![]() |
| santa teresa. pelicula |
Sonntag, 6. Dezember 2015
Sonntag, 22. November 2015
Das Göttliche
(Zum Fest des hl. Johannes vom Kreuz am 14. November / 14. Dezember)
Keine Schönheit dieser Welt
wird mein Herz je einmal fesseln,
sondern nur – ich weiß nicht was –,
das sich wohl noch einmal findet.
Lust am Gut, das endlich ist,
kann zu anderem nicht frommen,
als die Sinne abzustumpfen
und den Überdruss zu wecken.
Alle Süßigkeit der Welt
soll drum nie mein Inn’res fesseln,
sondern nur – ich weiß nicht was –,
das sich wohl noch einmal findet.
Edelmüt’ge Herzen sind
nie bestrebt, sich zu erwerben,
was sie leicht entbehren können,
nur was schwer ist zu erlangen.
Nichts kann ihnen da genügen,
und so hoch steigt kein Vertrauen,
dass sie kosten – ich weiß nicht was –,
das sich wohl noch einmal findet.
Wer da ist von Liebe krank,
angeweht von Gottes Wesen,
dessen Sinn ist so verwandelt,
dass ihm nichts mehr Freude macht.
Er ist gleich dem Fieberkranken,
den der Speisen Anblick ekelt,
und begehrt – ich weiß nicht was –,
das sich doch noch einmal findet.
Und man darf darob nicht staunen,
dass der Sinn ist so bestellt,
da, was diese Krankheit schuf,
fremd ist allen andern Dingen.
Und so siehet er sich dann
aller Kreatur entfremdet,
und er liebt – ich weiß nicht was –,
das sich doch noch einmal findet.
Ist des Menschen Willenskraft
einmal nur von Gott berühret,
kann sie nichts zufrieden stellen
als dieselbe Gottheit nur.
Doch weil ihrer Schönheit Pracht
nur dem Glauben sichtbar ist,
kostet er – ich weiß nicht was –,
das sich doch noch einmal findet.
Sagt nun, ob ihr wohl beklagt
einen solchen Liebestrunk’nen,
weil von allem, was geschaffen,
nichts ihm Freude bieten kann?
Weil er ohne Stab und Stütze,
ohne Formen und Gestalt
da genießt – ich weiß nicht was –,
das sich doch noch einmal findet.
Glaubt nicht, dass der inn’re Mensch,
der viel höhern Wertes ist,
Freude findet und Genuss
an den Lüsten dieser Welt.
Über aller Schönheit Pracht
und was ist und war und sein wird
kostet er – ich weiß nicht was –,
das sich wohl noch einmal findet.
Wer sich wahrhaft fördern will,
der ist mehr um das besorgt,
was noch zu gewinnen ist,
als um das, was er schon hat.
Darum streb’ mit ganzer Seele
immer ich ob aller Wünsche
dem nur zu – ich weiß nicht was –,
das sich wohl noch einmal findet.
Nichts von allem, was hienieden
je der Sinn erfassen kann,
nichts, was der Verstand versteht,
wie erhaben es auch sei,
keine Anmut, keine Schönheit
wird mein Herz je fesseln können,
sondern nur – ich weiß nicht was –,
das sich wohl noch einmal findet.
Übersetzung: Weinhart, in:
Des Heiligen Johannes vom Kreuz Sämtliche Werke in fünf Bänden,
Theatiner Verlag, München, 1925
Siehe auch HIER
Keine Schönheit dieser Welt
wird mein Herz je einmal fesseln,
sondern nur – ich weiß nicht was –,
das sich wohl noch einmal findet.
Lust am Gut, das endlich ist,
kann zu anderem nicht frommen,
als die Sinne abzustumpfen
und den Überdruss zu wecken.
Alle Süßigkeit der Welt
soll drum nie mein Inn’res fesseln,
sondern nur – ich weiß nicht was –,
das sich wohl noch einmal findet.
Edelmüt’ge Herzen sind
nie bestrebt, sich zu erwerben,
was sie leicht entbehren können,
nur was schwer ist zu erlangen.
Nichts kann ihnen da genügen,
und so hoch steigt kein Vertrauen,
dass sie kosten – ich weiß nicht was –,
das sich wohl noch einmal findet.
Wer da ist von Liebe krank,
angeweht von Gottes Wesen,
dessen Sinn ist so verwandelt,
dass ihm nichts mehr Freude macht.
Er ist gleich dem Fieberkranken,
den der Speisen Anblick ekelt,
und begehrt – ich weiß nicht was –,
das sich doch noch einmal findet.
Und man darf darob nicht staunen,
dass der Sinn ist so bestellt,
da, was diese Krankheit schuf,
fremd ist allen andern Dingen.
Und so siehet er sich dann
aller Kreatur entfremdet,
und er liebt – ich weiß nicht was –,
das sich doch noch einmal findet.
