Dienstag, 1. Mai 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 52

3.W.K.2.13. Schauen wir auf unsere Fehler und lassen wir die fremden, denn es ist den so korrekten Leuten sehr zu eigen, sich über alles zu entsetzen,30 wo wir von denen, über die wir uns entsetzen, beim Wesentlichen womöglich viel lernen könnten, und ihnen nur in der äußeren Haltung und den Umgangsformen etwas voraushaben. Das aber ist nicht das Wichtigste, wiewohl es gut ist. Es besteht außerdem kein Grund, gleich zu verlangen, dass alle unseren Weg gehen, noch dass einer, der womöglich gar nicht weiß, was das ist, sich darauf verlegt, den geistlichen Weg zu lehren. Denn bei diesen uns von Gott eingegebenen Wünschen nach dem Seelenheil anderer können wir viele Irrtümer begehen, Schwestern;31 und so ist es besser, uns an das zu halten, was unsere Regel sagt: Sich immer zu bemühen, in der Stille und im Vertrauen zu leben.32 Der Herr wird sich schon um ihre Seelen kümmern; sofern wir es nicht versäumen, Seine Majestät darum zu bitten, werden wir mit seiner Gunst genug Nutzen bringen. Er sei für immer gepriesen!


Anmerkungen
30 Vgl. V 13,10.
31 Vgl. V 13,8, wo Teresa dies eine typische Versuchung der Anfänger im geistlichen Leben nennt und meint: „Wer immer in diesem Bereich irgendwie von Nutzen sein sollte, muss sehr gefestigt sein in den Tugenden, damit er fur andere nicht zur Versuchung wird.“
32 Jes 30,5, zitiert in Kap. XVI der Karmelregel (K. Waaijman, Der mystische Raum des Karmels, 31). Wie immer zitiert Teresa aus dem Gedächtnis, wobei ihr nicht bewusst gewesen sein dürfte, dass es sich um ein Schriftzitat handelte; wörtlich hieß es in der Regelfassung, die sie kannte: „In der Stille und im Vertrauen liegt eure Kraft.“


(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


13. Miremos nuestras faltas y dejemos las ajenas, que es mucho de personas tan concertadas espantarse de todo; y por ventura de quien nos espantamos, podríamos bien deprender en lo principal; y en la compostura exterior y en su manera de trato le hacemos ventajas; y no es esto lo de más importancia, aunque es bueno, ni hay para qué querer luego que todos vayan por nuestro camino, ni ponerse a enseñar el del espíritu quien por ventura no sabe qué cosa es; que con estos deseos que nos da Dios, hermanas, del bien de las almas podemos hacer muchos yerros; y así es major llegarnos a lo que dice nuestra Regla: «en silencio y esperanza procurar vivir siempre», que el Señor tendrá cuidado de sus almas. Como no nos descuidemos nosotras en suplicarlo a Su Majestad, haremos harto provecho con su favor. Sea por siempre bendito.

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