Donnerstag, 5. März 2015

Gott kennt uns besser

Die Betrachtung der Sünden und die Erkenntnis seiner selbst ist das Brot, das man auf dem Wege des Gebetes zu allen Speisen, so köstlich sie auch sein mögen, genießen muss; ja ohne dieses Brot könnte man sich gar nicht erhalten. Doch muss es in Maßen genossen werden.

Denn wenn eine Seele sich schon gedemütigt sieht und klar erkennt, dass sie von sich selbst nichts Gutes hat; wenn sie sich beschämt fühlt vor einem so großen Könige und sieht, wie wenig sie ihm das viele Gute lohnt, das sie ihm verdank: warum soll sie dann nicht vielmehr zu anderen Dingen übergehen, die der Herr ihr vorstellt und die abzuweisen sie keinen Grund hat?

Seine Majestät weiß doch wohl besser als wir, welche Speisen uns zuträglich sind.

Leben 128f

(357-20150305)

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