Montag, 2. April 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 27

2.W.K.1.8. Es mag euch vorkommen, dass ihr für die äußeren Schwierigkeiten fest entschlossen seid, sofern Gott euch innerlich verwöhnt. Seine Majestät weiß besser, was gut für uns ist, so dass kein Grund besteht, ihn bei dem, was er uns geben soll, zu beraten, denn er könnte uns zu Recht sagen, dass wir nicht wissen, worum wir bitten (Mt 20,22). Der gesamte Anspruch eines Menschen, der mit dem inneren Beten anfängt (und das dürft ihr nicht vergessen, da es sehr wichtig ist), soll darin bestehen, darauf hin zu arbeiten und sich zu entschließen und sich mit allem ihm möglichen Eifer darauf einzulassen, seinen Willen auf den Willen Gottes einzustimmen; wie ich später noch sagen werde,24 dürft ihr dann ganz sicher sein, dass darin die höchste Vollkommenheit besteht, die man auf dem geistlichen Weg erlangen kann. Je vollkommener einer das besitzt, um so mehr wird er vom Herrn geschenkt bekommen, und um so weiter fortgeschritten ist er auch auf diesem Weg. Ihr braucht nicht meinen, dass es hier noch mehr Kauderwelsch 25 oder weitere unbekannte oder unverständliche Dinge gibt, wo doch unser ganzes Heil darin liegt. Doch wenn wir am Anfang in die Irre gehen und wollen, dass der Herr unseren Willen erfüllt und uns so führt, wie wir uns das vorstellen, welche Festigkeit kann dann dieses Gebäude haben? Bemühen wir uns, das zu tun, was an uns liegt,26 und vor diesem giftigen Ungeziefer auf der Hut zu sein. Denn oftmals will der Herr, dass uns schlechte Gedanken verfolgen und quälen, ohne sie abschütteln zu können, und auch Trockenheiten, und hin und wieder lässt er sogar zu, dass sie uns beißen, damit wir uns nachher um so besser davor hüten können, und auch um zu prüfen, ob es uns sehr weh tut, ihn beleidigt zu haben.

Anmerkungen
24 Siehe 5M 3,3-5.
25 Teresa schreibt algarabias, das Arabische der Mauren; da die Kastilier diese Sprache nicht verstanden, stand der Begriff auch für „unverständliche Sprache“; vgl. auch 6M 6,10 und ferner V 14,8; 19,1; CE 34,3 bzw. CV 20,5; CE 41,3 bzw. CV 25,3; CE 53,6; Ct 240,2.
26 Ein weiterer Grundsatz der Spiritualität und Pädagogik Teresas, der auf das theologische Axiom aufbaut: „Facienti quod est in se, Deus non denegat gratiam – Wer tut, was er vermag, dem verweigert Gott seine Gnade nicht;“ siehe V 31,18.20; 39,20; CE 11,8; 12,1; 26,5; 31,2; 65,5; CV 8,1; 16,8; 17,7; 37,3 und besonders 7 M 4,15; CC 10.

(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


8. Pareceros ha que para los trabajos exteriores bien determinadas estáis, con que os regale Dios en lo interior. - Su Majestad sabe mejor lo que nos conviene; no hay para qué le aconsejar lo que nos ha de dar, que nos puede con razón decir, que no sabemos lo que pedimos. Toda la pretensión de quien comienza oración (y no se os olvide esto, que importa mucho) ha de ser trabajar y determinarse y disponerse con cuantas diligencias pueda a hacer su voluntad conformar con la de Dios; y -como diré después- estad muy cierta que en esto consiste toda la mayor perfección que se puede alcanzar en el camino espiritual: quien más perfectamente tuviere esto, más recibirá del Senor y más adelante está en este camino. No penséis que hay aquí más algarabías ni cosas no sabidas y entendidas, que en esto consiste todo nuestro bien. Pues si erramos en el principio, queriendo luego que el Señor haga la nuestra y que nos lleve como imaginamos, ¿qué firmeza puede llevar este edificio? Procuremos hacer lo que es en nosotros y guardarnos de estas sabandijas ponzoñosas; que muchas veces quiere el Señor que nos persigan malos pensamientos y nos aflijan, sin poderlos echar de nosotros, y sequedades; y aun algunas veces permite que nos muerdan, para que nos sepamos mejor guarder después y para probar si nos pesa mucho de haberle ofendido.

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