Mittwoch, 29. Oktober 2014

Wasserschöpfen – Nachdenken

Es ist wirklich eine harte Arbeit, den Eimer sooft in den Brunnen hinabzulassen und ihn immer wieder ohne Wasser heraufzuziehen. Oftmals wird es sich ereignen, dass man dazu nicht einmal die Arme aufheben, d. h. einen guten Gedanken fassen kann.

Es ist nämlich hier unter Wasserschöpfen aus dem Brunnen das Nachdenken mit dem Verstande gemeint. Was soll also in diesem Fall der Gärtner tun? Er freue und tröste sich und halte es für die größte Gnade, in dem Garten eines so erhabenen Gebieters arbeiten zu dürfen.

Weil er weiß, dass er diesem dadurch Freude bereitet, und seine Absicht dahin gehen muss, nicht sich selbst sondern ihm zu gefallen, so lobe er ihn für das Vertrauen, das er in seinen Gärtner setzt, den er auch ohne Lohn so großen Fleiß auf die anbefohlene Arbeit verwenden sieht.

Leben 110

(261-20141029)

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