Freitag, 7. November 2014

Nicht alleine

O mein Gott, was tust du wohl, das nicht zum Besten der Seele wäre, die du bereits als die deinige erkennst, da sie sich dir zu eigen ergeben hat, um dir auf deinem Wege zum Tode am Kreuze zu folgen, entschlossen, die es tragen zu helfen und dich nicht alleine damit zu lassen?

Wer von euch, ihr geistig gesinnten Seelen, diesen Entschluss in sich bemerkt, der hat nichts, ja nichts mehr zu fürchten.

Wer sich schon so hoch erschwungen hat, dass er die eitlen Unterhaltungen flieht und einsam nur mit Gott verkehren will, der hat keinen Grund, sich zu betrüben; denn das Schwerste ist überstanden.

Leben 112

(267-20141107)


Donnerstag, 6. November 2014

Eigene Erfahrungen

Ich glaube auch, dass Seine Majestät uns zu unserem Besten solche Wege führen wolle, damit wir nämlich gründlich erkennen mögen, wie wenig wir aus uns selbst sind.

Denn die Gnaden, die der Herr in der Folge mitteilt, sind von so hohem Wert, dass Gott vor deren Erteilung will, wir sollen uns erst durch eigene Erfahrung von unserem Elende überzeugen, damit es uns nicht ergehe wie dem Luzifer.

Leben 111f

(266-20141106)

Mittwoch, 5. November 2014

Um den Kelch zu trinken

Ich halte dafür, der Herr wolle oftmals im Anfang und zuweilen auch am Ende solche Qualen und viele andere mitunterlaufende Anfechtungen über seine Liebhaber verhängen, damit er vor Erteilung seiner großen Gnadenschätze sie prüfe und sehe, ob sie imstande seien, den Kelch zu trinken und ihm das Kreuz tragen zu helfen.

Leben 111

(265-20141105)

Dienstag, 4. November 2014

Schon in diesem Leben

Ich habe aber auch klar erkannt, dass Gott diese Mühen selbst in diesem Leben schon nicht ohne großen Lohn lässt. Denn fürwahr, mit einer einzigen der Stunden, In denen mir der Herr seine Süßigkeiten zu kosten gab, schienen mir alle Beschwerden, die ich durch Ausharren im Gebete lange Zeit erduldet hatte, bezahlt gewesen zu sein.

Leben 111

(264-20141104)

Montag, 3. November 2014

Diese Mühen haben ihren Wert.

Auch ich habe viele Jahre in einer Weise darin zugebracht, dass ich es schon für eine Gnade von Gott hielt, wenn ich auch nur einen Tropfen Wasser aus diesem gebenedeiten Brunnen zu schöpfen bekam.

Ich weiß also, dass die Mühen sehr groß sind; ja, es scheint, dass sie zu ihrer Ertragung mehr Mut erfordern als viele andere Mühseligkeiten in der Welt.

Leben 111

(263-20141103)

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