Mittwoch, 16. Mai 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 67


KAPITEL 2

Es fährt mit demselben fort und erklärt durch einen Vergleich, was Wonne ist und wie man sie erlangen soll, ohne sie sich zu verschaffen.

4.W.K.2.1. Mein Gott, worauf habe ich mich eingelassen! Ich habe schon vergessen, wovon ich sprach, weil die Geschäfte und meine Gesundheit mich immer wieder veranlassen, es im besten Moment liegen zu lassen.1 Und da ich ein schlechtes Gedächtnis habe,2 gerät das Ganze in Unordnung, weil ich es nicht noch einmal durchlesen kann. Vielleicht ist sogar alles, was ich sage, ein Durcheinander; zumindest habe ich dieses Gefühl.3
Ich glaube, zuletzt war die Rede von den geistlichen Tröstungen. 4 Da diese ab und zu von unseren Leidenschaften begleitet auftreten, lösen sie Anfälle von heftigem Schluchzen aus, und ich habe sogar von Personen gehört, bei denen es zu Brustbeklemmung und sogar zu äußeren Zuckungen kommt, weil sie sich nicht unter Kontrolle halten können; dabei ist die Gewalt derart, dass sie ihnen das Blut aus der Nase rinnen lässt und ähnliche schmerzhafte Dinge zufügt. Dazu kann ich nichts sagen, weil ich das nicht erlebt habe, aber es soll ein tröstliches Gefühl zurückbleiben. Denn wie ich gerade sage,5 mündet schließlich alles in die Sehnsucht ein, Gott zufrieden zu stellen und sich Seiner Majestät zu erfreuen.

Anmerkungen
1 Vgl. M pról 1 mit Anm.
2 Über ihr schlechtes Gedächtnis beklagt sich die Autorin immer wieder; vgl. M pról 2, und ferner V 11,6; 15,6; 25,7; F pról 5; 24,18; usw.
3 Solche metalinguistischen Bemerkungen, die Teresa immer wieder einmal einflicht, zeigen, wie sehr es ihr ein Anliegen ist, ihre Leserschaft zu erreichen.
4 Siehe 4M 1,4-6. Hier spricht die Autorin von „Trostungen“ (consuelos) in demselben Sinn, wie sie dort den Begriff „Glucksempfindungen“ (contentos) benutzt hat.
5 4M 1,4.


(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


CAPÍTULO 2

Prosigue en lo mismo y declara por una comparación qué es gustos y cómo se han de alcanzar no procurándolos.

1. ¡Válgame Dios en lo que me he metido! Ya tenía olvidado lo que trataba, porque los negocios y salud me hace dejarlo al major tiempo; y como tengo poca memoria, irá todo desconcertado por no poder tornarlo a leer. Y aun quizás se es todo desconcierto cuanto digo; al menos es lo que siento.
Paréceme queda dicho de los consuelos espirituales. Cómo algunas como veces van envueltos con nuestras pasiones, traen consigo unos alborotos de sollozos, y aun a personas he oído que se les aprieta el pecho y aun vienen a movimientos exteriores, que no se pueden ir a la mano, y es la fuerza de manera que les hace salir sangre de narices y cosas así penosas. De esto no sé decir nada, porque no he pasado por ello, mas debe quedar consuelo; porque -como digo- todo va a parar en desear contentar a Dios y gozar de Su Majestad.

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