Sonntag, 22. Juli 2018

„Entweder ich probier’s und trete ein oder ich werde …“

Es verwundert schon ein wenig, wenn eine Karmelitin ausgerechnet der „taz“ ein Interview gewährt.  Schwester Maria, eine Ärztin und jetzt 52 Jahre alt, lebt in dem kleinen Karmel auf der Elbinsel Finkenwerder (Hamburg). Nach dem Medizinstudium hat sie noch drei Jahre als Ärztin gearbeitet, bevor sie mit 31 Jahren Karmelitin wurde. Zurzeit ist sie Priorin ihres kleinen Klosters.

Im Folgenden lesen Sie eine Auswahl ihrer Antworten, die Sie auf die ihr gestellten Fragen gab.

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Schwester Maria Burger antwortet auf die Frage, warum sind Sie Nonne gewordensei: „Als ich mit meinem Studium fertig war und angefangen habe, zu arbeiten, habe ich gemerkt, dass ich noch mehr will. Mein Beruf war mein Beruf, aber ich suchte eine Berufung. Als ich dann ins Kloster eingetreten bin, war ich 31. Im Jahr 2014 bin ich dann in unser Kloster hier in Hamburg gekommen.“

Sie habe sich „verschiedene Klöster angeschaut“, darunter auch die „missionsärztlichen Schwestern“. Sie hatte überlegt, in die  „Dritte Welt“ zu gehen. „Aber irgendwas passte für mich nicht. Trotzdem war es keine leichte Entscheidung, den Beruf aufzugeben. Das war ein Kampf für mich. Als ich dann im Kloster war, habe ich die Arbeit komischerweise nie vermisst.“

„Für welchen Orden man sich entscheidet, das ist so eine Frage wie die, welchen Mann man heiratet. Mir hat damals jemand gesagt, das muss passen wie ein Schüssel ins Schloss.“ Den Klostereintritt habe sie „eigentlich nie bereut“.

Zwar habe es Momente gegeben, „in denen ich am liebsten getürmt wäre“. Aber sie wusste, sie würde dann vor etwas davonlaufen.

Über ihren Alltag befragt gibt sie die Antwort: „Der Tag ist gefüllt mit den Gebetszeiten: Morgens von sieben bis acht stilles Gebet, dann das Psalmgebet, Arbeitsbesprechung, Frühstück, Arbeitszeit, wieder eine Zeit Stille in der Kirche. Um zwölf Psalmgebet, dann Mittagessen, um 17 Uhr wieder Psalmgebet, abends eine Stunde stilles Gebet und unter der Woche anschließend noch die Eucharistiefeier. - Zweimal im Monat machen wir Stilletage. Und einmal im Monat haben wir einen freien Tag.

Was sie an ihren freien Tagen mache, antwortet Sr. Maria:  „Am freien Tag gehe ich spazieren oder fahre Fahrrad. Ich habe dann das Bedürfnis nach Natur, Bewegung, frischer Luft.

Über die Arbeit im Kloster sagt sie: „Jede macht das, was sie gut kann. Ich arbeite zum Beispiel gerne im Garten und kümmere mich um unsere Seniorin, die ist 94 Jahre alt. Es fallen Hausarbeiten an, wir betreuen die Gäste, führen Begleitungsgespräche und dann der ganze Verwaltungskram. Momentan schlagen wir uns mit der neuen Datenschutzverordnung rum, das ist wirklich viel Arbeit.“

Die Schwestern leben „in erster Linie von den Gästen. Manche von ihnen kommen nur für einen Tag, andere bleiben eine Woche oder zehn Tage. Die meisten sind aus Hamburg. Wir hatten zum Beispiel einen Lehrer zu Besuch, der nach Schuljahresende einfach ein paar Tage schweigen wollte. Der war nicht im Gottesdienst und das ist auch okay für uns. Wir machen keine Vorschriften.

Für das Klosterleben brauche man „natürlich eine gewisse Konsequenz. Aber heute gehen einige Dinge, die früher gar nicht gegangen wären. Die Mutter einer Mitschwester lebt in den USA. Sie wird sie in nächster Zeit besuchen.

Am meisten gefällt ihr „die zwei Stunden inneres Gebet und die Stilletage“. Es entstehe „ein tiefer Frieden, tiefes Glück und für mich in erster Linie ganz große Dankbarkeit. Es gibt dann natürlich auch immer wieder Durststrecken. Da muss man die Kraft finden, durchzuhalten. Das ist schwierig, aber es lohnt sich.“

Was Sie am Klosterleben gerne verändern würde, wurde sie gefragt und antwortete: „Da fällt mir so direkt nichts ein. Woran man natürlich immer arbeiten kann, sind die Beziehungen untereinander.“


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Das ganze Interview mir Sr. Maria Burger OCD Finkenwerder, Hamburg, ein schließlich einem Foto, finden Sie hier -
http://www.taz.de/!5517752/


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Dienstag, 10. Juli 2018

Schwester Agnes Teresa vom Heiligen Antlitz, Karmelitin - RIP

Im Alter von 60 Jahren starb am 25. Juni 2018 im Karmelitinnenkloster in Krakau Schwester Agnes Teresa vom Heiligen Antlitz OCD.



