Dienstag, 24. April 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 45


3.W.K.2.6. Es wird euch nun vorkommen, Schwestern, dass ich vom Thema abweiche und somit nicht zu euch rede, denn diese Dinge gibt es hier ja nicht. Wir haben weder Besitz, noch wollen wir ihn haben, noch uns darum bemühen, noch beleidigt uns jemand. Deshalb bringen diese Vergleiche auch nicht etwas, was hier vorkommt, doch entnimmt man ihnen vieles andere, was vorkommen kann; es jedoch näher zu bezeichnen, wäre nicht gut, noch gibt es einen Grund dafür. Ihr werdet aber durch sie erkennen, ob ihr wirklich von dem, was ihr hinter euch gelassen habt, entblößt seid, denn es kommen Kleinigkeiten vor – wenn auch nicht genau von dieser Art –, anhand derer ihr euch sehr gut prüfen und erkennen könnt, ob ihr Herrinnen über eure Leidenschaften seid. Und glaubt mir: Es kommt nicht darauf an, ein Ordensgewand zu tragen oder nicht,7 sondern sich um die Einübung in die Tugenden zu bemühen und in allem unseren Willen dem Willen Gottes hinzugeben, und dass unsere Lebensordnung in dem bestehe, was Seine Majestät über unser Leben verfügt, und wir nicht wollen, dass unser Wille geschehe, sondern der seine! 8 Und solange wir nicht hier angelangt sind, gibt es, wie ich gesagt habe, nichts als Demut, denn das ist die Salbe für unsere Wunden! 9 Wenn sie wirklich vorhanden ist, dann wird der Wundarzt, das ist Gott, kommen, um uns zu heilen, mag er auch noch eine Weile zuwarten.10


Anmerkungen
7 Vgl. 3M 1,8.
8 Ein Anklang an das Gebet Christi im Garten Getsemani (Mt 26,39-42; Mk 14,36; Lk 22,42), zu dem Teresa seit frühester Jugend einen besonderen Bezug hatte; siehe V 9,4.
9 Siehe 3M 1,7; MC 3,12.
10 Hier wie an vielen weiteren Stellen greift die Autorin einen Topos der geistlichen Literatur seit Augustinus auf, das „Christus-(bzw. Deus-)Medicus-Motiv“: Christus bzw. Gott ist der Arzt der durch Sünde und Unvollkommenheit verwundeten Seele, Heilung wird ihr nur von ihm her zuteil; siehe B. Souvignier, Die Würde des Leibes, 295-317.


(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


6. Pareceros ha, hermanas, que hablo fuera de propósito y no con vosotras, porque estas cosas no las hay acá, que ni tenemos hacienda ni la queremos ni procuramos, ni tampoco nos injuria nadie. - Por eso las comparaciones no es lo que pasa; mas sácase de ellas otras muchas cosas que pueden pasar, que ni sería bien señalarlas ni hay para qué. Por éstas entenderéis si estáis bien desnudas de loque dejasteis; porque cosillas se ofrecen, aunque no de esta suerte, en que os podéis muy bien probar y entender si estáis señoras de vuestras pasiones. Y creedme que no está el negocio en tener hábito de religión o no, sino en procurar ejercitar las virtudes y rendir nuestra voluntad a la de Dios en todo, y que el concierto de nuestra vida sea lo que Su Majestad ordenare de ella, y no queramos nosotras que se haga nuestra voluntad, sino la suya. Ya que no hayamos llegado aquí -como he dicho- humildad, que es el ungüento de nuestras heridas; porque, si la hay de veras, aunque tarde algún tiempo, vendrá el cirujano, que es Dios, a sanarnos.

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