Sonntag, 13. Mai 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 64


4.W.K.1.12. Erkennen wir also unsere Erbärmlichkeit und sehnen wir uns danach, dorthin aufzubrechen, wo niemand uns verächtlich macht.42 Manchmal fällt mir ein, dieses Wort, das die Braut  im Hohenlied spricht, gehört zu haben,43 und tatsächlich findeich im ganzen Leben nichts, wo man es mit mehr Recht sagen  könnte, denn alle Geringschätzungen und Prüfungen, dieeinem im Leben widerfahren mögen, scheinen mir nicht an diese inneren Kämpfe heranzureichen. Jede Unruhe und jeder Streit lässt sich ertragen, wenn wir dort, wo wir leben, Frieden finden, wie ich schon sagte.44 Doch dass wir hierher 45 kommen wollen, um vor tausenderlei Prüfungen, die es in der Welt gibt, unsere Ruhe zu haben, und der Herr uns die Ruhe bereiten will, das Hindernis aber in uns selbst ist, das kann doch nichts anderes als sehr schmerzlich, ja fast unerträglich sein. Darum, Herr, führe du uns dahin, wo uns diese Erbärmlichkeiten nicht mehr verächtlich machen, denn manchmal sieht es so aus, als wollten sie mit der Seele ihren Spott treiben! Möge der Herr sie schon in diesem Leben davon befreien, sobald sie in die letzte Wohnung gelangt ist, wie wir, so Gott will, noch sagen werden.46


Anmerkungen
42 Eine Anspielung auf Hld 8,1.
43 Am Seitenrand zitiert Gracián Hld 8,1-4 und bemerkt dazu, wobei er wohl eher an Teresa als an die Braut des Hohenliedes denkt: „Alle diese Worte werden im Geiste derer, die hier spricht, sehr gut erlautert.“
44 2M 9.
45 Ins Kloster.
46 Siehe 7M 2,11. Johannes vom Kreuz, der sich bei der Beschreibung dieses Zustands auf dieselben Schriftstellen wie Teresa bezieht, kennzeichnet ihn folgendermaßen: „In diesem Stadium erfreut sich die Menschenseele schon einer bestandigen Zartlichkeit und Gelassenheit, die ihr nie mehr verloren gehen oder fehlen“ (CA 15,4 bzw. CB 24,5).


(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


12. Conozcamos nuestra miseria, y deseemos ir adonde «nadie nos menosprecia»; que algunas veces me acuerdo haber oído esto que dice la Esposa en los Cantares, y verdaderamente que no hallo en toda la vida cosa adonde con más razón se pueda decir; porque todos los menosprecios y trabajos que puede haber en la vida no me parece que llegan a estas batallas interiores. Cualquier desasosiego y guerra se puede sufrir con hallar paz adonde vivimos -como ya he dicho-; mas que queremos venir a descansar de mil trabajos que hay en el mundo y que quiera el Señor aparejarnos el descanso, y que en nosotras mismas esté el estorbo, no puede dejar de ser muy penoso y casi insufridero. Por eso, llevadnos, Señor, adonde no nos menosprecien estas miserias, que parecen algunas veces que están haciendo burla del alma.
Aun en esta vida la libra el Señor de esto, cuando ha llegado a la postrera morada, como diremos, si Dios fuere servido.

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