Sie wurde am Festtag der Muttergottes, Mariä Geburt, am 8. September 1957 in Weißrussland geboren. Im selben Jahr gingen die Eltern mit ihrer Tochter nach Polen. Am 18. April 1977 trat sie in den Karmel in Krakau ein, wo sie am 2. Mai des darauffolgenden Jahres eingekleidet wurde. Die einfache Profess legte sie am 3. Mai 1979 ab, ihre feierliche Profess am 12. September 1982.



Auf ihr Professbildchen schrieb Schwestern Agnes:

„Maria, gib, dass Jesus mich immer zu einem reinen,
stillen und heiligen Opfer mache.“

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„Maryjo spraw bym dla Jezusa była zawsze ofiarą czystą, cichą i świętą”

Dieses Gebet erfüllte die große Marienverehrerin Tag für Tag, es wurde zum Inhalt ihres gesamten Lebens.

Quelle: https://www.karmel.pl/krakow-wesola/


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Freitag, 20. April 2018

Priorin Evamaria Heigl OCD im Interview

In einem 20-Minuten dauernden Hörfunk-Interview mit der Priorin der Unbeschuhten Karmelitinnen im Kloster Wemding, erzählt Schwester Evamaria Heigl, wie das Leben im Kloster aussieht, wie der Wechsel zwischen Arbeit und Gebet die Gemeinschaft prägt.

 
Quelle: pde-Foto: Bernhard Löhlein, www.bistum-eichstaett.de

Derzeit leben neun Schwestern im Karmelitinnenkloster Wemding. Nachwuchssorgen kenne die Priorin durchaus. Gott berufe zwar nach wie vor Menschen in seine Nachfolge. „Aber eine so starke Bindung wie bei uns können nur wenige fassen.“

Gerade das Miteinander der Schwestern sei bei aller Zurückgezogenheit und Stille sehr wichtig. „Bei uns wird auch gelacht, wir sind kein Trauerkloster.“

Eine Trennung der Welt außerhalb und innerhalb des Klosters sieht die Ordensschwester nicht. „Die Welt ist auch in uns. Es geht uns darum, Gott als den lebendigen Gott zu bezeugen.“

Zu hören ist das Interview mit Sr. Evamaria bei Radio K1, dem kirchlichen Hörfunk für das Bistum Eichstätt. Hier der LINK zum PODCAST:

siehe auch:
https://www.bistum-eichstaett.de/aktuell/aktuelle-meldungen-details/news/wir-sind-kein-trauerkloster-hoerfunk-interview-mit-sr-evamaria-heigl-priorin-der-karmelitinnen-i/

http://www.donaukurier.de/lokales/eichstaett/Wir-sind-kein-Trauerkloster;art575,3744712

 

Mittwoch, 7. Februar 2018

Karmelitinnen aus Charkow in der Ukraine und ihre Gebete

Der Karmel von Charkow geht auf das Jahr 1995 zurück. Papst Johannes paul setzte sich dafür ein. Gegenwärtig gibt es elf Karmelitinnen aus der Ukraine, Polen und der Slowakei.

Dieses Kloster der Karmelitinnen liegt unweit der russisch-ukrainischen Grenze. Es handelt sich um das einzige kontemplative Kloster in der Diözese Charkow und Saporischschja, das vom Kriegsdrama der Ukraine betroffen ist. Im Oktober 2017, 100 Jahre nach der Oktoberrevolution, die den europäischen Osten umwälzte, gewinnt die Anwesenheit eines Karmel in Charkow im Osten der des Landes eine besondere Bedeutung. Obwohl sie durch die Klausur von der Welt getrennt sind, vergessen sie nicht, was um sie herum geschieht. Elf Karmelitinnen beten hier ständig um Frieden. Das ist jetzt ihre Mission, sagt die Priorin Schwester Anna Maria vom Heiligen Geist.

 „Wir beten in erster Linie für den Frieden in der Ukraine. Als Gott uns erlaubte, gerade jetzt, im Krieg, hier zu sein, nehmen wir alles an, wie schwierig und schmerzhaft es auch sein mag. Viele Menschen kommen zu uns und bitten um Gebet. Wir bitten für ihre Söhne, damit sie eine Chance haben, aus dem Krieg zurückzukommen. Frauen bitten um Gebete für ihre Ehemännern und Kinder für die Rückkehr ihrer Väter.