Ist des Menschen Willenskraft
einmal nur von Gott berühret,
kann sie nichts zufrieden stellen
als dieselbe Gottheit nur.
Doch weil ihrer Schönheit Pracht
nur dem Glauben sichtbar ist,
kostet er – ich weiß nicht was –,
das sich doch noch einmal findet.
Sagt nun, ob ihr wohl beklagt
einen solchen Liebestrunk’nen,
weil von allem, was geschaffen,
nichts ihm Freude bieten kann?
Weil er ohne Stab und Stütze,
ohne Formen und Gestalt
da genießt – ich weiß nicht was –,
das sich doch noch einmal findet.
Glaubt nicht, dass der inn’re Mensch,
der viel höhern Wertes ist,
Freude findet und Genuss
an den Lüsten dieser Welt.
Über aller Schönheit Pracht
und was ist und war und sein wird
kostet er – ich weiß nicht was –,
das sich wohl noch einmal findet.
Wer sich wahrhaft fördern will,
der ist mehr um das besorgt,
was noch zu gewinnen ist,
als um das, was er schon hat.
Darum streb’ mit ganzer Seele
immer ich ob aller Wünsche
dem nur zu – ich weiß nicht was –,
das sich wohl noch einmal findet.
Nichts von allem, was hienieden
je der Sinn erfassen kann,
nichts, was der Verstand versteht,
wie erhaben es auch sei,
keine Anmut, keine Schönheit
wird mein Herz je fesseln können,
sondern nur – ich weiß nicht was –,
das sich wohl noch einmal findet.
Übersetzung: Weinhart, in:
Des Heiligen Johannes vom Kreuz Sämtliche Werke in fünf Bänden,
Theatiner Verlag, München, 1925
Siehe auch HIER
Samstag, 17. Oktober 2015
Donnerstag, 15. Oktober 2015
15. Oktober - Festtag der heiligen Teresa von Jesus
IHM
schenk ich mein ganzes Streben,
alles, was ich bin, ist sein.
So ist mein Geliebter mein,
und ich bin ihm hingegeben.
Ja, sein Pfeil hat mich gefunden,
und sein Lieben traf mein Leben.
Ewig bin ich so verbunden
Meinem Schöpfer, daß danaben
andre Liebe ganz schwunden,
er erfüllt mein ganzes Sein:
So ist mein Geliebter mein,
und ich bin ihm hingegeben.
schenk ich mein ganzes Streben,
alles, was ich bin, ist sein.
So ist mein Geliebter mein,
und ich bin ihm hingegeben.
Ja, sein Pfeil hat mich gefunden,
und sein Lieben traf mein Leben.
Ewig bin ich so verbunden
Meinem Schöpfer, daß danaben
andre Liebe ganz schwunden,
er erfüllt mein ganzes Sein:
So ist mein Geliebter mein,
und ich bin ihm hingegeben.
(Teresa von Avila, vgl. Erika Lorenz: Ich bin ein Weib und
obendrein kein gutes)
![]() |
| Horace Le Blanc, Tranverberazione di S. Teresa, 1621, Musée des Beaux-Arts de Lyon |
Mittwoch, 14. Oktober 2015
Herr, mir geschehe Dein Wille
Und je mehr man durch sein
Leben erweist, daß es sich nicht um leere Worte handelt, um so enger und enger
vereint sich uns der Herr und hilft uns, alles Geschaffene wie uns selbst zu
übersteigen, um seine großen Gnaden zu empfangen, die er denen, die ihm in
diesem Leben dienen, unaufhörlich schenkt. So reich sind seine Gaben, daß wir
gar nicht mehr wissen, um was wir noch bitten sollen, und seine Majestät wird
niemals müde zu geben.
Ja, es genügt ihm noch nicht, daß er unsere Seele mit
sich vereinte, er beginnt auch, sich an ihr zu erfreuen, ihr Geheimnisse
mitzuteilen und zu sehen, wie sie durch ihr Verstehen vorankommt und zu ahnen
beginnt, was er zu schenken vermag. Er läßt sie den Gebrauch ihrer äußeren
Sinne verlieren, damit sie nichts anderes mehr wahrnehme. Das nennt man
Ekstase. Und er beginnt ihr solche Freundschaft zu bezeugen, daß er ihr nicht
nur ihren Willen zurückgibt, sondern noch den seinen dazu. Denn es freut den
Herrn in dieser liebevollen Freundschaft, daß er sich den Wünschen der Seele
unterwirft, so wie sie sich den seinen, nur viel vollkommener, denn er ist
allmächtig und vollbringt, was er wünscht so, daß nichts zu wünschen übrig
bleibt.
