Donnerstag, 28. Juni 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 110


6.W.K.1.7. Was aber weitere starke Schmerzen, die an der Tagesordnung sind, und vielfältige Krankheiten betrifft, so kenne ich eine Person, die in Wahrheit nicht sagen kann, seit der Herr begann, ihr die besagte Gnade zu schenken – was vierzig Jahre her ist –, dass sie auch nur einen Tag ohne Schmerzen oder sonstige Leiden zugebracht hätte, ich meine körperliche gesundheitliche Mängel, ohne die weiteren großen Prüfungen. 21 Es ist aber auch wahr, dass sie sehr erbärmlich gewesen war, aber dafür, dass sie die Hölle verdient hätte, war das alles noch wenig. 22 Andere Seelen, die unseren Herrn nicht so schwer beleidigt haben, wird er wohl auf einem anderem Weg führen, doch würde ich immer den des Leidens wählen, und wäre es nur, um unseren Herrn Jesus Christus nachzuahmen, 23 auch wenn es sonst keinen besonderen Gewinn gäbe, da aber gibt es vielfachen. O je! Wenn wir aber erst von den inneren Prüfungen sprechen, dann würden jene als geringfügig erscheinen – sofern man diese inneren überhaupt ins Wort bringen kann, doch ist es unmöglich, sie so darzustellen, wie sie vorkommen.

Anmerkungen
21 Erneut meint sie sich selbst; vgl. V 3,7; 4-6, wo sie von einer schweren und langwierigen Krankheitsphase in den ersten Jahren ihres Klosterlebens, 1537- 42, berichtet, an deren Spätfolgen sie viele Jahre trug. Es war damals, als „der Herr begann, mich auf diesem Weg so zu verwohnen, dass er mir die Gnade erwies, mir das Gebet der Ruhe zu schenken, und manchmal gelangte ich sogar zu dem der Gotteinung“ (V 4,7). Anspielungen auf gesundheitliche Beschwerden gibt es in ihren Schriften immer wieder; vgl. etwa auch V 24,2; 32,7; 36,8; M pról 1; CC 2,3; 3,5; 53,22; und ferner zahllose Hinweise in den Briefen, siehe etwa Ct 17,2; 29,1; 39,1; 206,1; 248,4; 355,4; 360,2; 402,5; usw.
22 Ein Nachhall der damals sehr verbreiteten Deutung von Krankheit als Sündenstrafe bzw. als Möglichkeit, in diesem Leben die Läuterung vorwegzunehmen, die sonst nach dem Tod fällig wäre. Zur Deutung von Leiden als „pädagogisches Instrument in den Händen Gottes“ siehe B. Souvignier, Die Wurde des Leibes, 179. „Im Laufe ihres Lebens tritt diese Sichtweise jedoch zugunsten menschenfreundlicherer und einer Bewaltigung dienlicherer Aspekte weit zuruck“ (aaO.).
23 Eine weitere Deutung des Leidens, wie sie vor allem von der Devotio moderna verbreitet wurde und Teresa mit ihrer intensiven Christusbeziehung weit mehr entsprach. Auch hier klingt ihre eigene Erfahrung durch. Siehe z.B. V 9,4: „Ich versuchte, mir Christus in meinem Innern vorzustellen, und – wie mir schien – ging es mir damit an jenen Stellen besser, wo ich ihn am einsamsten erlebte. Mir schien, dass er mich, wenn er einsam und niedergeschlagen war, als einer, der in Noten ist, zu sich lassen musste.“ Vgl. ferner V 20,15. Siehe dazu B. Souvignier, Die Wurde des Leibes, 187-191.


(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


… [7] yo conozco una persona que desde que  comenzó el Señor a hacerla esta merced que queda dicha, que hacuarenta años, no puede decir con verdad que ha estado día sin tener dolores y otras maneras de padecer, de falta de salud corporal, digo, sin otros grandes trabajos. Verdad es que había sido muy ruin, y para el infierno que merecía todo se le hace poco. Otras, que no hayan ofendido tanto a nuestro Señor, las llevará por otro camino; mas yo siempre escogería el del padecer, siquiera por imitar a nuestro Señor Jesucristo, aunque no hubiese otra ganancia; en especial, que siempre hay muchas.
¡Oh!, pues si tratamos de los interiores, estotros parecerían pequeños, si estos se acertasen a decir, sino que es imposible darse a entender de la manera que pasan.

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