Samstag, 5. Mai 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 56


4.W.K.1.4. Um nun von dem zu sprechen, von dem ich sagte, dass ich es hier sagen würde,12 also vom Unterschied, den es zwischen Glücksempfindungen beim inneren Beten und Wonnen gibt: Glücksempfindungen darf man meiner Meinung nach die nennen, die wir durch unsere Meditation und unsere Bitten an den Herrn erlangen. So etwas kommt aus unserer Natur, auch wenn Gott letztlich mit dazuhilft, denn alles, was ich sage, ist so zu verstehen, dass wir ohne ihn nichts vermögen.13 Sie erwachsen aus dem tugendhaften Tun selbst, das wir vollbringen, wobei es so aussieht, als hätten wir sie durch eigene Mühe erlangt, und es macht uns zu Recht glücklich, da wir uns mit solchen Dingen beschäftigt haben. Doch wenn wir einmal darüber nachdenken, werden wir dieselben Glücksgefühle bei vielen Dingen erleben, die hier auf Erden geschehen können, so zum Beispiel durch ein großes Vermögen, das einem plötzlich zufällt, auch beim unverhofften Anblick eines heißgeliebten Menschen, oder auch beim erfolgreichen Abschluss eines wichtigen Geschäfts oder einer großen Leistung, die von allen gelobt wird, oder wenn eine Frau ihren totgesagten Mann oder Bruder oder Sohn lebend daherkommen sieht. Ich habe vor großem Glück schon Tränen vergießen sehen, und auch mir ist es manchmal schon so ergangen. Mir scheint, so wie diese Glücksempfindungen natürlichen Ursprungs sind, so sind es auch die, die uns durch die göttlichen Dinge geschenkt werden, nur sind jene von vornehmerer Herkunft, auch wenn erstere keineswegs schlecht waren. Kurz, sie beginnen in unserer Natur selbst und enden in Gott. Die Wonnen14 aber beginnen in Gott, und unsere Natur verspürt und genießt sie genauso sehr wie die besagten Empfindungen und noch viel mehr. O Jesus, wie sehr wünsche ich, dies genau erklären zu können! Denn ich glaube hier einen ganz deutlichen Unterschied zu erkennen, aber mein Wissen reicht nicht aus, um mich verständlich zu machen. Möge der Herr es tun!


Anmerkungen
12 Siehe 3M 2,10 mit der dortigen Anm. Teresa unterscheidet hier zwischen emotionaler Ergriffenheit, die eine natürliche Folge der Beschäftigung mit geistlichen Themen ist („Glucksempfindungen“), und der Erfahrung, unversehens und ganz ohne das eigene Zutun von der beglückenden Gegenwart Gottes ergriffen zu werden („Wonnen“).
13 Vgl. Joh 15,5. Vgl. auch ihren Brief an Lorenzo de Cepeda vom 17. Januar 1577 (Ct 177,6).
14 Gustos, siehe Anhang I. Wie die Autorin in 4M 2,2 noch deutlicher sagen wird, verwendet sie den Begriff hier im technischen Sinn für ein nicht durch eigenes Bemühen hervorgerufenes, geschenkhaftes inneres Berührtsein von der Gegenwart Gottes, mit anderen Worten für die ersten Erfahrungen „kontemplativen“, „mystischen“ oder „übernatürlichen“ (also mehr von passivem Empfangen als von aktivem Tun geprägten) Betens, die sie in ihrem Leben und im Weg der Vollkommenheit als „Gebet der Ruhe“ bezeichnet hat; vgl. V 14-15 („zweite Gebetsstufe“); CE 52-53 bzw. CV 30-31. Im vorliegenden Werk wird sie noch genauer zwischen dem Gebet der Ruhe (5M) und dessen Vorstufe, die sie „Gebet der Sammlung“ nennt (4M 3), differenzieren.


(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


4. Pues hablando de lo que dije que diría aquí, de la diferencia que hay entre contentos en la oración o gustos, los contentos me parece a mí se pueden llamar los que nosotros adquirimos con nuestra meditación y peticiones a nuestro Señor, que procede de nuestro natural, aunque en fin ayuda para ello Dios, que hase de entender en cuanto dijere que no podemos nada sin El; mas nacen de la misma obra virtuosa que hacemos y parece a nuestro trabajo lo hemos ganado, y con razón nos da contento habernos empleado en cosas semejantes. Mas, si lo consideramos, los mismos contentos tendremos en muchas cosas que nos pueden suceder en la tierra: así en una gran hacienda que de presto se provea a alguno; como de ver una persona que mucho amamos, de presto; como de haber acertado en un negocio importante y cosa grande, de que todos dicen bien; como si a alguna le han dicho que es muerto su marido o hermano o hijo y le ve venir vivo. Yo he visto derramar lágrimas de un gran contento, y aun me ha acaecido alguna vez. Paréceme a mí que así como estos contentos son naturales, así en los que nos dan las cosas de Dios, sino que son de linaje más noble, aunque estotros no eran tampoco malos. En fin, comienzan de nuestro natural mismo y acaban en Dios.
Los gustos comienzan de Dios y siéntelos el natural y goza tanto de ellos como gozan los que tengo dichos y mucho más. ¡Oh Jesús, y qué deseo tengo de saber declararme en esto!; porque entiendo, a mi parecer, muy conocida diferencia y no alcanza mi saber a darme a entender. Hágalo el Señor.

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