Mittwoch, 1. Oktober 2014

Das Bildnis der heiligen Teresa de Jesus (7/8)

Und was sagte Mutter Teresa, als Bruder Juan das Gemälde fertig hatte und damit auch das Leiden beendet war, dem er sie unterworfen hatte?
 
Der Kommentar der Mutter brachte alle Schwestern so zum Lachen, daß sie sich kaum mehr beruhigen konnten. Sie sah sich das Kunstwerk an und sagte „mit großem Charme“: „Gott verzeihe dir, Bruder Juan! Gemalt hast du mich, aber ich bin häßlich und triefäugig dabei herausgekommen!“

Das Bild blieb in Sevilla, wo es von den Karmelitinnen eifersüchtig gehütet wurde. Mag sein, daß es kein Meisterwerk ist -dennoch sollte man die Sorgfalt loben, die Juan de la Miseria darauf verwendet hat. Auf den Zügen der Heiligen erscheint noch das Lächeln, das sich unwiderstehlich, wohl zum Ärger des Malers, um ihren Mund bildete? Der Blick geht leicht nach oben, zum Himmel. Jemand hat im Nachhinein eine Taube hinzugefügt als Symbol des Heiligen Geistes, der sie zu führen scheint. Pater Efrén sagt treffend, daß die Augen „tanzen und Funken von Heiterkeit schießen ...“.

Diego Velázquez hat auf dem Gemälde, das sich in der Sammlung des Marques de Casas Torres befindet, die Gesichtszüge der Heiligen stilisiert, die der Karmelitenbruder so wahrheitsgetreu wiedergegeben hatte.

Peter Paul Rubens folgte bis in Einzelheiten dem Modell nach, wobei er die künstlerische Qualität erhöhte, es jedoch nicht fertigbrachte, den ursprünglichen Charme der Mutter wiederzugeben.

Und Bernini entnahm dem Gemälde des Bruder Juan die Form der Augen und die Ränder unter den Augen, die der Mönch Juan genau nachgezeichnet hatte.


Gianlorenzo Bernini, Ekstase der hl. Teresa - Gesichtspastik, Vatican

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