Posts mit dem Label Oda Schneider werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Oda Schneider werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 6. März 2012

Herzgedanken zu Teresa von Jesus, 8

(8 von 8)

Paulus sondert seine Jünger von der Welt ab: "Der Tempel Gottes ist heilig und der seid ihr" (1 Kor 3, 17). Tempel ist Abgrenzung eines geheiligten Raumes für die Anwesenheit Gottes gegen die Welt. Unser Herr nennt den Tempel Bethaus.

Der innerlich betende Mensch ist wahrhaft ein Tempel Gottes. Ezechiel schildert wunderbar die Ausströmung lebendigen Wassers vom heiligen Ort (Ez 47, 1-12). Es rieselt über die Schwelle hinaus, schwillt zum Bach, zum Strom, zum Ozean des Heils, macht alles gesund und fruchtbar.

Lebendiges Wasser vermehrt sich nicht. Es hat schon im rieselnden Tropfen den Ozean der Liebe in sich. Seine Fülle wächst in den Raum hinein, der es aufzunehmen willens ist: Rinnsal, Strombett, Meerestiefe

Vom Tempel des betenden Menschen wird Gott verströmt. Lebendiges Wasser rieselt die Schwelle hinab und tränkt die dürstende Welt.

Teresa von Jesus, unsere heilige Mutter, lass uns die apostolische Kraft innerlichen Betens neu verstehen und von den Schwellen verschlossener Klöster lebendiges Wasser heilend sich in die dürstende Menschheit ergießen!

(Oda Schneider, Christliche Innerlichkeit, 5-6 1982)

Montag, 5. März 2012

Herzgedanken zu Teresa von Jesus, 7

(7 von 8)

Nach Genesung von schwerer Krankheit fand Teresa Freude am Gespräch mit Besuchern und erlebte dies bittere Verarmen. Ihr Herz stillte ja doch seinen Durst auch ein wenig an der Wertschätzung, die ihre Liebenswürdigkeit im Gespräch von Seiten der Besucher empfing. Das zog ihr Dürsten ab von Gott allein.

Wohl hätte sie, wie Thomas von Kempen anregt, von ihrer Zelle aus Himmel und Erde betrachten und den Schöpfer loben können; doch übermächtig wuchs in ihr das Verlangen, den Hirten der Kirche, den Priestern, Predigern und Gottesgelehrten das lebendige Wasser zu erflehen, dessen sie so sehr bedurften. Ihr apostolischer Eifer überstieg bei weitem ihre Möglichkeiten. Ebenso geht es dann ihrer Tochter Therese vom Kinde Jesus, und es würde ihr auch heute ebenso gehen, weil übergroße Liebe an nichts Genügen findet.

Und so tat Teresa das Beste, was sie unter Antrieb des Heiligen Geistes tun konnte: Sie griff nach der ursprünglichen Regel der Einsiedler unserer Lieben Frau beim Eliasbrunnen auf dem Berge Karrnel.

(Oda Schneider, Christliche Innerlichkeit, 5-6 1982)

Sonntag, 4. März 2012

Herzgedanken zu Teresa von Jesus, 6

(6 von 8)

An dem, was sie begann, ist abzulesen, was Gottes Geist wirken wollte; denn Ihm war sie ganz gefügig. Sie hätte nun im Kloster der Menschwerdung gut das innerliche Beten (als Pflege der Freundschaft mit Jesus) üben und lehren können, unter den Schwestern und im Sprechzimmer. Gottes Geist aber stellte sie in die Spannung zweier Gegensätze: Er verlangte Trennung von der Welt und Gebet für die Welt. Die klausurierte Gemeinde soll die Segenskraft innerlichen Betens ausstrahlen. Teresa verlangt von ihren Töchtern innerliches Gebet als apostolische Tat:

"Die Welt steht in Flammen; man will Christus sozusagen aufs Neue verurteilen: und wir sollten die Zeit mit Bitten um Dinge verbringen, wodurch wir vielleicht, wenn Gott sie gewährte, Ursache wären, dass eine Seele weniger in den Himmel käme?
Nein, meine Schwestern, jetzt ist keine Zeit, mit Gott über geringfügige Dinge zu verhandeln" (C 1, 5; S. 24).
„War ich unter Menschen, so kam ich stets als geringerer Mensch heim „(Nachfolge Christi).

