Dienstag, 6. Oktober 2015

Lobgesang auf das heilige Antlitz

Die heilige Thérèse von Lisieux trägt in ihrem Ordensnamen den Zusatz:
„vom Kinde Jesu und vom heiligsten Antlitz“.
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Dieses heilige Antlitz 
hat Therese selbst gemalt und auf einem Stück Wolle befestigt; es ist ca. 25 cm hoch.
 

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In Thereses  "Geschichte einer Seele" findet sich der folgende-

 "Lobgesang auf das heilige Antlitz"

Dein Antlitz, Herr, gibt mir hienieden
Auf allen Lebenswegen Licht.
Ich schöpfe wahren Himmelsfrieden
Aus deinem milden Angesicht.
O, wie dein Aug’ vor Wonne leuchtet!
Mit Tränen ist es noch geziert.
Ich lächle, ob mein Aug’ sich feuchtet,
Das sich in deinen Schmerz verliert.

Zu trösten dich, will ich allein,
Von allen unbekannt, gern leben.
Die gut verhüllte Schönheit dein
Ließ mich den dichten Schleier heben.
Ich sehne mich, bei dir zu sein.

Dein Antlitz ist mein Reich der Wonne;
Mein Vaterland in ihm ich schau’.
Es ist die milde Tagessonne,
Die schöne, blumenreiche Au,
Die Lilie im Tränentale
Mit dem geheimnisvollen Duft,
Voll Trost für mich so viele Male,
Der mich umgibt mit Friedensluft.

Es ist die wonnigliche Ruh’,
Die Harfe, reich an Lust und Klage.
Und deine Züge, mein Erlöser du,
Sind Myrrhensträußlein, die ich trage
An meiner Brust dir einstens zu.

Der einz’ge Reichtum hier auf Erden
Soll mir, o Herr, dein Antlitz sein.
Darin, um ähnlich dir zu werden,
Such’ Schutz und Hilfe ich allein.

Den Gottestempel deiner Züge,
So mild, den präge mir ins Herz.
Dann würde heilig ich und trüge
Dir viele Seelen himmelswärts.

So könnte bieten ich zur Stund’
Dir, Herr, der Ernte gold’nen Hügel.
Entflamme mich aus Herzensgrund!
Es drückt’ der ew’gen Liebe Siegel
Schon bald mir auf dein heil’ger Mund.

(am 12. August 1895)

Quelle: Die ehrwürdige Theresia vom Kinde Jesu, 
Geschichte einer Seele von ihr selbst geschrieben, 
4. Aufl., Kirnach-Villingen (Baden) 1922,  375 f.

Sonntag, 4. Oktober 2015

Der Aachener Karmel

Das erste Kloster der Karmelitinnen in Aachen wurde 1662 in der Pontstraße gegründet und bestand bis zur Säkularisierung 1802. Die Theresienkirche, erbaut 1748, blieb erhalten. Sie dient heute der serbisch-orthodoxen Gemeinde als Gotteshaus.

Karmel in Aachen bis 2009


Auf Betreiben zweier Aachener Damen, Mathilde von Coels und Therese Pelzer, wurde 1859 wieder ein Karmel in Aachen gegründet, ebenfalls in der Pontstraße, in einem Haus neben dem aufgehobenen Kloster. Die Schwestern kamen aus verschiedenen Klöstern in Belgien. Es war ein schwieriger Anfang. Erst als Schwestern aus dem neuerrichteten Kölner Karmel kamen, blühte die Gründung auf. So konnte ein Grundstück in der Lousbergstaße – damals noch vor den Toren der Stadt – erworben werden. 1869 wurde der Grundstein gelegt und bereits 1870 konnten die Schwestern einziehen.

Nach 5 Jahren, im Kulturkampf 1875, wurden die Schwestern ausgewiesen und fanden in Maastricht eine neue Unterkunft. Als die Schwestern 1890 nach Aachen zurückkehren konnten, waren sie in Maastricht so beliebt, dass der Konvent geteilt wurde und nur 10 Schwestern nach Aachen zurückkamen.

Ein zweites Mal mussten die Schwestern ihr Kloster verlassen, als sie am 28. Juli 1941 von der Gestapo vertrieben wurden. In kleinen Gruppen fanden sie in verschiedenen Klöstern, Krankenhäusern oder sonstwo eine Bleibe. Einige mussten ihren Aufenthaltsort vier Mal wechseln. Nach dem Krieg kehrten alle in das fast völlig zerstörte Kloster zurück und begannen mutig mit dem Wiederaufbau.

