Montag, 11. Juni 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 93


5.W.K.1.3. Ich sprach von „Kräften in der Seele“, damit ihr versteht, dass der keiner körperlichen bedarf, dem Gott, unser Herr, keine gibt. Er macht es keinem unmöglich, seine Reichtümer zu erwerben; wenn jeder das gibt, was er hat, ist er zufrieden.9 Gepriesen sei dieser große Gott! Aber schaut, Töchter, dass er für den Erwerb dessen, von dem wir hier sprechen, möchte, dass ihr nichts für euch zurückbehaltet, da er alles, sei es wenig oder viel, für sich möchte; und nach dem Maß dessen, was ihr eurer Erkenntnis nach gegeben habt, wird man euch größere oder geringere Gnaden geben. Er gibt keinen besseren Prüfstein, um zu erkennen, ob unser Gebet bis zur Gotteinung10 gelangt oder nicht. Meint aber nicht, es sei Träumerei, wie beim vorigen Gebet; ich sage „Träumerei“, weil es sich so anfühlt, als wäre die Seele gleichsam schläfrig,11 wo sie doch, wie es scheint, nicht wirklich schläft, sich aber auch nicht wach fühlt. Da sie 12 hier alle für die Dinge der Welt und uns selbst ganz eingeschlafen sind, ja im Tiefschlaf liegen (denn für die kurze Zeit, die das anhält,13 ist man wirklich gleichsam bewusstlos, so dass man gar nicht nachdenken kann, auch wenn man möchte), ist es hier nicht nötig, das Denken mit einem Kunstgriff aufzuheben.

Anmerkungen
9 Ein erneuter Hinweis auf das von Teresa oft zitierte Prinzip, dass man nur tun muss, was man kann („Facienti quod est in se, Deus non denegat gratiam – Wer tut, was er vermag, dem verweigert Gott seine Gnade nicht“); vgl. V 31,18.20; 39,20; CE 11,8; 12,1; 26,5; 31,2; 65,5; CV 8,1; 16,8; 17,7; 37,3; und besonders 7 M 4,15 und CC 10.
11 Die Autorin benutzt den volkstümlichen Ausdruck adormizada, den Gracián durch den hochsprachlicheren adormecida ersetzt.
12 Die „Kräfte in der Seele.“
13 Vgl. 5M 1,9; 2,7.


(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


3. Dije «fuerzas en el alma», porque entendáis que no hacen falta las del cuerpo a quien Dios nuestro Señor no las da; no imposibilita a ninguno para comprar sus riquezas; con que dé cada uno lo que tuviere, se contenta. Bendito sea tan gran Dios. Mas mirad, hijas, que para esto que tratamos no quiere que os quedéis con nada; poco o mucho, todo lo quiere para sí, y conforme a lo que entendiéreis de vos que os han dado, se os harán mayores o menores mercedes. No hay mejor prueba para entender si llega a unión o si no nuestra oración. No penséis que es cosa soñada, como la pasada. Digo soñada, porque así parece está el alma como adormezida, que ni bien parece está dormida ni se siente despierta. Aquí con estar todas dormidas, y bien dormidas, a las cosas del mundo y a nosotras mismas (porque en hecho de verdad se queda como sin sentido aquello poco que dura, que ni hay poder pensar, aunque quieran, aquí no es menester con artificio suspender el pensamiento ….

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