Dienstag, 22. Mai 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 73

4.W.K.2.7. Mag sein, dass ich bei diesen inneren Dingen ein wenig in Widerspruch mit dem gerate, was ich anderswo schon gesagt habe. Das wäre kein Wunder, denn in den fast fünfzehn Jahren, seit ich es niederschrieb,19 hat mir der Herr für diese Dinge vielleicht doch mehr Klarheit gegeben als das, was ich damals begriff.20 Jetzt wie damals mag ich mich in alledem auch irren; lügen aber nicht, denn durch Gottes Erbarmen nähme ich lieber tausend Tode auf mich;21 ich sage das, was ich verstehe.


Anmerkungen
19 Eine Anspielung auf ihre Vida (insbesondere auf V 11-27), von der sie um 1562 eine erste Fassung schrieb.
20 Es ist keine Frage, dass Teresa in den eineinhalb Jahrzehnten seit der ersten Fassung ihrer Vida nicht nur gereift war, sondern sich ihr Einblick in seelische Vorgänge auch sehr vertieft hatte. Vgl. 1M 2,7, wo sie selbst meint, „manches vom Schwierigsten“ nun besser zu verstehen und daher auch besser erklären zu können als in ihren beiden Erstlingswerken Leben und Weg der Vollkommenheit; siehe ferner 4M 1,8, wo sie eine Entwicklung in ihren Vorstellungen über Zusammenhang und Unterschied zwischen „Verstand und Denken (Vorstellungskraft)“ andeutet.
21 In seinem Gutachten über die Vida für das Zentrale Inquisitionsgericht von Toledo hatte auch der Dominikaner Domingo Báñez geurteilt: „Diese Frau ist nach allem, was aus ihrem Bericht hervorgeht, auch wenn sie sich in dem einen oder anderen tauschen mag, keine Betrugerin,“ und am Schluss noch einmal: „Von einem bin ich sehr sicher, sofern man das menschlich gesprochen sein kann: dass sie keine Betrugerin ist“ (Leben, 626.629). Angesichts der vielen Betrügerinnen damals ist das wie ein Garantieschein.


(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


7. Podrá ser que en estas cosas interiores me contradiga algo de lo que tengo dicho en otras partes. No es maravilla, porque en casi quince años que ha que lo escribí, quizá me ha dado el Señor más claridad en estas cosas de lo que entonces entendía, y ahora y entonces puedo errar en todo, mas no mentir, que, por la misericordia de Dios, antes pasaría mil muertes. Digo lo que entiendo.

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