Montag, 7. Mai 2012

S. Teresa: Die innere Burg – Castillo - 58


4.W.K.1.6. Was ich aber aus Erfahrung von diesem Zustand, ich meine  von diesen Wonnen und Glücksempfindungen in der Meditationweiß, ist folgendes: Wann immer ich wegen der Passion19 zu weinen begann, konnte ich gar nicht mehr aufhören, bis mir der Kopf zersprang; und wenn es wegen meiner Sünden geschah, war es dasselbe. Der Herr hat mir da großes Erbarmen erwiesen, wobei ich jetzt aber nicht untersuchen möchte, was besser sei, das eine oder das andere, nur würde ich gern den Unterschied, der zwischen beiden besteht, aufzeigen können. Diesen Dingen gesellen sich manchmal diese Tränen und Wünsche, die von der Natur unterstützt werden, hinzu, je nach Stimmungslage, doch letztlich kommen sie, wie ich schon sagte, 20 allemal bei Gott an, auch wenn es so ist. Und das muss man hoch einschätzen, sofern nur Demut da ist, um einzusehen, dass man deswegen nicht besser ist. Denn es lässt sich nicht feststellen, ob das alles Wirkungen der Liebe sind; und falls es so ist, ist es von Gott geschenkt.
Meistens haben die Seelen der vorigen Wohnungen diese Andachtsgefühle, weil diese nahezu andauernd mit ihrem Verstand am Werk und damit beschäftigt sind, mit dem Verstand und in Meditation nachzudenken. Und sie tun gut daran, denn mehr ist ihnen noch nicht gegeben worden, auch wenn es zutreffend wäre für sie, sich ein Weilchen mit Anmutungen21 und Lobpreisungen Gottes zu befassen und sich an seiner Güte zu freuen, und dass er ist, der er ist, und seine Ehre und Verherrlichung zu wünschen. Das so weit es einem möglich ist, denn es weckt die Willensneigung sehr. Doch wann immer der Herr ihnen jenes andere geben sollte, sollen sie gut aufpassen, um es nicht links liegen zu lassen, nur um ihre gewohnte Meditation zu Ende zu bringen.22


Anmerkungen
19 Dem Leiden Jesu. Mit dem Nachdenken über die Passion begann ihr inneres Beten (V 9,4).
20 Siehe 4M 1,4.
21 Actos, womit hier keine Taten, sondern fromme Anmutungen im Gebet gemeint sind.
22 „Jenes andere“: das, was sie in 4M 1,4 „Wonnen“ genannt hat, also ein nicht selbstgemachtes, sondern geschenkhaftes inneres „Berührtsein“ von der Gegenwart Gottes. Teresa rät hier also den Anfängern, ihre verstandesmäßigen Betrachtungen immer wieder durch einen kurzen Gebetsdialog zu unterbrechen, also nicht nur über Gott nachzusinnen, sondern bewusst die Du-Beziehung zu ihm zu pflegen. Wann immer sie sich jedoch ohne ihr eigenes Zutun innerlich von der Gegenwart Gottes berührt fühlen, sollen sie sich darauf einlassen und nicht auf Biegen und Brechen ihre Meditationsübung fortsetzen. Vgl. mit den drei Anzeichen für den Übergang zwischen Meditation und Kontemplation bei Johannes vom Kreuz (2S 13; 1N 9; D 118; LB 3,32-67 passim).


(Teresa von Avila, Wohnungen der Inneren Burg, Vollständige Neuübertragung, Gesammelte Werke Bd.4, Herder 2005, Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD, Elisabeth Peeters OCD)


6. Lo que tengo de experiencia de este estado, digo de estos regalos y contentos en la meditación, es que si comenzaba a llorar por la Pasión, no sabía acabar hasta que se me quebraba la cabeza; si por mis pecados, lo mismo. Harta merced me hacía nuestro Señor, que no quiero yo ahora examinar cuál es mejor lo uno o lo otro, sino la diferencia que hay de lo uno a lo otro querría saber decir. Para estas cosas algunas veces van estas lágrimas y estos deseos ayudados del natural y como está la disposición; mas, en fin, como he dicho, vienen a parar en Dios, aunque sea esto. Y es de tener en mucho, si hay humildad para entender que no son mejores por eso; porque no se puede entender si son todos efectos del amor, y cuando sea, es dado de Dios.
Por la mayor parte, tienen estas devociones las almas de las moradas pasadas, porque van casi continuo con obra de entendimiento, empleadas en discurrir con el entendimiento y en meditación; y van bien, porque no se les ha dado más, aunque acertarían en ocuparse un rato en hacer actos y en alabanzas de Dios y holgarse de su bondad y que sea el que es, y en desear su honra y gloria. Esto como pudiere, porque despierta mucho la voluntad. Y estén con gran aviso cuando el Señor les diere estotro no lo dejar por acabar la meditación que se tiene de costumbre.

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