Freitag, 21. Februar 2014

Mein Dazutun

Dazu verstand ich es, eitel wie ich war, durch solche Vorzüge, auf die die Welt einen Wert zu legen pflegt, die Achtung anderer zu gewinnen.

Leben 72

(119-20140221)

Donnerstag, 20. Februar 2014

Was die Leute sahen

Sie sahen nämlich,
wie ich noch so jung und trotz so vieler Gelegenheiten zur Zerstreuung oftmals in die Einsamkeit mich zurückzog, um da meine mündlichen Gebete zu verrichten oder in frommen Büchern zu lesen;
wie ich häufig von Gott redete und gern das Bildnis des Herrn an vielen Orten malen ließ;
wie ich mein eigenes Oratorium hatte und es mit Gegenständen der Andacht auszustatten trachtete;
wie ich von niemand Übles sprach
und andere dergleichen Gewohnheiten hatte,
die den Schein der Tugend an sich trugen.

Leben 71f

(118-20140220)



Mittwoch, 19. Februar 2014

Äußerer Anschein

Seine Majestät hat mich bis jetzt vor heftigeren Angriffen bewahrt; sie sei dafür in Ewigkeit gepriesen!

Weit entfernt also, mich absichtlich zu verstellen, war es mir vielmehr sehr lästig, dass man eine so gute Meinung von mir hegte. Denn nur zu gut war mir selbst bewusst, was anderen an mir verborgen war.

Diese beurteilten mich nur nach dem, was sie äußerlich lobenswertes an mir gewahrten, und so kam es, dass sie mich nicht für so schlimm hielten, als ich es selbst erkannte.

Leben 71

(117-20140219)



Dienstag, 18. Februar 2014

Verlust und Gewinn

Sobald mir auch nur die erste Regung dazu kam, war mir dies gleich so zuwider, dass der Teufel mit Verlust abzog, indes mir der Gewinn verblieb.

Es hat mich darum auch der höllische Geist in dieser Hinsicht von jeher nur wenig angefochten.

Leben 71

(116-20140218)



Montag, 17. Februar 2014

Keine Absicht

Doch verfolgte ich nicht absichtlich diesen Zweck, indem ich etwa ein christliches Leben geheuchelt hätte. Denn, Gott sei die Ehre, ich erinnere mich nicht, ihn je durch Heuchelei oder eitle Ruhmsucht beleidigt zu haben; wenigstens bin ich mir dessen nicht bewusst.

Leben 71

(115-20140217)



Samstag, 15. Februar 2014

Äußerer Schein

Ich glaubte durch diese Übung nur die Leute zu täuschen; denn äußerlich hatte ich immer noch den Schein des Guten an mir bewahrt.

Durch mein geschicktes Benehmen hatte ich es dahin gebracht, dass man nur die beste Meinung von mir hatte.

Leben 71

(114-20140215)



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