Dienstag, 26. Juni 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 108


6.W.K.1.5. Aus diesen und anderen Gründen wird der große Schmerz, den diese Lobsprüche verursachen, gemildert, auch wenn man nahezu immer etwas verspürt, es sei denn, man gibt gar nichts darauf, weder viel noch wenig. Eine unvergleichlich viel größere Prüfung als diese Schwätzereien ist es aber zu erleben, wie man ohne Grund öffentlich für gut gehalten wird; wenn man schon so weit kommt, sich aus letzterem nicht mehr viel zu machen, so macht man sich doch noch viel, viel weniger aus ersterem, sondern freut sich im Gegenteil darüber, ja, es kommt einem wie eine sehr angenehme Musik vor. Das ist eine große Wahrheit, und es stärkt die Seele eher, als dass es sie entmutigt, weil die Erfahrung ihr den großen Gewinn schon eingeprägt hat, der ihr auf diesem Weg zuteil wird. Dabei meint sie, dass diejenigen, die sie verfolgen, Gott nicht beleidigen, sondern Seine Majestät es zu ihrem größeren Gewinn zulässt. Und da sie diesen deutlich spürt, fasst sie eine besonders zärtliche Liebe zu ihnen, so dass ihr vorkommt, sie seien die besseren Freunde und brächten ihr mehr Gewinn als diejenigen, die gut von ihr reden. 19


Anmerkungen
19 So wird es möglich und auch verständlich, ja geradezu logisch zwingend, dass man seine Feinde lieben kann.


(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


5. Estas razones y otras aplacan la mucha pena que dan estas alabanzas, aunque casi siempre se siente alguna, si no es cuando poco ni mucho se advierte; mas sin comparación es mayor trabajo verse así en público tener por buena sin razón, que no los dichos; y cuando ya viene a no le tener mucho de esto, muy mucho menos le tiene de esotro, antes se huelga y le es como una música muy suave. Esto es gran verdad, y antes fortalece el alma que la acobarda; porque ya la experiencia la tieneenseñada la gran ganancia que le viene por este camino, y parécele que no ofenden a Dios los que la persiguen; antes, que lo permite Su Majestad para gran ganancia suya; y como la siente claramente, tómales un amor particular muy tierno, que le parece aquellos son más amigos y que la dan más a ganar que los que dicen bien.

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