Sonntag, 4. Oktober 2015

Der Aachener Karmel

Das erste Kloster der Karmelitinnen in Aachen wurde 1662 in der Pontstraße gegründet und bestand bis zur Säkularisierung 1802. Die Theresienkirche, erbaut 1748, blieb erhalten. Sie dient heute der serbisch-orthodoxen Gemeinde als Gotteshaus.

Karmel in Aachen bis 2009


Auf Betreiben zweier Aachener Damen, Mathilde von Coels und Therese Pelzer, wurde 1859 wieder ein Karmel in Aachen gegründet, ebenfalls in der Pontstraße, in einem Haus neben dem aufgehobenen Kloster. Die Schwestern kamen aus verschiedenen Klöstern in Belgien. Es war ein schwieriger Anfang. Erst als Schwestern aus dem neuerrichteten Kölner Karmel kamen, blühte die Gründung auf. So konnte ein Grundstück in der Lousbergstaße – damals noch vor den Toren der Stadt – erworben werden. 1869 wurde der Grundstein gelegt und bereits 1870 konnten die Schwestern einziehen.

Nach 5 Jahren, im Kulturkampf 1875, wurden die Schwestern ausgewiesen und fanden in Maastricht eine neue Unterkunft. Als die Schwestern 1890 nach Aachen zurückkehren konnten, waren sie in Maastricht so beliebt, dass der Konvent geteilt wurde und nur 10 Schwestern nach Aachen zurückkamen.

Ein zweites Mal mussten die Schwestern ihr Kloster verlassen, als sie am 28. Juli 1941 von der Gestapo vertrieben wurden. In kleinen Gruppen fanden sie in verschiedenen Klöstern, Krankenhäusern oder sonstwo eine Bleibe. Einige mussten ihren Aufenthaltsort vier Mal wechseln. Nach dem Krieg kehrten alle in das fast völlig zerstörte Kloster zurück und begannen mutig mit dem Wiederaufbau.

 So sieht der verlassene Karmel heute aus
(Fotos: M. Vallot - uebergangshymne.com)


Seit Frühjahr 2009 haben die verblieben, meist alten Schwestern, 
eine neue Heimat:
Konvent der Karmelitinnen
Paulusstr. 10, 52064 Aachen


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