Wir bringen alles ständig vor Gott und bitten um seine Gnade. Wir beten, dass die Gnade Gottes die Herzen derer berührt, die für diese Situation verantwortlich sind. Der Krieg, der draußen stattfindet, beginnt tief im menschlichen Herzen. Wir beten für den Frieden der menschlichen Herzen. Jetzt in besonderer Weise Herzen in der Ukraine, für all jene Menschen, die in diesem Land leben. Für eine wirkliche Lösung dieses Konflikts
.“



Karmelitinnen von Charkow mit ihrem Bischof

Gedanken einer Karmelitin aus Charkow:

Ave Maria!

Es ist Samstag, ein Winterabend, ich sitze in meiner Zelle. Vor dem Fenster herrscht eisige Kälte und es fällt schweren Schnee wie funkelnde Sterne vom Himmel. In der Ferne flackern Lichter in der Stadt Charkow. Tiefe Stille durchdringt die Gegenwart Gottes. Ich bin in dieser Stunde nahe bei Maria, meiner geliebten Mutter...

Ich bedenke in meinem Herzen die jüngsten Diskussionen, die Nachrichten über den Krieg, die vielen Bitten um unsere Gebete, die Sorgen der weinenden Frauen in unserer Kapelle - ich höre von den vielen Obdachlosen und den Soldaten an der Front - haben sie alle warme Kleidung, haben sie etwas zu essen? ...

Der Krieg verlangt täglich seinen grausamen Tribut: es wird getötet, verletzt, schwer verletzt - junge Burschen, Männer, Väter und Söhne; es ist da die Sehnsucht ihrer Mütter, ihrer Frauen und Kinder, - alle weinen bittere Tränen ...

Ich sammle all diese Gedanken, diese „schmerzhaften Krümel“ in das Brot des Gebetes und opfere sie dem Herrn. Ich bitte ihn um ein Wunder, um Veränderung; ich flehe mit Maria, der Mutter des Trostes, ich flehe die Trösterin der Betrübten an. Ich bete für unseren Priester und unseren Bischof Stanisław Szyrokoradiuk, ein Mann von großem Herzen, der besorgt ist über die Ärmsten. Kürzlich wurde das zweite Heim für alleinerziehende Mütter in Charkow eröffnet, das von den polnischen Orionistenschwestern geleitet wird.

„Charkowska-Caritas“ bietet Trinkwasser, Nahrung, Kleidung für Soldaten und Zivilisten in dem vom Krieg betroffenen Gebiet. In der sogenannten „Grauen Zone“, die Zone, die die kämpfenden Parteien voneinander trennt, mit denen niemand etwas zu tun hat, gibt es Priester verschiedener Konfessionen, die von Laien unterstützt werden; sie beschäftigen sich mit der Bildung von Kindern, unterstützen die kranken, alten und einsamen Menschen, denen die elementare Fürsorge fehlt. Sie stellen Nahrung für Trinkwasser und Medizin zur Verfügung. Sie verkünden Jesus, indem sie ihm mit ihrem Leben Zeugnis geben. Ich weiß, dass sie unter sehr schwierigen Bedingungen leben. - Ich weiß, dass sie auch einen geistlichen Kampf führen, um in ihrem Dienst auszuharren, ihn nicht zu verlassen …

Das Drama des Krieges geht weiter ... Ich habe drei Worte geschrieben, aber das ist nichts gegen das endlose Leid … Wir wissen um die alltägliche Sündhaftigkeit, hinter der die bösen Mächte der Finsternis lauern. Die Korruption ist besonders rücksichtslos und sammelt sich ständig neue Opfer unter den Menschen, besonders den alten und wehrlosen Menschen ... Die Demoralisierung breitet sich unter verschiedenen Begriffen aus …

„Herr, wer wird bestehen?“
Ich glaube, dass das Licht nicht in der Dunkelheit verlischt.
Ich hoffe, dass Dein Blut, Jesus, uns retten wird, auf dass in der Ukraine alle Herzen dafür schlagen und rufen und bitten um Gnade, damit die Vernunft siegt - ... auch in mir selbst!

Gerade heute, in dieser Samstagnacht, nach vielen Jahren meines Lebens hinter den Gittern des Karmel, frage ich mich: Was ist die Qualität meiner Existenz vor Gott?

Oh, wie sehr muss ich mich demütigen, damit ich Deinen Segen empfange, mein Gott, Dich zu lieben und Dein Herz, das für jedes Übel beschuldigt wird und vernachlässigt; ich bitte um Gnade …

Ich verbinde mich mit Dir, Jesus, und ich sage:
„Vater, vergib uns, denn wir wissen nicht, was wir tun“.
 – Marias Unbeflecktes Herz, sei unser Heil.
Ich bitte Dich, mein Geliebter, mit meinem Gebet - hilf uns!


Karmel Charkow - https://www.karmel.pl/pokotylivka/

 
Karmelitinnen


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