(Oda Schneider, Christliche Innerlichkeit, 5-6 1982)

Samstag, 3. März 2012

Herzgedanken zu Teresa von Jesus, 5

(5 von 8)

Maria hat der Menschheit das lebendige Wasser neu geschenkt. Doch sie selbst ist auch dem Ruf ihres göttlichen Sohnes am großen Tag des Festes als Mutter aller Dürstenden gefolgt, seinen Heiligen Geist betend zu trinken und zu verströmen.

Teresa ist nach dem Tod ihrer Mutter zu Maria geflüchtet mit der Bitte, ihr
Mutter zu sein. Dies war entscheidend. Im Orden unserer Lieben Frau reifte Teresa zur Meisterin innerlichen Betens heran.

Als Teresa zu lehren begann, in Wort und Schrift, war sie kein Rufer in der Wüste. Der Heilige Geist goss reichlich Charismen über die Kirche in Spanien aus.

Johannes vom Kreuz, dessen tiefe und klare mystische Theologie heute als Lehrgut der Kirche geschätzt wird, war nur eine unter vielen, die Teresa zur Seite standen. Viele wirkten zur Erneuerung der Kirche durch Sammlung der Seele im vereinenden Gebet. Aus der blühenden Mystik des deutschen Mittelalters war viel Samen nach Süden geflogen. Bei Teresa ging er mächtig auf und drängte sie zur Tat.

(Oda Schneider, Christliche Innerlichkeit, 5-6 1982)

Freitag, 2. März 2012

Herzgedanken zu Teresa von Jesus, 4

(4 von 8)

Jeder Mensch dürstet im Innersten nach Gott, seinem Ursprung und Ziel. Nur das lebendige Wasser aus dem Innersten Jesu, Einheit des Vaters und Sohnes, vermag diesen Durst zu löschen. Doch nur das Dürsten der Liebe nach Liebe vermag es zu trinken im Ineinanderströmen. In vermählendem Hochzeitstrunk will Gott Mensch werden und den Menschen aus Gnade Gott sein lassen.

Ein Mensch voll der Gnade, Maria, dürstete danach, durch ihr Trinken das Dürsten Gottes im Dienste der ganzen Menschheit zu stillen. Im Trinken und Ineinanderströmen wird Gott Mensch, und der Mensch aus Gnade vergöttlicht. Dazu muss der Mensch durch die Gnade erhoben werden über alle Gelüste.

So kam es zur Sünde: Das eigensüchtige Gelüsten nach der verbotenen Frucht verdrängte das liebende Dürsten nach dem lebendigen Wasser. Der Mensch verließ den Quell, die Kindschaftsgnade verdorrte, und Gott, der allgütige, erhob ergreifend die Klage: "Mich haben sie verlassen, mich, den Quell lebendigen Wassers, und Brunnen sich gegraben, geborstene Brunnen, die nimmer Wasser halten" (Jer 2, 13).

(Oda Schneider, Christliche Innerlichkeit, 5-6 1982)

Donnerstag, 1. März 2012

Herzgedanken zu Teresa von Jesus, 3

(3 von 8)

Der Herr gibt es ihr und Er selbst bezeugt und kündet die Weise Seines Gebens: "Am letzten Tag des Festes, dem großen Tag, stellte sich Jesus hin und rief: Wer Durst hat, komme zu mir und es trinke, wer an mich glaubt. Wie die Schrift sagt: Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen. Damit meinte er den Geist, den alle empfangen sollen, die an ihn glauben; denn der Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war" (Joh 7, 37-39).

