Mittwoch, 25. April 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 46


3.W.K.2.7. Die Bußübungen, die diese Seelen vollbringen, sind genauso korrekt wie ihr ganzes Leben;11 sie haben es sehr lieb, um damit unserem Herrn zu dienen, was ja nicht schlecht ist, weshalb sie bei diesen Übungen große Klugheit walten lassen, um ihrer Gesundheit nicht zu schaden.12 Habt keine Angst, dass sie sich umbringen, denn sie sind im Vollbesitz ihrer Vernunft, und die Liebe ist noch nicht so weit, um sie um ihre Vernunft zu bringen.13 Lieber wäre mir, wir setzten sie ein, um uns nicht damit, nämlich immer nur schrittweise, Gott zu dienen, zu begnügen, denn so werden wir den Weg nie zu Ende gehen. Da wir aber unserer Meinung nach unentwegt weitergehen und uns abplagen – denn glaubt nur, dass es ein aufreibender Weg ist –, wird es schon viel wert sein, wenn wir uns nicht verirren.Meint ihr aber, Töchter, wenn man den Weg von einer Gegend in die andere in acht Tagen zurücklegen könnte, dass es da gut wäre, ein Jahr lang durch Herbergen, im Schneegestöber, bei Regen und auf schlechten Wegen unterwegs zu sein?14 Wäre es dann nicht besser, ihn auf einmal hinter uns zu bringen? Denn das alles gibt es da, dazu noch Gefahren durch Schlangen. O, was für gute Hinweise könnte ich euch dazu geben! Und gebe Gott, dass ich schon darüber hinaus bin, denn oft genug meine ich, ich wäre es nicht.


Anmerkungen
11 Teresa lässt hier ihrer Ironie freien Lauf, um klar zu machen, welcher Selbsttäuschung fromme Leute erliegen können, wenn sie die versteckte Selbstsucht hinter ihrer vermeintlichen „Klugheit“ nicht bemerken. Doch sollte diese Stelle nicht als undifferenzierte Aufforderung zu asketischer Strenge missverstanden werden: An anderer Stelle weist die Autorin mit gleicher Deutlichkeit auf die Gefahr asketischer Übertreibungen („ungezugelte(r) Busubungen“) hin, die genauso selbstsüchtigen Motiven entspringen; siehe etwa CE 67,6 oder auch CC 20.
12 Vgl. V 13,7.
13 Vgl. V 16,7.
14 Hier spricht Teresas Erfahrung von den weiten Gründungsreisen, die auf den schlecht ausgebauten Wegen Spaniens immer mit vielen Unwägbarkeiten verbunden waren, wie sie es in ihren Klostergrundungen beschrieben hat.


(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


7. Las penitencias que hacen estas almas son tan concertadas como su vida; quiérenla mucho para servir a nuestro Señor con ella, que todo esto no es malo, y así tienen gran discreción en hacerlas porque no dañen a la salud. No hayáis miedo que se maten, porque su razón está muy en sí; no está aún el amor para sacar de razón; mas querría yo que la tuviésemos para no nos contentar con esta manera de servir a Dios, siempre a un paso paso, que nunca acabaremos de andar este camino. Y como a nuestro parecer siempre andamos y nos cansamos (porque creed que es un camino abrumador), harto bien será que no nos perdamos. Mas ¿paréceos, hijas, si yendo a una tierra desde otra pudiésemos llegar en ocho días, que sería bueno andarlo en un año por ventas y nieves y aguas y malos caminos? ¿No valdría más pasarlo de una vez? Porque todo esto hay y peligros de serpientes. ¡Oh, qué buenas señas podré yo dar de esto! Y plega a Dios que haya pasado de aquí, que hartas veces me parece que no.

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