Freitag, 13. April 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 34

3.W.K.1.4. Vor einem aber warne ich euch: Weil das so ist, und ihr eine solche Mutter habt, sollt ihr euch nicht in Sicherheit wiegen, denn auch David war sehr heilig, und ihr seht ja, was aus Salomo21 wurde. Macht auch kein Aufhebens von der Abgeschlossenheit und Buße, in denen ihr lebt, noch mache euch der ständige Umgang mit Gott, oder die ständige Übung des inneren Betens und auch nicht die Zurückgezogenheit von den weltlichen Dingen, die ihr – eurer Ansicht nach – verschmäht, sicher.22 Das alles ist schön und gut, genügt aber nicht, wie ich schon gesagt habe,23 damit wir nichts mehr zu fürchten hätten. Haltet es darum weiterhin mit diesem Vers und ruft ihn euch oft ins Gedächtnis: Beatus vir qui timet Dominum.24

Anmerkungen
21 Gracián korrigiert: „Abschalom“, wohl weil dieser Sohn Davids zum Hochverräter wurde und im Kampf gegen seinen Vater um den Thron umkam (2 Sam 13-15; 17), während Salomo, der sein rechtmäßiger Nachfolger wurde, in der Bibel geradezu als Idealgestalt dargestellt wird. Die Autorin denkt hier aber wohl an die Tatsache, dass Salomo gegen Ende seines Lebens vom Jahwe- Glauben abfiel (1 Kön 11,1-10; 2 Kön 23,13; Sir 47,19ff); darum widerspricht Francisco de Ribera auch diesmal Gracián: „Es muss Salomo heisen, wie die Mutter geschrieben hatte.“
22 Diese Aufzählung zeigt sehr schön, dass es Teresa nicht auf diese äußerlichen Dinge ankam, während sie für ein Ordensleben in Observantismus und Rigorismus wichtig waren.
23 Siehe 3M 1,2.
24 Ps 111,1; siehe 3M1,1, wo die Autorin diesen Vers übersetzt. Hier zitiert sie ihn dem Hören nach aus dem Gedächtnis in ihrem fehlerhaften Latein: „beatus vir qui timed dominun.

(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


4. Mas una cosa os aviso: que no por ser tal y tener tal madre estéis seguras, que muy santo era David, y ya veis lo que fue Salomón; ni hagáis caso del encerramiento y penitencia en que vivís, ni os asegure el tratar siempre de Dios y ejercitaros en la oración tan continuo y estar tan retiradas de las cosas del mundo y tenerlas a vuestro parecer aborrecidas. Bueno es todo esto, mas no basta - como he dicho- para que dejemos de temer; y así continuad este verso y traedle en la memoria muchas veces: Beatus vir, qui timet Dominum.

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