Teresa hat diese entscheidende Stelle über das Geben und Empfangen des lebendigen Wassers nicht herangezogen; doch sie hat deren Wahrheit im Glauben auf Erden wirksam erlebt und genießt sie schauend in Ewigkeit.

Der teresianische Karmel aber hat fortdauernd den Beruf, im Gefolge Teresas für die Kirche nach diesem lebendigen Wasser zu dürsten und es im Dienst innerlichen Betens zu empfangen. Dies ist Aufgabe der Kontemplativen im Organismus des mystischen Leibes, dessen Haupt Christus ist, Urquell lebendigen Wassers.

(Oda Schneider, Christliche Innerlichkeit, 5-6 1982)


Mittwoch, 29. Februar 2012

Herzgedanken zu Teresa von Jesus, 2

(2 von 8)
 
Teresa hat sich in ihrer Ordensprofeß ganz an Gott hingegeben. Er aber ließ ihr zu großer Liebe fähiges Herz gar lange schwanken zwischen Ihm, dem Einen, und der Vielfalt der Welt. Doch eben in diesem leidvollen Schwanken wuchs ihre Sehnsucht nach Ihm mächtig heran und dadurch das innere Beten. Denn "Beten ist nichts anderes als ein Sehnen der Seele. Willst du nicht aufhören zu beten, höre nicht auf, dich zu sehnen" (Augustinus). Sehnen aber ist immer ein Dürsten des Herzens nach lieben und Geliebtwerden.

Als Jesus von der Geißelsäule her Teresa zu sich rief, da geschah ewige Vermählung. Von da an lebte sie durch inneres Beten in Freundschaft mit Ihm, von dem sie wusste, dass Er sie liebt.

Der Heilige Geist aber nötigte und befähigte sie, dieses unsagbare Erleben zu künden, und damit der Kirche einen Weg zur Vollkommenheit zu weisen (Oration).

Als Gleichnis für die dem Betenden einströmende und aus ihm überströmende Liebe Gottes wählte Teresa lebendiges Wasser. Es lag ihrem dürstenden Herzen nahe.

Sumpfiger Boden harrt nicht auf Regen. Dürres Ackerland aber schmachtet nach der segnenden Flut.

Anschaulich nimmt Teresa vier Weisen des Bewässerns zum Gleichnis für das Empfangen Gottes von Seiten des betenden Menschen. Spärlich und mühsam gewinnt er zu Beginn Gottes Gnade. Allmählich fließt sie reicher und endlich rauscht die Fülle göttlicher Flut vom Himmel auf das bereit zum Empfangen ruhende Land. In der Demut ihrer sehnenden Liebe fleht Teresa mit der Samariterin: "Herr, gib mir dieses Wasser!" (Joh 4, 15).

(Oda Schneider, Christliche Innerlichkeit, 5-6 1982)


Dienstag, 28. Februar 2012

Herzgedanken zu Teresa von Jesus, 1

(1 von 8)

Wir huldigen der in Gott verklärten Jubilarin (400ster Todestag 1982) mit großem Gewinn durch unser tieferes Eindringen in ihr reiches geistiges Erbe, in die Quellen, um diese begnadete Frau immer besser zu kennen und Gott für ihre Erwählung zu danken.
Doch heller noch leuchtet ihre Gestalt auf, wenn wir mit frohem Staunen entdecken, wie sehr sie heute noch am Wirken ist durch Einsatz eben jener Erkenntnisse und Kräfte, deren wir in unseren Tagen bedürfen. Schon auf Erden war ihr durch erlesene Gnaden geläutertes Herz mächtig im Hinschenken der Liebe Gottes, die sich den Menschen vereinigen will.

Was Teresa darüber lehrt, das hat sie erlebt.

(Oda Schneider, Christliche Innerlichkeit, 5-6 1982)

Dienstag, 14. Februar 2012

Oda Schneider

Ein Blick auf die Übersetzerin der vorstehenden Übertragung des "Empor den Karmelberg" und Autorin vieler anderer theologischer Bücher wie z.B. "Die mystische Erfahrung" oder "Im Anfang war das Herz - Vom Geheimnis des Karmel".