Die arme Seele aber kann
nicht alles, was sie wünscht vollbringen, sie vermag gar nichts, wenn er es ihr
nicht schenkt: Das ist ihr größter Reichtum. Ich möchte euch eines raten: Meint
nie, ihr könntet aus eigener Kraft und durch eigenes Bemühen zu diesem Gebet
gelangen. Wenn ihr es versucht, werdet ihr scheitern und nur Kälte und
Trockenheit empfinden. Ihr könnt nichts anderes tun, als in Schlichtheit und
mit allumfassender Demut sagen: Dein Wille geschehe.
(Teresa von Avila, vgl. Erika Lorenz: Ich bin ein Weib und
obendrein kein gutes)
Dienstag, 13. Oktober 2015
Seinen Willen dem Herrn überlassen
Alle Ratschläge, die ich euch
in diesem Buch gegeben habe, zielen auf einen einzigen Punkt: daß wir uns ganz
dem Schöpfer schenken und unseren Willen in den seinen fügen. Dann wird der Weg
kurz, auf dem wir zum Quell lebendigen Wassers gelangen. Aber nur der wird
daraus trinken, der übergibt, daß dieser ihn mit dem seinen in Übereinstimmung
bringe. Das ist die vollkommene Kontemplation, meine Töchter, nach der ihr mich
gefragt hattet.
Wir selbst, das schrieb ich
schon, können dabei garnichts tun. Jede Anstrengung hindert uns, nichts anderes
zu sagen als: Dein Wille geschehe. Ja Herr, mir geschehe Dein Wille, alles, was
Du möchtest und wie Du es wünschst. Mögen Leiden über mich kommen mit der
Kraft, sie zu ertragen; sind es Verfolgungen, Krankheiten, Entehrungen und Not
- hier bin ich, Vater, ich wanke nicht und sehe keinen Grund zur Flucht. Denn
Dein Sohn gab im Namen aller auch meinen Willen zur Liebe, wie sollte ich mich
da verweigern.
Meine Schwestern, welche
Kraft hat dieses Geschenk! Wenn wir es entschlossen geben, so ist es
tatsächlich fähig, den Allmächtigen zu bewegen, daß er in unsere Niedrigkeit
eingeht und uns in sich verwandelt. So wird der Schöpfer eins mit dem Geschöpf.
(Teresa von Avila, vgl. Erika Lorenz: Ich bin ein Weib und
obendrein kein gutes)
Montag, 12. Oktober 2015
O freier Wille, welch Sklave deiner Freiheit bist du doch
Wie armselig ist die Weisheit
der Sterblichen und wie unsicher ihre Vorsorge! Gebe doch, Herr, Deine
Vorsehung meiner Seele, wessen sie bedarf, um mehr Deinen Wünschen als ihren
eigenen zu dienen. Straf mich nicht, indem Du mir gibst, was ich will und wünsche,
wenn es Deiner Liebe, die immer in mir leben möge, nicht entspricht. Möge doch
dieses mein Ich sterben, auf daß ein neues, größeres und besseres in mir lebe,
dem mein kleines Ich zu dienen vermag: Dieses große Ich lebe in mir und gebe
mir Leben. Es herrsche, und ich sei seine Gefangene, denn meine Seele will
keine Freiheit mehr. Wie wäre denn frei, wer sich vom höchsten Gut entfernte?
Gibt es denn für die Seele eine elendere Gefangenschaft, als wenn sie sich aus
der Hand des Herrn löste? Glücklich, die sich durch starke Gitter und Ketten
des göttlichen Erbarmens gefangen sehen und sich nicht daraus befreien können.
Stark wie der Tod ist die Liebe und hart wie die Hölle. O hätten mich doch die
Hände Deiner Liebe schon getötet und in diese göttliche Hölle geworfen, aus der
es keinen Ausgang geben möge, oder besser gesagt, daß man nicht mehr fürchten
müsse, sie zu verlassen! Denn, ach mein Herr, so lange dieses irdische Leben
dauert, besteht auch die Gefahr, daß wir das ewige verlieren!
Wenn ich es recht überdenke,
ach Du mein Herr, so ist meine Verbannung lang. Kurz aber ist die Zeit, die uns
gegeben wurde, um uns Ewigkeit zu erwirken. Lang ist ein einziger Tag, eine
einzige Stunde für den, der fürchtet, Dich beleidigt zu haben. O freier Wille,
welch Sklave deiner Freiheit bist du doch, solange dich nicht Furcht und Liebe
an den Schöpfer binden. Wann werde ich ihn sehen, den glückseligen Tag, da du
verschlungen bist vom unendlichen Meer der höchsten Wahrheit! Da du nicht mehr
frei bist zu sündigen, noch frei sein möchtest, weil du, vor allem Elend
sicher, ganz eingingst in das Leben deines Gottes.
(Teresa von Avila, vgl. Erika Lorenz: Ich bin ein Weib und
obendrein kein gutes)
Abonnieren
Posts (Atom)