 So sieht der verlassene Karmel heute aus
(Fotos: M. Vallot - uebergangshymne.com)


Seit Frühjahr 2009 haben die verblieben, meist alten Schwestern, 
eine neue Heimat:
Konvent der Karmelitinnen
Paulusstr. 10, 52064 Aachen


Freitag, 2. Oktober 2015

Heiligsprechung am 17. Mai 1925

Papst Pius XI. sprach:

 „Die neue Heilige, Theresia, war von dieser Lehre durchdrungen und wirkte sie in ihrem  täglichen Leben aus. Noch mehr. Durch Wort und Beispiel lehrte sie diesen Weg der  geistigen Kindheit die Novizinnen ihres Klosters und hat ihn allen durch ihre Schriften geoffenbart, die sich über die ganze Welt hin verbreitet haben, und die gewiss niemand gelesen hat, ohne von ihnen bezaubert zu werden und sie mit großer Freude und großem Nutzen wieder und wieder zu lesen. [...] Daher ersteht heute in Uns die Hoffnung,  dass  sich  in den Seelen der Christgläubigen ein heiliges und eifriges Verlangen entwickeln werde, diese evangelische Kindheit zu erringen, die darin besteht, aus Tugend so zu fühlen und zu  handeln, wie ein Kind von Natur aus fühlt und handelt. 

Wie die kleinen Kinder, die kein Schatten der Sünde blendet, keine leidenschaftliche Begierde lockt, sich des ruhigen Besitzes ihrer Unschuld erfreuen, und jeder Bosheit und Verstellung fremd, so wie sie denken, auch reden und handeln und sich äußerlich so geben wie sie innerlich sind, ebenso erschien Theresia [...] von kindlicher Einfalt in der Übung der Wahrheit und der Gerechtigkeit.

Die   Jungfrau von Lisieux erinnerte sich stets der Einladungen und Verheißungen des göttlichen  Bräutigams: ‚Ist  jemand klein, der komme zu mir‘ (Sprichw. 9,4).  [...] Im Bewusstsein ihrer  Schwäche übergab und überließ sie sich vollständig der göttlichen Vorsehung, [...]. Wundern wir uns nicht, wenn an dieser heiligen Nonne das Wort Christi in Erfüllung ging: ‚Wer sich also verdemütigt, wie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich‘ (Matth. 18,4).“


Donnerstag, 1. Oktober 2015

Die Famile Martin ist die Familie der heiligen Therese von Lisieux

Am 30. September 1897 ist die heilige Therese von Lisieux gestorben;
Sie ist noch heute eine große Lehrmeisterin des geistlichen Lebens.



Vater - Louis Martin wird am 22. August 1823 geboren.
Heirat mit Azélie Guérin am 13. Juli 1858.
Louis Martin stirbt am 29. Juli 1894.

Mutter - Marie Azélie Guérin wird am 23. Dezember 1831 geboren.
Von 1859 an bis 1870 folgen sich die Geburten und Trauerfälle in raschem Wechsel.
Frau Martin stirbt am 28. August 1877, noch bevor sie ihr 46. Lebensjahr vollendet.

Aus der Ehe gingen neun Kinder hervor,
4 Kinder mussten die Eltern zu Grabe tragen.

Marie wird als ältestes Kind der Familie Martin am 22.02.1860 geboren.
Am 15.10.1886 tritt Marie in den Karmel von Lisieux ein,
sie erhält den Ordensnamen Schwester Marie des Heiligen Herzens, Marie du Sacré-Coeur.
Am 19.01.1940 stirbt sie im Alter von 80 Jahren im Karmel von Lisieux.

Pauline wird am 07.09.1861 als zweites Kind der Familie Martin geboren.
Sie tritt am 02.10.1882 in den Karmel von Lisieux ein,
und bekommt bei ihrer Einkleidung den Namen Agnès de Jésus.
Sie stirbt am 28.07.1951 im Alter von 90 Jahren.

Léonie, dritte Tochter der Martins, wird am 03.06.1863 geboren.
Mit 35,5 Jahren tritt Léonie am 28.01.1899 zum dritten Mal in den Orden der Heimsuchung ein.
Sie erhält den Namen Schwester Francoise-Thérèse.
Mit 78 Jahren stirbt sie am 16.06.1941.

Marie-Céline ist das  7. Kind der Martins, und wird am 24.04.1869 geboren.
Am 14.09.1894  tritt sie in den Karmel ein.
Bei der Eingekleidung am 05.02.1895 wird sie Schwester Geneviève vom Heiligsten Antlitz.
Am 25.02.1959 stirbt sie 64jährig.

Thérèse von Lisieux – war das jüngste von neun Kindern der Eheleute Martin.
Geboren am 2. Januar 1873,
gestorben am 30. September 1897.
Ihr vollständiger Ordensname lautet:
Thérèse de l'Enfant Jésus et de la Sainte Face,
Thérèse vom Kinde Jesu und vom heiligsten Antlitz. 



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