Oda Schneider wurde am 30. Mai 1892 als zweites Kind einer Offiziersfamilie in Pressbaum bei Wien geboren, wo ihre Mutter, Othilie Przyborski, sich auf Sommerfrische befand. Ihr Vater, Generalstabshauptmann Arthur Przyborski, war damals in Wien stationiert. Dort kam Oda im Alter von neun Jahren in das Halbpensionat des Klosters Sacre Coer. Eine erste Wende nahm Odas Leben, als Major Rudolf Schneider ihr während seines Heimaturlaubes im Jahre 1916 einen Heiratsantrag machte.

Sie kannte den um zwanzig Jahre älteren Freund der Familie seit ihrem elften Lebensjahr. Dieser Antrag machte sie sehr unglücklich und doch wollte sie ihm, dem Offizier an der so harten russischen Front, irgendwie helfen, ihn trösten. "Dieser Mensch braucht jetzt meine Liebe", so sagte sie sich und schickte ihm ihr Jawort per Post nach ins Feld. Mit einer Bedingung: Er möge ihr das Dichten erlauben. Oda Schneider wohnte mit ihrem Gatten in Wien. Er begegnete ihr mit Verständnis und Aufmerksamkeit und doch erfüllte sie in den ersten Ehejahren eine innere Leere. Diese Depression steigerte sich, als der erwartete Kindersegen ausblieb. Im Advent 1929 erfolgte ihre vollständige Bekehrung und die große, innere Leere wich einer beglückenden Fülle. Die Glaubensgeheimnisse fingen an, sich ihr zu erschließen und wurden ihre ganze Freude.

In der Fastenzeit 1930 begegnete sie zum ersten Mal dem Karmel. Am Vorabend des Festes Mariae Opferung, am 20. November 1947, sechzehn Tage nach dem Tod ihres Gatten, trat Frau Oda Schneider als Postulantin in den Karmel Wien Baumgarten ein. Am Herz-Jesu Fest 1948 wurde sie eingekleidet, durfte am Herz-Jesu Fest des Jahres 1949 (24.06.) fiel, ihre zeitliche Profess und ebenfalls am Herz-Jesu Fest, dem 21. Juni 1952, ihre Ewige Profess ablegen. Eine Enttäuschung war für sie zunächst ihr Ordensname Sr. Maria Gabriela a Corde Jesu, den sie bei ihrer Einkleidung bekam. Sie hätte so gerne einfach Sr. Maria Cordis geheißen. 

Einige Jahre später, während ihres achtjährigen Aufenthaltes im Karmel Mayerling, erhielt sie doch noch den gewünschten Namen, als nämlich im Jahre 1955 eine Sr. Gabriela aus Ungarn in dieses Kloster kam.

Karmel Mayerling, nahe der Zisterzienserabtei Heiligenkreuz

 Im Jahre 1961 wurde sie jedoch vom Karmel Wien Baumgarten zurückgerufen, da man sie dort für eine Schar neu eingetretener Schwestern als Novizenmeisterin benötigte. Kurze Zeit später wählte man sie hier zur Subpriorin. Im Mai 1965 wurde Sr. Maria Cordis vom Karmel Baumgarten als Vikarin nach Steinbach N.Ö. geschickt, um mit einigen Schwestern eine Neugründung vorzubereiten. Die letzte und längste Station der Nonne wurde der Grazer Karmel, wo sie im September 1969 ankam. 

Im Winter 1981/82 erkrankte sie an einer schweren Bronchitis. Der behandelnde Arzt bezeichnete sie damals als "verlöschendes Licht". Sie erholte sich jedoch überraschender Weise wieder, wenngleich ihr eine schier unüberwindliche Schwäche blieb. Oda Schneider starb schließlich am 12. März 1987 im Karmel zu Graz im 95. Lebensjahr.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...