkeit und Sündhaftigkeit ist sie teilweise noch der pessimistischen mittelalterlichen Anthropologie verhaftet, doch hat sie auch schon Merkmale des optimistischeren und zugleich individualistischeren Menschenbild der Neuzeit: Anders als bei vielen Predigern und moralisierenden geistlichen Schriftstellern ihrer Zeit liegt bei ihr der Hauptakzent „nicht auf [der] Eitelkeit der Welt, auf Sunde und Verdammnis ..., sondern auf Aspekte[n] der Gottesbeziehung, der personlichen Reifung und des inneren Wachstums“ (B. Souvignier, Die Wurde des Leibes, 335).
12 Vgl. V 1,8.
13 Teresa schreibt hier las, meint also Frauen, ihre Schwestern.
14 Auch dahinter mag wieder eine Taktik stehen, zu der sie sich im frauenfeindlichen Umfeld veranlasst fühlte.
15 Vgl. V 40,24.
16 Maria, die Mutter Jesu.
17 Anspielung auf das Ordenskleid. Die offizielle Bezeichnung der Karmelitinnen lautet: „Schwestern Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel“; vgl. V 36,28; F pról 6; CE 4,1; 19,2; CV 13,3; usw.
18 Ruin, siehe Anhang I.
19 Damit greift Teresa einen der ältesten Titel auf, unter denen Maria im Karmelorden verehrt wurde: Vor dem Hintergrund der Feudalherrschaft in der damaligen Gesellschaft galt sie ganz besonders im 13. und 14. Jahrhundert, aber auch später noch als die patrona der Karmeliten, die also in einem ähnlichen Verhältnis zu ihr standen, wie der Vasall zu seinem Lehnsherrn. Während die Karmeliten – und ab dem 15. Jahrhundert dann auch die Karmelitinnen – im Bewusstsein eines besonderen Treueverhältnisses zu ihrer patrona lebten, war diese gehalten, ihnen ihren besonderen Schutz zu gewähren. Auf dieses besondere gegenseitige Verhältnis spielt die Autorin hier an; sie verbindet es jedoch sofort mit dem zweiten Titel, der eine theologische Vertiefung des patrona- Titels darstellt: Maria ist zugleich die Mutter des Karmel (Mater Carmeli). Vgl. dazu U. Dobhan, Marienverehrung im Karmel, 6-11.
20 Maria ist auf diesem geistlichen Weg in Verbindung mit Jesus, ihrem Sohn, gegenwärtig (1M 2,12; 6M 7,6.13 und tít); sie „stand fest im Glauben“ (6M 7,14) und war die erste, die „an den Prufungen“ ihres Sohnes teilnahm (7M 4,5). Vgl. Ferner V 1,7; CC 13,2; Ct 30,2; F 10,5.

(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


3. Por cierto, hijas mías, que estoy con tanto temor escribiendo esto, que no sé cómo lo escribo ni cómo vivo cuando se me acuerda, que es muy muchas veces. Pedidle, hijas mías, que viva Su Majestad en mí siempre; porque si no es así, ¿qué seguridad puede tener una vida tan mal gastada como la mía? Y no os pese de entender que esto es así, como algunas veces lo he visto en vosotras cuando os lo digo, y procede de que quisierais que hubiera sido muy santa, y tenéis razón: también lo quisiera yo; mas ¡qué tengo de hacer si lo perdí por sola mi culpa! Que no me quejaré de Dios que dejó de darme bastantes ayudas para que se cumplieran vuestros deseos; que no puedo decir esto sin lágrimas y gran confusión de ver que escriba yo cosa para las que me pueden enseñar a mí. ¡Recia obediencia ha sido! Plega al Señor que, pues se hace por El, sea para que os aprovechéis de algo porque le pidáis perdone a esta miserable atrevida. Mas bien sabe Su Majestad que sólo puedo presumir de su misericordia, y ya que no puedo dejar de ser la que he sido, no tengo otro remedio, sino llegarme a ella y confiar en los méritos de su Hijo y de la Virgen, madre suya, cuyo hábito indignamente traigo y traéis vosotras. Alabadle, hijas mías, que lo sois de esta Señora verdaderamente; y así no tenéis para qué os afrentar de que sea yo ruin, pues tenéis tan buena madre. Imitadla y considerad qué tal debe ser la grandeza de esta Señora y el bien de tenerla por patrona, pues no han bastado mis pecados y ser la que soy para deslustrar en nada esta sagrada Orden.

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