Samstag, 25. April 2015

Die Seelenkräfte kommen und gehen.

Es kommt auch vor, daß das Gedächtnis oder die Einbildungskraft den Willen mit dem beschäftigen wollen, was er genießt. Sie müssen meinen, ihm dadurch zu nützen, werden ihm aber oft nur schaden. Darum muß der Wille sich vorsichtig gegen sie verhalten.

Es ist also der ganze Verlauf des in Rede stehenden Gebetes voll des süßesten Trostes, und man braucht sich dabei so wenig anzustrengen, daß es auch bei langer Dauer nicht ermüdet. Denn der Verstand ist hier nur in einer sehr sanften und ruhigen Weise tätig, und doch gewinnt er viel mehr Wasser, als da er aus dem Brunnen schöpfte.

Die Tränen, die Gott hier gibt, fließen mit lauter Wonne; man merkt sie zwar, ruft sie aber nicht absichtlich hervor.

Leben 134

(381-20150425)



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